Deutscher Fernsehpreis Bachs Tod überschattet Gala

Der plötzliche Tod von Dirk Bach hat die Verleihung des Deutschen Fernsehpreises in Köln überschattet. Preise gab es trotzdem. Unter anderem kann sich Wotan Wilke Möhring (45) über den Preis als bester Schauspieler freuen.

Deutscher Fernsehpreis: Die Hingucker des Abends

Der Deutsche Fernsehpreis - ein bombastisches Fest. Darauf stellt sich die Branche jedes Jahr ein. Die Verleihung am Dienstagabend war jedoch eine nüchterne Veranstaltung. Der überraschende Tod von Komiker Dirk Bach überschattete die Gala in Köln.

Preise gab es aber natürlich trotzdem: Wotan Wilke Möhring wurde als bester Schauspieler ausgezeichnet. Seine weiblichen Pendants heißen Barbara Auer und Ina Weisse. Frank Elstner, der für sein Lebenswerk geehrt wurde, prognostizierte seinem Wetten, dass..?-Nachfolger Markus Lanz am Samstag im ZDF mehr Zuschauer am Samstag als dem Supertalent auf RTL.

«Der größte kleine dicke Schauspieler aller Zeiten»

Moderator Oliver Welke erinnerte zweimal an den am Montag gestorbenen Bach. «Er hat den Fernsehpreis auch mal moderiert und war besser angezogen als jeder andere vor ihm», sagte Welke vor 1200 Gästen im Coloneum. Bach trug 2002 das gleiche Kleid wie Partnerin Sandra Maischberger. Bach sei «ohne Zweifel der größte kleine dicke Schauspieler aller Zeiten» gewesen. Die alte Phrase treffe zu: Wenn man Bach gefragt hätte, ob die TV-Welt heute Spaß haben solle, hätte er Ja gesagt.

Dirk Bach: Stationen seines Lebens

Später ergänzte Welke, man habe mit Bach auf höchstem Niveau lästern können, ein Verlust, der menschlich und künstlerisch nicht zu kompensieren sei. Vor dem Coloneum hatte zuvor der Schauspieler Heinrich Schafmeister beim Einlass Aufkleber mit den zwei Worten «Danke Dirk» an die Gäste verteilt.

«Mit großer Betroffenheit hat die Jury die Nachricht vom Tode Dirk Bachs aufgenommen», sagte die Juryvorsitzende Christiane Ruff am Rande der Veranstaltung. «Mit ihm verliert das deutsche Fernsehen eine seiner großen und prägenden Persönlichkeiten. Er wird uns allen sehr fehlen. Unsere Anteilnahme gilt seinem Lebensgefährten, seiner Familie und seinen Freunden.»

Dann die Preisverleihung: Als bester Schauspieler wurde Wotan Wilke Möhring ausgezeichnet. Die Jury würdigte den 45-Jährigen für seine Leistung im ARD-Drama Der letzte schöne Tag. Möhring, der bald auch Tatort-Ermittler für den NDR wird, setzte sich gegen die Kollegen Matthias Brandt (Polizeiruf 110: Denn sie wissen nicht, was sie tun, ARD), Bjarne Mädel (Der Tatortreiniger, ARD), Misel Maticevic (Lösegeld, ARD) und Ulrich Noethen (Das unsichtbare Mädchen, ZDF) durch.

Barbara Auer (53) und Ina Weisse (44) wurden zu den besten Schauspielerinnen ernannt. Die Jury würdigte beide für ihre Leistung im ZDF-Drama Das Ende einer Nacht. Das Duo behauptete sich damit gegen die Kolleginnen Silke Bodenbender (Das unsichtbare Mädchen, ZDF) Sibylle Canonica (Tatort: Borowski und die Frau am Fenster, ARD), Anja Kling (Hannah Mangold & Lucy Palm, Sat.1) und Ulrike C. Tscharre (Lösegeld, ARD).

Der beste Mehrteiler war in den Augen der Jury der ARD-Zweiteiler Der Mann mit dem Fagott, die Biografie des Sängers Udo Jürgens. Er habe Angst gehabt vor dem Film, sagte der 78-jährige Jürgens, der auch nach Köln gekommen war. Als er aber Hauptdarsteller David Rott als jungen Jürgens gesehen habe, habe ihn dies «extrem berührt». «Dass wir aber hier stehen und den Preis bekommen, hätte ich nicht im Traum gedacht.»

Die beste Show wurde die ProSieben/Sat.1-Produktion The Voice of Germany. Mit im Rennen waren noch Jörg Pilawas ZDF-Show Rette die Million! und das ProSieben-Spektakel Joko gegen Klaas - Das Duell um die Welt. Den Publikumspreis als bestes Frühstücksfernsehen - die Zuschauer konnten online und telefonisch abstimmen - bekam das ARD-Magazin Moma - Das Erste am Morgen. Eine Aufzeichnung der Gala zeigt das ZDF an diesem Donnerstag (4. Oktober) ab 20.15 Uhr.

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sca/news.de/dpa

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