«The Winner is» Deutschlands geldgeilste Kandidaten

Plattenvertrag? Völlig egal! Ruhm? Hält sowieso nicht. Dieter Bohlen? Wer? Die Kandidaten der Sat.1-Show The Winner is ... haben nur ein Ziel: Sie wollen in einer Castingshow, die keine sein will, reichlich Geld machen. Am besten eine Million Euro.

Bei The Winner is ... zählt für die Kandidaten nur eines: Einen guten Auftritt hinlegen und eine Mil (Foto)
Bei The Winner is ... zählt für die Kandidaten nur eines: Einen guten Auftritt hinlegen und eine Million Euro abräumen. Bild: Sat.1

Die guten Nachrichten zuerst: Linda de Mol hat bei The Winner is ... niemanden unter die Haube gebracht. Auch der charmant-fröhliche Standesbeamte aus de Mols ehemaligem 1990er Jahre RTL-Quotenrenner Traumhochzeit war nirgends auszumachen. Doch mehr noch: Der Sieger von The Winner is ... bleibt dem Publikum künftig gleich ganz erspart.

Kein Plattenvertrag wartet auf den Strahlemann, keine gequälten Vier-Akkord-Schmuseschnulzen, deren Erträge im besten Fall für den Rest des Lebens und eine schicke Eigentumswohnung in einer der angesagten Medienhauptstädte der Republik reichen.

Kein zukünftiger Auftritt beim Promi-Dinner oder Dschungelcamp. Der Gewinner räumt schlicht und ergreifend eine Million Euro als Jackpot ab. Wahrscheinlich ohne Starschnitt in der Bravo, dafür aber wohl auch ohne zukünftigen Knebelvertrag des Senders.

«The Winner is»: Die Sat.1-Goldkehlchhen

Weitere Pluspunkte: Weder Dieter Bohlen noch Bruce Darnell oder Detlef D! Soost sitzen in der Jury der Talent-Gameshow. Die Stühle der Jury drehen sich nach einem Auftritt nicht wild Richtung Bühne und im Vergleich zu ihrer Moderatorin-Kollegin Sylvie van der Vaart klingt Linda de Mols holländisch gefärbte Aussprache des Deutschen geradezu akzentfrei.

Eine Castingshow, die keine sein will

«Vielen Dank, sie kennen mich noch», stellt de Mol zu Beginn gleich fest, nur um danach fortzufahren: «Das ist keine Castingshow.» Nun ja, zumindest keine nach klassischer «Wir suchen einen Superstar»-Art. Und dennoch wird ja ein Sieger gesucht. Ob man das nun Casting nennen will oder nicht, bleibt jedem selbst überlassen. Talent-Game-Show klingt zweifelsohne nicht so abgenutzt wie die böse Castingshow.

Die Kandidaten haben eines anscheinend tatsächlich verinnerlicht: Sie wollen Geld mitnehmen. Zumindest lautet so die häufigste Antwort auf die Frage nach dem Motiv für die Teilnahme. Erschreckend ehrlich. Kein Ruhm, kein Erfolg – das Streben nach dem schnöden Mammon war wohl noch nie so sympathisch.

Das hat einen unschlagbaren Vorteil für den Zuschauer: Man kommt gar nicht erst in die Verlockung, sich die Namen der Kandidaten merken zu wollen. Gleichwohl sie natürlich über welche verfügen. Doch die wären nach dem Finale ja eh nur Schall und Rauch gewesen. Oder wer erinnert sich noch an den Sieger der zweiten DSDS-Staffel? Eben! Es war eine Siegerin ...

Vertrauen oder verlockende Scheinchen

Gleich in acht Kategorien treten die Sat.1-Goldkehlchen gegeneinander an: Kinder, Teenager, Gruppen, Familie, männliche und weibliche Erwachsene bis 39 Jahre, Künstler über 40 Jahre und Professionelle, die es auf mindestens einen Top-Ten-Hit gebracht haben. Das Prozedere ist recht einfach: Jeweils zwei Kontrahenten, Duos oder Gruppen treten in einer Runde gegeneinander an.

Danach kommt das Besondere: Die Kandidaten können nach ihrem Auftritt entweder die 101-köpfige Publikums-Jury, inklusive Produzent Mousse T., über ein mögliches Weiterkommen abstimmen lassen oder, und das macht den Reiz aus, ein Schmerzensgeld in Höhe von 5000 Euro annehmen und sich damit selbst eliminieren. Das natürlich nur, wenn sie, oder die Eltern bei Minderjährigen, von ihrer Leistung nicht zu 100 Prozent überzeugt sind. Oder der Anreiz der Scheinchen einfach zu verlockend erscheint.

Wer den Hunderten im Glaskästchen abgeschworen und es in die nächste Runde geschafft hat, verrät unsere Fototrecke. Die nächste Runde von The Winner is ... läuft bereits an diesem Freitag, 13. April 2012, um 20.15 Uhr.

Wer die Auftaktepisode verpasst hat, kann sie an dieser Stelle ansehen.

mik/news.de

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Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • Mucker
  • Kommentar 1
  • 26.05.2012 09:55

Schlecht recherchiert. Es gibt sehr wohl einen Plattenvertrag und ob der/die Gewinner/in uns erpart bleibt ist wohl reine Spekulation. Und wo drehen sich bei The Voice of Germany die Sessel "wild" um? Einzig das die Jury weniger musikalische Kompetenz hat als hundert Meter Feldweg ist Fakt. Oder warum stehen dann so Figuren im Finale wie die "tonale schiefe-Turm-von-Pisa-Truppe" die Hains und die singende Kreissäge Aggro- Onita "ich brüll euch alle weg" Boone? Wenn das der neue musikalische Maßstab ist, hab ich über 25 Jahre als Musiker wohl alles falsch gemacht und sollte besser aufhören.

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