«Der Traummann» Simone will den «grooond Esel»

«Der Traummann»
Wenn Mr. Right auf der anderen Seite der Welt lebt
Eine Flugreise zu ihrem Traummann ist für Kathi derzeit undenkbar. Die 24-Jährige ist im achten Monat schwanger. . (Foto) Zur Fotostrecke

Von news.de-Redakteurin Ulrike Bertus
Sie verstehen sich nicht, aber lieben sich doch. Bei Der Traummann - Liebe ohne Grenzen zeigen die Paare, dass es nicht vieler Worte bedarf, um schnurstracks zum Altar zu laufen. So geht es Simone und Jounes. Sie redet und redet und redet - und er nickt.

Jana versteht kein Spanisch, Manuel kein Deutsch. Aber immerhin: Die zwei sprechen Englisch in einer annehmbaren und für Außenstehende verständlichen Variante. Damit sind sie eine rühmliche Ausnahme bei Der Traummann - Liebe ohne Grenzen

Ganz anders ist der Fall nämlich bei Simone und Jounes. Während er einfach Französisch - komme was wolle - mit ihr spricht, hat die 31-jährige Mutter von zwei Kindern ihre ganz eigene Sprache gefunden. Etwas Deutsch, etwas Englisch, etwas Französisch - und der Rest ist nur mit «Simonisch» zu bezeichnen.

Simone will nicht nach Marokko

Aber Liebe überwindet, das besagt ja schon der Name der Sendung, alle Grenzen. Und manchmal eben auch Sprachgrenzen. Als Jounes seine Holde mit einer Tour auf einem Esel überraschen möchte, sieht die leicht übergewichtige Simone voller Schrecken auf ihren Gaul: «La petit Esel, warum nicht groooond Esel?» Jounes nickt, aber sie muss auf das Tier. So ganz hat er ihren Einwand wohl nicht verstanden.

Kaum ist das Paar aus dem Dorf heraus, liegt der Kunst-Blondine die nächste Frage auf den Lippen. «Femme. Is it normaaal?», fragt Simone im Angesicht von waschenden Frauen, faulen Männern und übersetzt gleich für ihre anwesende Freundin Corinna: «Ich habe ihn gefragt, ob das hier normal ist.» Die bleibt gelassen und lächelt.

Jounes bleibt nur das Nicken

Aber Simone ist geschockt. Sie will nicht in Marokko leben und versucht, ihrem Bräutigam dies zu erklären. Ihr Argument: «Dis vie?» und eine Armbewegung in Richtung der waschenden Frauen. Dis vie, this vie, dieses Leben. Überraschend ist es nicht, dass das Leben im kleinen marokkanischen Dorf Thigza nichts für die Hartz-IV-Empfängerin ist.

Als sie in der vergangenen Folge für ihre neue Familie kochen wollte, sah sie die einzige Kochgelegenheit, einen Gaskocher, und sagte: «Maison - Buff?» Zum Ausdruck bringen wollte sie damit, dass sie Angst hatte, das Haus in Brand zu stecken. Jounes nickte, natürlich.

Einige Tage später ist die Diskussion um den Wohnsitz des kommenden Ehepaares schon vergessen: Es gibt Ärger mit den Papieren. «None Papier, ich Justizministerium». Jounes nickt wieder, vermutlich hat er schon längst aufgehört, sich zu fragen, was seine Verlobte so sagt. Liebe macht manchmal eben nicht nur blind, sondern ganz offensichtlich auch taub. Wenn es denn Liebe ist...

som/news.de

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