Dieter Pfaff Schwergewicht mit großem Herzen

Der Dicke mit Dieter Pfaff startet mit neuen Folgen im Ersten. (Foto)
Die 14-jährige Mika ist verschwunden. Rechtsanwalt Gregor Ehrenberg (Dieter Pfaff, 2.v.l.) sucht mit den Eltern Sigrid (Christina Große, l.) und Phillip Ücker (Bjarne Mädel, r.) und Bodo (Fabian Meier, 2.v.r.) nach dem Mädchen. Bild: ARD/Georges Pauly

25 Kilo leichter, aber immer noch schwer im Umgang: Im Ersten starten neue Folgen von Der Dicke mit Dieter Pfaff. Im Vorfeld erklärt der Schauspieler, warum er eine Vorliebe für Menschen hat, «die was auf die Schnauze kriegen».

Der Dicke ist wieder da: Mit Beginn der vierten Staffel der Serie setzt sich Rechtsanwalt Gregor Ehrenberg (Dieter Pfaff) aufs Neue «vollumfänglich» für seine Mitmenschen ein. Zwar habe er inzwischen 25 Kilogramm abgenommen, sagt Hauptdarsteller Pfaff. «Aber bis ich dahin komme, dass die Serie Der Dünne heißen muss oder Der ehemals Dicke, ich glaube, das dauert noch ein bisschen.»

In seinem Wesen bleibt sich Der Dicke treu. Mit viel Herz und einem bisschen List kümmert sich Anwalt Ehrenberg um die Menschen, denen Paragrafen allein nicht helfen können. Unbeirrbar folgt er seinem moralischen Kompass, notfalls auch auf juristischen Schleichwegen. Ob es letztendlich zum Prozess oder gar zum Honorar kommt, interessiert Ehrenberg kaum - zum Ärger seiner Geschäftspartnerin Isabel von Brede, die sich bemüht, das Büro in eine effiziente Kanzlei umzuformen.

Schweiger, Ferres und Co.
Nackte Tatsachen im deutschen Film

Realitätsfern, dieser Ehrenberg? Dieter Pfaff kümmert das wenig. «Ich glaube, dass wir durchaus auch eine Utopie oder etwas märchenhaftes erzählen», sagt er. «Mich hat nie interessiert, zu erzählen, wie beschissen die Welt ist. Mich hat immer der Gegenentwurf dazu interessiert. Zu erzählen von Menschen, die was auf die Schnauze kriegen und sich dann aufmachen, um begehbare Wege zu finden. Das erzähle ich gerne, und das erzähle ich auch mit dem Dicken.»

Seelenverwandtschaft ist kein Zufall

Mit einer Gesellschaft, in der die Menschen vor allem funktionieren sollen, will Pfaff genauso wenig zu tun haben wie Ehrenberg. Die Seelenverwandtschaft zwischen Pfaff und Ehrenberg sei deshalb auch kein Zufall, sondern Absicht, sagt der Schauspieler. «Ich glaube, es gibt in jedem Menschen einen Kern. Und dieser Kern macht dich aus. Er muss in deinen Arbeiten vorkommen, dann hast du die Chance, andere Menschen zu berühren. Weil es mir dir zu tun hat.»

Von Neubauer bis Biedermann
Deutschlands nervigste Schauspieler

Gerade bei Serien sei die gemeinsame Schnittmenge von Schauspielern und Figur überlebenswichtig, sagt Sabine Postel, die Isabel von Brede verkörpert. «In eine Serienfigur muss man etwas von sich einbringen». Mit der Tatort-Kommissarin Inga Lührsen, Postels prominenteste Figur, sei sie schon regelrecht zusammengewachsen. Aber auch in der arroganten, verklemmten und besserwisserischen Anwältin von Brede stecke ein Postel-Anteil von etwa 50 Prozent. Dabei sei ihr die Anwältin auf den ersten Blick gar nicht sonderlich sympathisch. «Nee, das ist mir widerwärtig, wenn einer so oberlehrerhaft daher kommt oder so besserwisserisch, das mag ich gar nicht. Mit solchen Leuten kann ich auch ganz schlecht umgehen, da werde sogar ich manchmal ein bisschen zickig», sagt sie.

Der Charme des bösen Buben

Doch von Brede hat auch ihre zarte, verletzliche Seite. Auf die hat es in der Serie der Kiezmatador Gerd Matuschek (Uwe Bohm) abgesehen. Überzeugt von seinem eigenen Charme umgarnt er die sonst so resolute Juristin, die tatsächlich dem bösen Buben aus dem Rotlichtmilieu zu verfallen scheint.

«Das war auch gar nicht so gemeint», sagt Postel, selbst überrascht von ihrer Serienfigur. «Aber im Spiel hat sich entwickelt, dass sich plötzlich so eine flirrende Flirterei ergab. Am Ende scheint ihr Isabels Schwäche jedoch gar nicht so abwegig: Matuschek sei eben ein echter Kerl, einer mit Muckis - ganz anders als der Dicke.

Den wiederum trifft die Hingabe seiner Geschäftspartnerin an den Verehrer schmerzhafter, als er sich selbst eingestehen will. Der Dicke stürzt sich in die Arbeit. Doch nach und nach drücken ihm die Probleme, die er verdrängt, auf die Seele - die Sorge um seinen Vater, der plötzlich so zerstreut ist. Die Sehnsucht nach einer eigenen Familie, die aufkeimt, als seine Assistentin ein Baby bekommt. Und was ist, wenn am Ende noch etwas Ernstes wird aus der Geschichte zwischen Isa und diesem Matuschek?

Der Dicke, Dienstag, 17. April 2012, 20.15 Uhr, Das Erste

rut/news.de/dapd

Leserkommentare (0) Jetzt Artikel kommentieren
Kommentar schreiben  Netiquettelink | AGB
noch 600 Zeichen übrig