«Die Kennedys» Katie Holmes zwischen Glamour, Drama und Affären

Es ist ihre stärkste TV-Rolle: Arte zeigt ab heute die US-Mini-Serie Die Kennedys mit Katie Holmes in der Rolle als Jackie Kennedy. Sie begeistert darin mit einer äußerst authentischen Darstellung.

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Glamour, Drama, Affären und Charisma - der Kennedy-Clan bot über Jahrzehnte alle Ingredienzien, um den Titel «America's Royal Family» wahrlich zu rechtfertigen. Die Dramaserie Die Kennedys, die Arte ab heute jeweils donnerstags um 20.15 Uhr ausstrahlt, zeichnet deren wechselhafte Geschichte nach - vom Aufstieg zu Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zur Ermordung von John F. Kennedy 1963 in Dallas. Das Familienporträt konzentriert sich dabei vor allem auf die wichtigen Marksteine in der Präsidentschaft JFKs und die prägenden außenpolitischen Ereignisse dieser Zeit wie den Bau der Berliner Mauer und die missglückte Kuba-Invasion in der Schweinebucht.

Für den aufwendig produzierten Achtteiler zeichnen Drehbuchautor Stephen Kronish und der kanadische Regisseur Jon Cassar verantwortlich, die beide maßgeblich für den Erfolg der Echtzeit-Serie 24 gesorgt haben. Hinzu kam ein bemerkenswerter Cast. Greg Kinnear als JFK weist sogar eine gewisse physiognomische Ähnlichkeit auf und verleiht dem gefeierten Politiker auch in seinen dunklen Momenten Glaubwürdigkeit. Etwa, wenn er völlig erschöpft zu Pillen greift, um sich für die nächsten Wahlkampfauftritte wieder fit zu machen.

Katie Holmes, deren Karriere lange Zeit im Schatten ihres Ex-Ehemannes Tom Cruise dümpelte, nutzte die Chance, hier ihre darstellerischen Qualitäten auszuspielen. Die aufwendige, stilechte Garderobe mag zudem Einiges dazu beigetragen haben, dass sie auch ohne auffällige Ähnlichkeiten zum historischen Vorbild eine überraschend authentische Jackie abgibt. Barry Pepper wurde für seine Darstellung des Robert Kennedy zurecht mit einem Emmy Award ausgezeichnet.

Gegenstück zur herkömmlichen Verklärung des Politiker-Clans

Mit diesem Kreativteam sowie der prominenten Besetzung bestanden die besten Voraussetzungen, um auch dieses Dokudrama zu einer herausragenden Produktion werden zu lassen. Doch bereits vor der Erstausstrahlung in den USA sorgte die Miniserie für Turbulenzen und heftige Diskussionen. Der Kabelsender History Channel, der die Serie in Auftrag gegeben hatte, verzichtete nach der Fertigstellung überraschend auf die Ausstrahlung. Ob tatsächlich die Kennedy-Familie Druck auf den Sender ausübte, wie man in der Medienbranche munkelte, wurde verständlicherweise nie ganz geklärt. Aber auch andere Sender winkten ab, zuletzt landete Die Kennedys beim dem kleinen Kabelkanal Reelz und bescherte diesem zwar gute Quoten, aber kaum Werbeeinahmen.

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Die voreilige Skandalisierung der Serie entpuppte sich nach der Ausstrahlung als unbegründet. Die Befürchtung, der als erzkonservativer Hardliner bekannte Produzent Joel Surnow habe ein einseitiges, allzu kritisches Bild der linksliberalen Politikerfamilie zeichnen und das Vermächtnis von Präsident John F. Kennedy in den Schmutz ziehen wollen, wurde nicht bestätigt.

Die Kennedys, mittlerweile mit vier Emmys ausgezeichnet, ist in erster Linie der Fernsehunterhaltung verpflichtet. Dazu gehören die stark emotionalisierende Filmmusik wie dramaturgisch zugespitzte Schlüsselszenen. Dass Drehbuchautor Kronish das sich über die Jahrzehnte wandelnde Machtgeflecht der Kennedys auf herausragende politische Ereignisse fokussiert, ist ein legitimes wie gebräuchliches Mittel der filmischen Adaption. Durchweg sympathische Strahlemänner bleiben die männlichen Kennedys dabei nicht. Ihre Frauen geben bei öffentlichen Anlässen eine repräsentable Figur ab und müssen ansonsten klaglos die außerehelichen Vergnügungen der Kennedy-Alphatiere hinnehmen.

Ted Sorensen, der 2010 82-jährig verstorbene einstige Rechtsberater JFKs, hatte in Teilen die erste Drehbuchfassung prüfen können und attestierte dem Autor Dummheit und den Hang, Fakten nicht nur zu verdrehen, sondern sogar komplett zu erfinden. Am meisten aber erschütterte ihn, dass die politischen Beweggründe der Kennedys allein auf Sex und Macht reduziert würden. Ganz so einfach aber haben es sich die Macher von Die Kennedys nicht gemacht. Doch zweifellos ist dieses Familienporträt der Kennedys weit mehr entzaubernd, denn verklärend.

Die Kennedys, Donnerstag, 26. Juli 2012, 20.15 Uhr, Arte

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rut/news.de/dapd

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