«Gottschalk Live» Diese Schmach hätte nicht sein müssen

Gottschalk Live
Laaaaaaaangweilig!

Von news.de-Redakteurin
Thomas Gottschalk war einst der größte Entertainer Deutschlands, nun zieht er sich wie ein geprügelter Hund aus dem TV zurück. Gottschalk Live ist abgesetzt. Eine gigantische Kette aus Fehlern und Selbstüberschätzung machten die Show zum Mega-Flop. Doch Gottschalk wollte es nicht anders.

Was vor gut vier Monaten als Vorzeigeprojekt der ARD gestartet war, wird heute Abend endgültig beerdigt. Thomas Gottschalk, einst  Quotenkönig Deutschlands, hat mit seiner Vorabendshow Gottschalk Live einen gigantischen Fernsehflop hingelegt. Gescheitert ist maßlos untertrieben. Gottschalk ist geradezu abgesoffen.

Die ARD gönnt ihrem einstigen Hoffnungsträger nun nicht einmal ein würdiges Ende. Die letzte Show von Gottschalk Live war für Donnerstag, 7. Juni 2012, geplant und wurde nun für einen Vorbericht zur Fußball-EM gestrichen. Die heutige Ausgabe wird definitiv die letzte sein. Gottschalk dürfte erleichtert sein, wenn er sie hinter sich hat.

Dabei ist diese Bruchlandung mit Personenschaden keinesfalls überraschend: Ein so offensichtlich unausgegorenes Konzept und ein sich schier grenzenlos selbst überschätzender Moderator führten zwangsläufig in ein Quotendesaster.

Thomas Gottschalk
Sprüche von und über ihn

Gottschalk wollte nach 24 Jahren Wetten, dass..? mit aller Macht nicht nur etwas Neues ausprobieren, sondern auch aller Welt beweisen: «Seht her, ich bin auch auf einem schwierigen Sendeplatz der König aller Könige.» Etwas mehr Zurückhaltung hätte ihm gut gestanden.

Dann seine geradezu absurde Aufgabe: Thomas Gottschalk als Internetversteher und Erklärbär für die ältere Generation. Dabei war es mehr als auffällig, wie suspekt dem 62-Jährigen das World Wide Web ist. Hinzu kam, dass sich Gottschalk schlecht bis gar nicht auf seine Talkshow-Gäste vorbereitet hat. So verlegte er beispielsweise Bully Herbigs Der Schuh des Manitu(2001) ins Jahr 1982, und nannte Anke Engelke einfach mal Annette.

Doch Thommy war nicht allein Schuld am Niedergang. Die ARD stellte sich geradezu dilettantisch an, als habe sie noch nie zuvor eine Show mit Gottschalk gesehen, verstehe nicht, welchen Rahmen Gottschalk braucht, um gut zu sein. Festgelegte Werbeblöcke, der multimediale Overkill mit Facebook, und viel zu wenig Sendezeit brachen der Show zwangsläufig das Genick. Obwohl die erste Ausgabe ganz erfolgreich lief.

Sendung eins, am 23. Januar 2012, sahen immerhin mehr als vier Millionen Zuschauer. Gottschalk kniete sogar am Ende nieder und bettelte um die Einschaltquote. Der Anfang vom Ende war gemacht. Im Februar unterschritt Gottschalk Live dann erstmals die Millionengrenze - die Show im freien Fall. Ein Neustart mit umgestyltem Studio samt Live-Publikum sollte retten, was nicht mehr zu retten war. Mitte April dann die Nachricht vom Todesstoß: Gottschalk Live wird die Sommerpause nicht überleben.

Hätte Gottschalk Live funktionieren können?  Aber sicher. Mit einem besseren Konzept, auf einem anderen Sendeplatz, mit einem anderen Moderator. Also nein. Gottschalk kann augenscheinlich keine anspruchsvolle Fernsehunterhaltung. Gottschalk Live zeigte der ganzen Fernsehwelt überdeutlich: Thommy funktioniert nur bei großen Abendshows mit Welt-Promis auf dem Sofa. Und zwar nicht wegen seiner Person, sondern trotzdem.

news.de

Leserkommentare (7) Jetzt Artikel kommentieren
  • holenmensch
  • Kommentar 7
  • 07.06.2012 16:12
Antwort auf Kommentar 3

es wurde Zeit,das dieser Blender und TV Geldverschwender abtritt. Mit seiner letzten Sendung hat er bewiesen,das er nur schwätzen kann.Wenn niemand ist,der ihm seine Sendung bis zum Lrtzten vorbereitet,versagt seine Fähigkeit,zu moderieren. Er soll sich endlich auf sein Altenteil absetzen.Er hat in Deutschland genug Geld gemacht das er in die USA abgeschoben hat.Auf seinen Schleim fallen nur noch hinterwäldler herein.Adios Herr Gottschalk.

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  • ratzak
  • Kommentar 6
  • 07.06.2012 13:49

Gottschalk ist vor allem daran gescheitert, ohne großes Publikum in einer Labersendung und noch dazu zu einer unmöglichen Zeit und durch Werbeunterbrechungen gehandicapt aufzutreten. Vor allem Letzteres hat ihm das Genick gebrochn. Mir geht es jedenfalls so - sobald Werbung kommt, bin ich bei einem anderen Sender. Auch auf die Gefahr hin, den Anfang der Sendefortsetzung zu verpassen. Brauche diesen Werbemüll nicht.

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  • Daniel M.
  • Kommentar 5
  • 07.06.2012 13:15

Ich fand das Gottschalk trotzdem ich erst 30 Jahre alt bin. Zu einem guten Samstag Abend einfach dazu gehört hat. Und auch nicht jedes mal ein Blatt vor dem Mund genommen hat. Er hat meiner Meinung nach oft auch mal einen coolen Spruch auf den Lippen gehabt. Und war nie so unzufrieden mit seinem Leben wie die Leute in den groß Städten oder Bahnen die fast alle ein Gesicht ziehen, als wenn Sie gleich geschlachtet werden.

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