Jury-Zoff bei «X Factor» Sarah Connor verzockt ihren Joker

«X Factor 2012»
So lief das Finale

Ina BongartzVon news.de-Redakteurin
Nur ein einziges Mal in der gesamten Staffel von X Factor darf jeder Juror einen Kandidaten mithilfe seines Jokers ins Bootcamp schicken, egal was die anderen sagen. Diese wertvolle Chance hat Sarah Connor viel zu früh verspielt - für einen mittelmäßigen Sänger.

Die neue Joker-Regelung bei X Factor ist ab sofort für Sarah Connor nicht mehr von Bedeutung. Sie hat ihre wertvolle, weil einmalige, «Wild Card» - die Eintrittskarte ins Bootcamp für einen Kandidaten ihrer Wahl - in der erst dritten Sendung der Castings viel zu früh eingesetzt. Dieser offensichtlichen Fehlentscheidung ging ein handfester Jury-Streit voraus.

Der Grund heißt Abdul-Hadi Arslan und ist 25 Jahre alt. Er singt ausgerechnet den Song Und wenn ein Lied von Xavier Naidoo. Damit hat er mit X-Factor-Juror Moses Pelham schon mal einen sehr anspruchsvollen Kritiker. Schließlich war der es, der Xavier Naidoo entdeckt und groß gemacht hat.

Abdul-Hadi singt gut. Mit seiner Stimme begeistert er die beiden Damen der Jury. Sarah Connor und Sandra Nasic geben ihm ihr X. Doch zum Weiterkommen braucht er noch mindestens ein weiteres. Das bleibt jedoch aus. Weder H.P. Baxxter noch Moses Pelham können sich durchringen, dem jungen Mann ihr X zu geben. Da helfen auch Sarah Connors Aufforderungen nichts. Moses findet ganz klare Worte: «Man kann mit dem Original einfach nicht konkurrieren.»

Vor allem Sarah Connor ist entrüstet: Wie bitte? Der Typ habe doch eine tolle Stimme. Verwehrt ihm Moses nur das X, weil Abdul-Hadi einen Song von Xavier Naidoo gesungen hat? Pelham argumentiert: «Am Ende muss eine tolle Platte dabei rauskommen. Und das seh’ ich hier eben nicht. Aber du hast ja deinen Joker. Setz ihn doch, wenn du unbedingt willst.»

Obwohl Moses Pelham  mit seiner Einschätzung sicher Recht hat, setzt Sarah Connor tatsächlich nach kurzer Bedenkzeit ihre Wild Card und drückt Abdul-Hadi den x-Joker in die Hand. Damit ist er jetzt im Bootcamp - obwohl er nur zwei X von der Jury bekommen hatte. 

Anna aus Polen haut die Jury um

Diese Entscheidung hätte sich Sarah Connor reiflicher überlegen müssen. Ist Abdul-Hadi Arslan ein guter Sänger? Sicher ist er das. Aber ist er auch überragend? Hat er den Wow-Effekt, wenn er singt? Hat seine Stimmfarbe etwas so Besonderes, dass man sie immer und überall wiedererkennt? Auf all diese Fragen lautet die Antwort: Nein.

Sicherlich hat Sarah Connor ihren Joker auch aus Trotz eingesetzt. Vielleicht auch, weil sie es als ungerecht empfand, dass Moses Pelham so hart mit Abdul-Hadi ins Gericht ging. Menschlich war ihr Joker-Einsatz sicher eine nette Geste. Strategisch gesehen, jedoch eine komplette Fehlentscheidung. Denn X Factor hat viel größere Talente zu bieten.

Wie zum Beispiel die 22-jährige Anna Hodowaniec aus Polen. Bei ihr war sich die X-Factor-Jury ganz und gar einig. Ein vierfaches X gab es für die Studentin, die kein Wort Deutsch, dafür aber sehr gut Englisch spricht, für ihre außergewöhnliche Darbietung von Beyoncés Song Listen. Moses Pelham ist außer sich: «Wie kann man denn nur so toll singen? Ich bin wirklich ergriffen. Das ist was Körperliches.»

Auch Sarah Connor ist diesmal wieder seiner Meinung: «Nur ganz wenige Leute können diesen Song richtig gut singen. Und sie konnte es wirklich richtig gut.»  Ein echtes Ausnahme-Talent, gegen das Abdul-Hadi Arslan nicht mal den Hauch einer Chance haben wird, sollte es zum direkten Konkurrenzkampf kommen.

kls/news.de

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