Bastian Pastewka Die Vorzüge seiner Zweitfrau

Heute startet bei Sat.1 die sechste Staffel der Comedy-Serie Pastewka. Hauptdarsteller und Namensgeber Bastian Pastewka verrät im Interview, welche Vorzüge es hat, sich selbst zu spielen und warum er seine Kinder nachmittags nicht vor die Glotze setzen würde.

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Seit 2005 ist er mit Pastewka bei Sat.1 präsent, jetzt geht die Comedyserie in die sechste Staffel. Bastian Pastewka führt eine Parallelwelt im TV, die fast wie eine Langzeitdokumentation daherkommt. Im Gespräch sagt der 40-Jährige, wie er die Zukunft seiner Serie sieht und was er sonst vom Fernsehen 2012 hält.

Herr Pastewka, Pastewka ist eine One-Man-Show mit Mannschaft. Kann das auf Dauer gut gehen?

Bastian Pastewka: «Wir sind in der sechsten Staffel von Pastewka angekommen, eben weil wir ein gutes Ensemble sind. Ich bin unbeschränkt teamfähig. Für eine Staffel leben die Schauspieler und ich rund zehn Wochen zusammen. Würde ich nicht mitspielen, würde es gar nicht auffallen. Mein Ziel ist, dass die Serie es eines Tages ohne mich schafft...»

Dass die Serie gegenwärtig fast allein durch Sie geprägt ist, ist aber auch Höchstmaß an Risiko.

Pastewka: «Bei jedem Projekt, das ich bisher angegangen habe, habe ich mir gesagt: Abwarten und Tee trinken. Es kann Folge für Folge passieren, dass die Serie abgesetzt wird. Wenn man von Anfang an aber kleine Brötchen backt, ist die Enttäuschung nicht so groß.»

Aber Sie haben in diesem Projekt doch noch so viel vor...

Pastewka: «Pastewka ist zu meiner kreativen Basis und ein Herzensprojekt geworden, wir wollen die Geschichten um Bastians Familie, seine Agentin und die Kölner Fernseh-Mischpoke noch lange weiter erzählen. Das Grundthema der Serie ist Bastians Beziehung zu Anne. Und die letzte Folge unserer neuen Staffel heißt: Der Junggesellenabschied

Comedy und Kabarett: Deutschlands größte Witzbolde

Die Serie Pastewka wird dann noch zur Langzeitdokumentation über einen deutschen Komiker - einzigartig im deutschen TV.

Pastewka: «Scripted Reality im wörtlichen Sinne.»

Können Sie überhaupt noch unterscheiden zwischen Wirklichkeit und Serie?

Pastewka: «Ich kann da wahnsinnig gut unterscheiden. Es ist nicht schwer, sich selbst zu spielen, sobald man einmal erkannt hat, dass man eine Rolle übernommen hat.»

Sie haben selbst eine Lebensgefährtin, sind aber nicht verheiratet. Gibt's zu Hause Eifersucht?

Pastewka: «Nee. Es ist fantastisch mit einer Parallelfrau, beide Frauen sind toll. Wenn es der einen schlecht geht, könnte ich mich bei der anderen ausheulen. Wenn ich durch Berlin gehe, höre ich manchmal: ‹Deine Frau war eben auch schon hier. Dann muss ich fragen: Ja gut, aber welche?›

Sat.1, die Lebensversicherung - wird Pastewka mit Pastewka gar Rentner?

Pastewka: «Ob ich mit Pastewka in Rente gehe, weiß ich nicht. Mein Traum ist es aber, die 100. Folge zu erreichen. Das wäre etwa in fünf, sechs Jahren. Ich glaube, es gibt noch genug Fettnäpfe für den seltsamen Pastewka, die wir bislang noch vermieden haben.»

Sie erwähnten die Scripted Reality - TV-Produktionen nach Drehbuch, die den Eindruck erwecken, echt zu sein. Gucken Sie das?

Pastewka: «Nein. Bei Scripted Reality handelt es sich um den Versuch, billiges TV zu machen, das auch bei mäßiger Quote eine gute Rendite abwirft. Und das merkt man diesen Produktionen an. Die meisten Protagonisten wissen nicht, was ihnen da angetan wird. Daher meide ich dieses Genre. Ich habe manchmal den Eindruck: Es laufen nachmittags nur noch Familienfälle oder Zoo-Dokumentationen. Das kann doch nicht alles sein, was wir unseren Kindern vorsetzen wollen.»

Und der Comedynachwuchs - wo steckt der?

Pastewka: «Es gibt viele gute Standup-Comedians. In den neunziger Jahren wurden die sofort vom Fleck weg fürs große Fernsehen verpflichtet. Heute verschwinden sie in den Spartenkanälen, wenn es gut läuft. Mehr ist zurzeit leider nicht drin.»

Ganz Fernseh-Deutschland stiert auf Wetten, dass..? und das Duell mit dem RTL-Supertalent.

Pastewka: «Zu Recht. Es wäre ja auch schade, wenn dies nicht so wäre. Das ist ja auch ein Großereignis.»

Und was treibt Gottschalk?

Pastewka: «Ich weiß es nicht. Als das Supertalent 2007 begann, war ja alles noch nett und harmlos. Inzwischen ist die Sendung in weiten Teilen zu einer Freakshow verkommen, in der die Leute sich blamieren sollen. So wie unter anderem auch Schauspieler Zachy Noy. Und schon ist es mir beim Gucken unangenehm, und ich schalte nicht ein. Sehr befreiend.»

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rut/boi/news.de/dpa

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