ARD-Show Thomas Gottschalk hat ausgetalkt

ARD stellt Gottschalk Live im Juni ein (Foto)
Es war ein Wagnis, das gescheitert ist: Thomas Gottschalk wollte im ARD-Vorabendprogramm keiner sehen. Bild: Michael Gottschalk/dapd

Es war absehbar, jetzt ist es offiziell: Gottschalk Live wird im Ersten am 7. Juni letztmalig über den Äther gehen. Dann ist Schluss mit Thomas Gottschalks Talkversuch am Vorabend. Grund sind miese Quoten.

«Ich finde es schade, dass Gottschalk Live beim Publikum nicht den Zuspruch gefunden hat, den wir diesem Format alle gewünscht haben. Es war ein Experiment, auf das sich Thomas Gottschalk mit seiner ganzen Persönlichkeit eingelassen hat», dankte die ARD-Vorsitzende dem Showmaster für seinen Mut. Gemeinsam werde man nun in aller Ruhe gemeinsam über eine Zusammenarbeit in anderer Form nachdenken.

Die Intendanten der ARD hatten zuvor beschlossen, die Sendung mit Beginn der Sommerpause einzustellen. Grund sei die geringe Publikumsresonanz. Thomas Gottschalk wird damit am 7. Juni 2012 zum letzten Mal im Vorabendprogramm des Ersten zu sehen sein. Er hatte zuletzt kaum mehr als eine Million Zuschauer. Der Marktanteil von rund fünf Prozent lag ungefähr halb so hoch wie erhofft.

Gottschalk Live
Laaaaaaaangweilig!

Der Moderator reagierte mit Verständis auf die Absetzung: «Ich nehme diese Entscheidung der Intendanten mit Bedauern zur Kenntnis, habe aber volles Verständnis dafür. Es war uns von Anfang an klar, dass wir mit diesem Format ein Experiment gewagt haben und ich war mir des Risikos zu jeder Zeit bewusst.»

Ihm sei es nicht gelungen, an diesem Programmplatz genügend Zuschauer zu begeistern. Spaß habe Gottschalk dennoch gehabt. «Ich danke der ARD, dass sie mir die Chance dazu gegeben hat.» Der frühere Wetten, dass..?-Moderator war erst Anfang des Jahres vom ZDF zum Ersten gewechselt und wurde dort als Hoffnungsträger und Quotenbringer gehandelt.

Alle Wiederbelebungsversuche gescheitert

Zuletzt hatte es mehrere Versuche gegeben, die Show noch zu retten. So wurde der erfahrene Magazinmacher Markus Peichl als Redaktionsleiter verpflichtet, das Studio wurde umgebaut und Publikum zugelassen, außerdem wird die Show seit kurzem nicht mehr live gesendet, sondern kurz vor der Ausstrahlung aufgezeichnet. Es half aber alles nichts, die Quoten blieben im Keller.

Für die ARD bedeutet das Aus für Gottschalk auch ein Versagen bei der im Herbst 2011 gestarteten groß angelegten Renovierung des Vorabendprogramms zwischen 18 und 20 Uhr. Die neuen Regionalkrimis unter der Dachmarke Heiter bis tödlich laufen nur mäßig, ebenso wie Kai Pflaumes Freitags-Quizshow Drei bei Kai. Und die Soap Verbotene Liebe hatte auch schon mal bessere Einschaltquoten.

Nun wird - während der Fußball-Europameisterschaft, die am 8. Juni beginnt, und den Olympischen Spielen - der Kabarettist Dieter Nuhr den Sendeplatz von Gottschalk um 19.20 Uhr übernehmen. Immer dann, wenn in der ARD kein Sport läuft, heißt es dann Null gewinnt.

zij/news.de/dpa

Leserkommentare (2) Jetzt Artikel kommentieren
  • newsundmore
  • Kommentar 2
  • 19.04.2012 16:52

Gottschalk sollte in Rente gehen. 30 Jahre sind genug.Ohnehin will der Rundfunkrat des WDR die Talkshows in der ARD drastisch reduzieren. Jauch,Plasberg,Beckmann,Maischberger und Anne Will sind zuviel.Schon bei der Einführung der Sendungen gab es Kritik, die sich nun bestätigt. Die Programm-Macher müssen nun überlegen, wie sie künftig verfahren werden.Schon als Jauch im Sept. 2011 Sonntagabend auf Sendung ging, sind fünf Folgen Talk pro Woche einfach zuviel und löste heftige Kritik aus. Dabei muß man nicht unbedingt Sendungen streichen, eine Reduzierung auf 14 tägig wäre eine Möglichkeit.

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  • fan
  • Kommentar 1
  • 19.04.2012 13:45

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