Fußball-EM 2012 «Wie aus dem Flipper-Automaten»

Deutschland vs. Portugal
Neuer und Hummels bärenstark, Poldi schwach

Tobias RüsterVon news.de-Redakteur
Das EM-Fieber hat den sonst so ruhigen ARD-Kommentator Gerd Gottlob fest im Griff: Vor lauter Begeisterung über die deutsche Nationalmannschaft warf er jegliche Reporter-Distanz über den Haufen und schrammte dabei haarscharf an der Phrasendrescherei vorbei.

Endlich ist Fußball-EM. Viele Fans der deutschen Mannschaft konnten das erste Spiel ihrer Elf kaum erwarten. Zu denen zählt wohl ohne Zweifel auch ARD-Fußball-Kommentator Gerd Gottlob. Der war im Auftaktspiel der deutschen Nationalmannschaft trotz des eher müden Kicks gegen Portugal um Superstar Cristiano Ronaldo völlig im Fußball-Rausch.

Keine Frage, das EM-Fieber hat Gerd Gottlob komplett gepackt. Denn der wahrt in seiner Berichterstattung nicht die sonst übliche Distanz eines Fußball-Reporters, sondern bekennt augenscheinlich Farbe für das Spiel «wie aus dem Flipper-Automaten.»

Fußball-EM 2012
Die Jungstars der EM

Er lässt sich immer wieder dazu hinreißen, dem Geschehen auf dem Platz eine äußerst persönliche Note zu verpassen. Da ist völlig klar, bei wem seine Sympathien liegen. Immer wieder spricht er nicht von der deutschen Nationalmannschaft, sondern von «uns». Mehr noch: Nicht die Spieler ackern auf dem rasen, sondern «wir».

Dieses «Wir»-Gefühl zieht sich bei ihm durch das ganze Spiel: «Neuer bewahrt uns die Führung» oder «Wir sind noch nicht in Schwung gekommen», gibt es da zu hören, fast so, als ob Gottlob Teil der Mannschaft wäre und jede Minute auf seine Einwechslung durch Bundestrainer Joachim Löw gewartet hätte.

Fußball-EM 2012
Wer kommt weiter, wer fliegt raus?

Keine Frage, man hört Gottlob an, dass er Fußball-Fan ist und das Spiel aus der Sicht eines Anhängers schildert: «Dieses Glück hatten wir, weil noch ein Fuß dazwischen war und Gomez das Ding da reingeschädelt hat», gibt es als Analyse des Siegtreffers durch Stürmer Mario Gomez.

Fußball-EM 2012
Das Euro-Getöse nervt
Video: news.de

Diese Art der Kommentierung hat durchaus seinen Charme, wie oft wurde gerade deutschen Kommentatoren fehlende Emotionen und Leidenschaft abgesprochen. Daran fehlt es Gottlob nicht im Geringsten: «Das überstehen wir noch», feuert er Schweinsteiger, Khedira und Co. etwa in der Nachspielzeit an.

Gefährlich wird es allerdings, wenn die Distanz völlig verloren geht und stattdessen schlichte Schönrederei in den Vordergrund rückt und jegliche Objektivität verdrängt. Denn wenn man das sicher nicht berauschende Spiel der Nationalmannschaft mit: «Eine Leistung, für die wir früher gelobt worden wären, weil nicht schön aber effektiv», «am Ende hatten wir auch einen überragenden Torwart» und «Worum ging es heute? Es ging ums Gewinnen!» zusammenfasst, ist das schon hart an der Grenze zur Phrasendrescherei.

Das reicht unter Fans sicherlich für den Small-Talk auf den Fan-Meilen oder eine illustere Stammtischrunde. Für einen Sportkommentator der ARD ist es hingegen reichlich unpassend. Fazit: Nicht nur die DFB-Elf muss sich steigern, auch Gerd Gottlobs Leistung ist ausbaufähig.

news.de

Leserkommentare (2) Jetzt Artikel kommentieren
  • Michael Kirchner
  • Kommentar 2
  • 20.06.2012 09:20

Hallo, ich glaube Herr Beckmann, Sie sehen hier einiges falsch. England kann von Glück reden, wenn Sie weitergekommen sind. Bitte schön. hochjubeln hilft hier nicht. Blochin hat 100%ig recht. Die Besseren waren die Ukrainer !! Sie hatten nur einen Nachtgeil...sie wurden beschissen, auf Deutsch gesprochen. Ukraine hätte es verdient, vielleicht mehr als Deutschland (NUR GLÜCK!!!!!) ins Viertelfinale zu kommen. MfG M. Kirchner

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  • Spitzer
  • Kommentar 1
  • 15.06.2012 22:12

mal ganz ehrlich - endlich mal jemand der neuen wind in die Fußballwelt bringt - hat sich mal jemand angehört wieviel unsinn die anderen so von sich geben - die kommentieren sogar Zeitlupen beim dritten anschauen noch falsch - also lasst Gottlob machen wie er es macht denn er macht es total genial und am besten ihr gebt ihm die sendezeit von Stephen Simon der ist nämlich der unfähigste von allen.

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