Doppel-Tatort Gerne mehr davon

News.de-Redakteurin Ina Bongartz (Foto)
News.de-Redakteurin Ina Bongartz findet, dass sich deutsche Krimimacher mehr trauen sollten. Bild: news.de

Von news.de-Redakteurin
Experiment gelungen: Die Leipziger Tatort-Kommissare Saalfeld und Keppler machen gemeinsame Sache mit den Kollegen Ballauf und Schenk aus Köln. Der Doppel-Tatort zu Ostern im Ersten überrascht mit Spannung nach dem Vorbild von US-Krimis. Das Konzept ist gut und sollte ausgebaut werden.

Natürlich, der Sonntagabend im Ersten funktioniert bereits hervorragend, genauso wie er ist: Jedes Tatort-Team bleibt immer schön in seinem Revier. Die Berliner ermitteln in Berlin, die Müsteraner jagen Mörder in Münster und in Wien klären die Wiener Kommissare die ganz fiesen Fälle. Da pfuscht kein zweites Team zwischen rum. Doch nun hat das Experiment Doppel-Tatort, das zu Ostern im Ersten zu sehen ist, ein völlig neues Licht auf die sonntäglichen Krimis geworfen.

In Kinderland und Ihr Kinderlein kommet ermitteln die Leipziger Tatort-Kommissare Eva Saalfeld (Simone Thomalla) und Andreas Keppler (Martin Wuttke) gemeinsam mit ihren Kölner Kollegen Freddy Schenk (Dietmar Bär) und Max Ballauf (Klaus. J. Behrend), um einen Serienkiller zu fassen. Das funktioniert sehr gut, weil sich die Macher endlich einmal etwas getraut haben, abgewichen sind vom üblichen Schema.

Tatort Crossover
Mörderjagd in Leipzig und Köln

Auch wenn die beiden Tatorte im Grunde eigenständig sind und nur durch die Geschichte eines Mädchens verbunden werden, ist das Ergebnis überaus sehenswert. Das Vierergespann Thomalla, Wuttke, Bär und Behrend passt - von kleinen, eher mäßig witzigen Ost-West-Rangeleien einmal abgesehen.

Was das Doppel-Doppel vor allem stark macht, ist der clevere Spannungsbogen mit einem sehr gelungenen Cliffhanger am Ende von Film eins. Teil zwei in Köln ist spannend durch und durch. Nach dem Vorbild US-amerikanischer Krimiserien geht es um den Wettlauf gegen die Zeit. Auch die Machart erinnert stark an ausländische Vorbilder. Rückblenden, schnelle Schnitte und ein brutales Thema bringen gute Fernsehunterhaltung.

Die Tatort-Macher sollten viel öfter mutig Reviergrenzen überschreiten und ihre Kommissare raus aus dem zum Teil leicht angestaubten Teams holen. Dann bliebe auch Zeit, Geschichten genauer auszuerzählen, Fälle schlüssiger und spannender aufzubauen. Die Zuschauer wollen sicher gerne mehr davon.

mik/news.de

Leserkommentare (5) Jetzt Artikel kommentieren
  • jochen d. lauer
  • Kommentar 5
  • 10.04.2012 13:28

hervorragend, mehr davon!! und stopft Till Schweiger das maul, die absolute kult- titelmusik aendern zu wollen! ich bin ab dato nicht mehr bereit, "tatort", insbesondere mit dem ernannten "weltstar" von anfangs der 'lindenstrasse' - till schweiger, als uralter "tatort"- fan, mir den dann anzuschauen! als "weltstar" soll er doch bitte "back to hollywood"! - und bitte unsere kultserie weiter so zu geniesssen!

Kommentar melden
  • Horst J. Linkner
  • Kommentar 4
  • 10.04.2012 13:26

JA, da kann ich nur zustimmen, da möchte ich mehr davon sehen!

Kommentar melden
  • Niederrheinperle
  • Kommentar 3
  • 10.04.2012 13:04

So neu war das ja nun nicht. Die Kölner haben schon mal mit Kain und Ehrlicher ermittelt und der Gegenbesuch erfolgte auch. Es war da eben nur kein zusammenhängender Fall an zwei aufeinanderfolgenden Abend. Aber das Rad wurde am vergangenen Wochenende nun nicht neu erfunden. Übrigens war auch schon bei der damaligen Kooperation das Missverständnis um den "Halve Hahn" dabei. Man könnte meinen, mehr Eigentümlichkeiten hat die kölsche Mundart nicht zu bieten...

Kommentar melden
Kommentar schreiben  Netiquettelink | AGB
noch 600 Zeichen übrig