Markenchecks der ARD Gut gemeint, aber wirkungslos

Von Coca-Cola bis Adidas
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Von news.de-Redakteurin
Der ARD-Markencheck blickt seit sieben Folgen hinter die Kulissen bekannter Namen, führt uns vor Augen, wie leicht wir uns täuschen lassen, und verpasst dem Markenimage Kratzer. Ob sich die Konzerne davon beeinflussen lassen, bleibt fraglich. Wir Kunden jedenfalls kaufen weiter bei ihnen.

Als die ARD mit ihrem Markencheck startete, sahen über sechs Millionen, wie Discounter Lidl für Billigangebote Arbeiter in Fernost ausbeutet. Das Prinzip, bekannte Namen und Marken in verschiedenen Kategorien auf die Probe zu stellen und zu bewerten, funktionierte auch mit Mc Donalds, H&M und Media Markt. Schnell wurden drei weitere Ausgaben produziert.

Der vorerst letzte Check der Sportartikelmarke Adidas schloss dabei weit unter den Erwartungen ab. Die Quote fiel erstmals unter die Drei-Millionen-Marke. Das mag zum einen am immer gleichen Format der Sendung liegen, zum anderen daran, dass die Inhalte mit jedem Mal autauschbarer wurden. So lief der Markencheck an vielen Beispielen auf das Gleiche hinaus: Die Markenwirkung ist mal verblüffend, mal phänomenal, die Qualität in der Regel gut, aber nicht unschlagbar.

Kritik kam meist erst in der Kategorie Fairness auf. Und die lief auf Altbekanntes hinaus: Die Wühltischware von Lidl wird von unterbezahlten Näherinnen in Bangladesch hergestellt - genauso wie die Babystrampler beim Drogeriemarkt dm. Und Adidas verkauft teuer, lässt aber billig in China und El Salvador produzieren.

Weil das auch bei vielen Konkurrenten gang und gäbe ist, schockt das den Verbraucher nur noch wenig. Das ist weder eine Entschuldigung dafür, dass in Billiglohnländern produziert wird, noch dafür, dass viele Kunden die entsprechenden Produkte trotzdem kaufen. Daran wird aber auch der ARD-Markencheck nichts ändern, der Probleme vorführt, ihrer Lösung aber nicht weiter nachgeht.

Wir werden trotzdem bei dm, Adidas und Co. shoppen. Die Reportagen haben uns schließlich gezeigt, wie einfach wir uns von Marken blenden lassen und wie gut deren Marketing funktioniert. Ein bisschen Werbung gab es von der ARD dank der vielen positiven Testurteile gratis dazu.

Discounter
Die größten Skandale bei Lidl
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ham/news.de

Leserkommentare (3) Jetzt Artikel kommentieren
  • hartmutholz
  • Kommentar 3
  • 22.05.2012 16:29

So lang unsere perversen Niedrigstlöhne, in Deutschland,nicht beseitigt werden wird sich auch nicht ändern. Denn wer mit Billigstlohn ausgebeutet wird oder nur eine niedrige Rente bezieht, der ist auf Billigangebote angewiesen. Arbeit muss auch in Deutschland etwas kosten und darf nicht verramscht werden.

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  • Katrin
  • Kommentar 2
  • 22.05.2012 14:03

Der Titel des Artikels passt perfekt. Die Markenchecks sind gut gemeint, ändern aber leider an den Problemen in den Herstellungsländern nichts und nachdem sieben mal herauskam, dass die Firmen im Punkt Fairness schlecht abgeschnitten haben, ist das dann irgendwann auch keine Überraschung mehr. Jeder wird doch vor allem von der Werbung beeinflusst und die zeigt nunmal immer nur die positiven Seiten eines Produkts, die einem Lebensfreude vermitteln und desswegen werden sie ja auch so häufig gekauft!!! Daran wird auch der Markencheck nichts ändern!! Aber trotzdem ein wirklich guter Artikel!! ;)

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  • Hans Christian Berchtold
  • Kommentar 1
  • 22.05.2012 13:54

Ja, das ist sonne Zwieckmühle, das mit der Billigproduktion in den Schwellenländern. Gut, dass man darüber berichtet. Aber wer sieht die Sendung? Wenn die Einschaltquote 2 Mio. ist, ist das keine Gefahr für solche Produkte. Dazu gibt es viel mehr Menschen, die einen teuren Markenpreis nicht wollen/können. Nur, wenn Politik und Wirtschaft hier an einen Strang ziehen würden, könnte eine geringe Besserung erreicht werden. Aber da sehe ich keine Möglichkeit, keine Vereinigung, oder solch eine Praktik, die das verhindern kann. Es sei denn, der Verbraucher reagiert in Gänze. Da sehe ich Chance.

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