«BuViSoCo 2012» Stefan Raabs «überflüssigste Show»

Xavas, B-Tight, Cro
Sie wollen den deutschen Musik-Thron erobern

Plattform für die deutsche Musikszene oder aufgeblasene Show? In Berlin steigt zum achten Mal der Bundesvision Song Contest. Bands aus 16 Bundesländern kämpfen um den Sieg, Entertainer Stefan Raab um eine bessere TV-Quote.

«König Lustig» ruft und Musiker aus allen 16 deutschen Bundesländern kommen: Entertainer Stefan Raab lädt heute zum achten Bundesvision Song Contest nach Berlin ein. Der TV total-Moderator versprach, erneut die «Crème de la Crème» für den musikalischen Wettstreit auf die Bühne zu holen.

Bei der deutschen Alternative zum traditionellen Eurovision Song Contest gilt das ungleiche Duo Xavas aus dem Soul-Sänger Xavier Naidoo und Rapper Kool Savas als Favorit. Es tritt für Baden-Württemberg an. Kool Xavas kündigte an, hart um die musikalische Krone zu kämpfen: «Für mich ist Dabeisein nicht alles. Ich will gewinnen, Alter!» Scherzhaft fügte er an, man nenne ihn wegen seines Ehrgeizes auch den Stefan Raab des Raps. Eine andere prominente Größe könnte Xavas aber Konkurrenz machen - König Boris von der Band Fettes Brot tritt ungewöhnlicherweise ohne seine Jungs an und nennt sich bei seinem Beitrag als Vertreter Hamburgs «Der König tanzt». Die Entscheidung haben Freitagabend allein die Fernsehzuschauer, sie können unter anderem per Telefonanruf für ihren Favoriten stimmen.

Stefan Raab
Die Allzweckwaffe von Pro7

Jeder Starter tritt für ein Bundesland an

Alle 16 Bands oder Solokünstler gehen für ihr Bundesland an den Start. Bei König Boris ist der nordische Akzent schwer zu ignorieren - viele andere treten aber auch für ihre Wahlheimat an. Raab als Hüter des Reglements der Veranstaltung sagte: «Es reicht, wenn einer aus der Band mal da war.» Es würden ja eh alle die Provinz verlassen und nach Berlin gehen.

Neben den großen Namen sind überwiegend kaum bekannte junge Künstler beim Bundesvision Song Contest dabei. Liedermacherin Johanna Zeul etwa präsentiert mit rotzfrechem Gesang ihren Song Sandmann. Sängerin Schné ist für Bremen mit Alles aus Liebe dabei. Die vier Frauen von Laing aus Sachsen haben sich mit Morgens immer müde einen Schlager-Klassiker von Trude Herr vorgenommen.

Kollegiale Stimmung unter den Künstlern

Für Bayern tritt Nina Sonnenberg alias Fiva mit einem melodischen Popsong an - als in der Szene prominenter Begleiter ist Bassist Florian von der Gruppe Sportfreunde Stiller dabei. Rap-Newcomer Cro vertritt mit den Hip-Hoppern Die Orsons das Saarland. Auch Berlin geht mit einem Rapper an den Start: B-Tight wird mit dem Song Drinne auf der Bühne stehen.

Unter den Künstlern herrschte am Donnerstag eine gelöste Stimmung und kein verbissener Konkurrenzkampf. So begrüßten die Band-Mitglieder von The Love Bülow, die für Mecklenburg-Vorpommern antreten, Rapper B-Tight mit Handschlag. «Du hast uns echt mal so derbe gedisst», sagte Bandmitglied Michél Kollar zu dem ehemaligen Rüpel und Mitbewohner von Maskenmann Sido. Doch gleich schob Kollar hinterher: «Aber du hast ein richtig cooles neues Video!»

Sorge um die Quote

Die Zuschauerquoten waren zuletzt gleichwohl enttäuschend. Im vergangenen Jahr lockte die mehrstündige Show im Schnitt nur noch 1,67 Millionen Menschen (7,0 Prozent) vor die Bildschirme. Vielleicht ist das Format schlicht überholt. 2005 hatte Raab den Bundesvision Song Contest ins Leben gerufen. Denn beim großen Vorbild, dem Eurovision Song Contest (ESC), schnitten deutsche Künstler immer schlecht ab. Raabs Schützling Max Mutzke landete 2004 in Istanbul auf dem achten Rang.

Seit dem Sieg von Lena Meyer-Landrut beim ESC 2010 fiel dann «die eigentliche Geschäftsgrundlage» für das deutsche Pendant weg, wie Medienkritiker Hans Hoff schon vor einiger Zeit konstatierte. Leider tue sich Raab aber schwer, einmal eingeführte Veranstaltungen wieder fallen zu lassen. «Alles, was halbwegs Quote bringt, geht weiter.»

Eine zunehmende «Vermüllung» des Pro7-Programms mit Raab-Shows sei zu befürchten, «von denen der Bundesvision Song Contest mit Abstand die überflüssigste ist», meinte Hoff. Beim Privatsender sieht man das anders: Freitagabend steige der «größte Musikwettbewerb des Jahres», heißt es im Show-Trailer.

Bundesvision Song Contest aus Berlin: Freitag, 28. September 2012, ab 20.15 Uhr, Pro Sieben.

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rut/boi/news.de/dpa/dapd

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