«X Factor 2012» Mit Viagra in die nächste Runde

An musikalischer Vielfalt fehlt es der Vox-Castingshow X Factor nun wirklich nicht: In der aktuellen Ausgabe glänzten unter anderem eine Irish-Folk-Band und eine A-capella-Gruppe. Den schrägsten Auftritt legte allerdings eine Berliner Drag-Queen hin.

«X Factor 2012»: So lief das Finale

So richtig angekommen ist die Vox-Castingshow X Factor bei den Zuschauern auf dem neuen Sendeplatz am Sonntagabend noch nicht. Eher schleppend verliefen die Castings bislang. In der vergangenen Woche konnten Sarah Connor und ihre Jurykollegen Moses Pelham, Sandra Nasic und H.P. Baxxter nur knapp zwei Millionen Zuschauer zum Einschalten bewegen. Für die vierte Ausgabe von X Factor wurde deshalb ein äußerst breiter musikalischer Rahmen zusammengeschnitten - von Irish-Folk zur «queersten Rockband der Welt».

Den Auftakt macht dabei der 36-jährige Sascha Miskovic aus Hagen. Das Interesse der Jury hat der Klavier- und Gesangslehrer mit einer Vorliebe für Rocksongs schon nach wenigen Worten geweckt – aber bei der Songauswahl gibt es skeptische Blicke: Video Games von Lana del Rey. «Wie kann sich jemand, der uns sagt, er steht auf Rock ausgerechnet Lana del Rey aussuchen?», so Sarah Connor. «Das ist ja ganz im Gegenteil extrem lasziv und lässig gesungen.» Doch nach den ersten Tönen ist sich die Jury geschlossen einig. Sascha schafft es ins Bootcamp.

Bei Alexandra Plattner (22) aus Basel in der Schweiz herrscht dagegen Unstimmigkeit. Mit dem Titel Make You Feel My Love von Adele hat sie sich eine schwere Aufgabe gestellt. Die Jury ist geteilter Meinung. Doch dann passiert etwas, das in der gesamten Staffel nicht oft zu sehen sein wird: Guano-Apes-Frontfrau Sandra Nasic zieht ihre einzige Wildcard und schickt Alexandra Plattner auf ihre Verantwortung in die nächste Runde. Dort landen bei X Factor auch die fünf Jungs der Band YeoMen aus Berlin. Sie sind entspannt mit dem Fahrrad zum Berliner Casting geradelt und rocken mit ihrer A-capella-Nummer die Bühne. Beim Publikum macht es sofort Bäm, so der Titel der Eigenkomposition, den sie vortragen, und von der Jury wird das mit drei X-en belohnt.

Castingshows 2011: Wildes Treiben auf allen Kanälen

Für eine Premiere der anderen Art sorgt das ungleiche Duo Chiara & Pao, ebenfalls aus Berlin. Sie haben noch nie gemeinsam auf einer Bühne performt, sondern sind über das Internet auf einander aufmerksam geworden. Student Pao (24) war von Chiaras (17) Stimme fasziniert. Mittlerweile haben die beiden einen eigenen YouTube-Channel und viele Fans. Nach ihrer Performance von Beyoncés Sweet Dreams spricht Jurorin Sandra Nasic das aus, was viele denken: «In Chiara steckt ein großes Talent!» Aber was ist mit Pao? Der darf vorerst auch mit ins Bootcamp - Chiara sei Dank.

Den erfrischendsten Castingshow-Auftritt seit geraumer Zeit bietet das Irish-Folk-Trio Die Mayers aus Wurmannsquick in Bayern. Das Vater-Tochter-Gespann Isabella (27) und Gerhard Mayer (62, Gitarre) sorgen mit ihrem Freund Gerold Gauger (56, Violine) tatsächlich für ganz neue Töne auf der Casting-Bühne. Mit der gefühlvollen Ballade Dante's Prayer von Loreena McKennitt, die Isabella elfengleich singt, gibt es vom Publikum ein klares Ja. Auch Scooter-Frontmann H.P. Baxxter legt sich fest: «Mir hat es wahnsinnig gut gefallen. Ich stehe eh auf diese irischen Sachen, auch wenn man es nicht glaubt. Ich freue mich aber auch darauf, da mal nen Beat darunterzulegen.» Das werden die anderen drei Jurymitglieder hoffentlich zu verhindern wissen.

Affären, Drogen, Busenblitzer: Die peinlichsten Promi-Patzer

So zurückhaltend charmant Die Mayers agierten, so ungewöhnlich und mitreißend rockt die Squeeze Box Band (Quietschkommode) mit ihrer Front-Drag-Queen Gloria Viagra. Mit Creep von Radiohead kämpfen die fünf charismatischen Musiker um den Einzug in die nächste Runde. Auch wenn ihr Motto: «Vorurteile werden an der Garderobe abgegeben» äußerst lobenswert ist, genauso schräg wie ihre Outfits, ist auch der Gesang von Gloria Viagra. Somit reicht es nicht für die nächste Runde. Es wäre aber auch zu schön gewesen: Dank Viagra in die nächste Runde. Vielleicht beim nächsten Mal.

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kls/news.de

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