«Let's Dance 2012» «Ich habe ganz konkrete Bilder im Kopf»

Joana Zimmer bei Let's Dance (Foto)
Gemeinsam mit ihrem Tanzpartner Christian Polanc gibt Joana Zimmer bei Let's Dance ihr Bestes. Seit langem war es ihr Wunsch, bei der Tanzshow mitzumachen. Bild: RTL

Ina BongartzVon news.de-Redakteurin
Wenn sie tanzt, bricht Maite Kelly vor Rührung in Tränen aus: Die blinde Sängerin Joana Zimmer gibt bei der RTL-Tanzshow Let's Dance alles. Mit news.de sprach die 29-Jährige über das harte Training, erklärte, warum sie nie ohne Augenbinde oder Brille tanzt, und wie sie sich ihren Tanzpartner vorstellt.

Frau Zimmer, wie kam es dazu, dass Sie bei Let's Dance mitmachen?

Joana Zimmer: Ich hatte mir schon lange vorgenommen, da mal mitzumachen, weil es auch ein sehr intensives Tanztraining bedeutet. Das ist etwas, was ich schon immer mal machen wollte. Darum habe ich RTL gefragt, ob ich mitmachen darf.

Wie läuft denn das Training?

Zimmer: Super. Wir haben jede Woche vier Tage je sechs Stunden - das ist sehr viel. Es ist ja nicht nur die körperliche Sache, sondern auch der Kopf, der dann irgendwann müde wird, wenn man sich die ganzen vielen neuen Abläufe merken muss.

Sie haben das Glück, mit dem Vorjahressieger Christian Polanc zu tanzen. Wie kommen Sie als Team miteinander zurecht?

«Let's Dance 2012»
Wer wird diesmal Dancing Star?

Zimmer: Ja, er ist ein sehr guter und erfahrener Trainer und Lehrer. Er musste sich am Anfang ziemlich umstellen, was das Erklären von Bewegungsabläufen angeht. Er konnte ja die Schritte nicht einfach vormachen und sagen ‹Mach das mal nach›. Viele Sachen, die bei anderen selbstverständlich sind, musste ich mir erst aneignen. Aber mittlerweile sind wir so gut aufeinander eingespielt, dass er sagt, er trainiert wie mit jedem anderen.

Für mich bedeutet das, immer ein sehr konkretes Bild von dem Tanz im Kopf zu haben. Ich bin generell sehr sportlich und mache auch sehr verschiedenen Sport. Meine Kondition ist auch recht gut, aber beim Tanzen ist es nochmal etwas anderes, weil man mehr koordinieren muss.

Wie schätzen Sie denn Ihre Chancen ein, bei Let's Dance bis ins Finale zu kommen? Was ist Ihr Ziel?

Zimmer: (überlegt) Natürlich nimmt man sich vor, so weit wie möglich zu kommen und sein Bestes zu geben. Ich bin ja nicht die erste blinde Tänzerin. Das heißt, es muss irgendwie funktionieren, jede Woche einen neuen Tanz zu lernen. Aber im Moment ist es für mich noch unvorstellbar. Mein Ziel ist es, einfach so viel wie möglich von den tollen und intensiven Erfahrungen für mich mitzunehmen. Ich will mir keinen Druck machen, das Ganze soll ja auch Spaß machen.

Wie stellen Sie sich Ihren Tanzpartner vor? Hat er sich Ihnen beschrieben?

Zimmer: Ach, das ist mir gar nicht so wichtig. Es sagen zwar alle, dass wir ein hübsches Tanzpaar sind. Beim Tanzen kommt man sich ja sehr nahe und das ist mit Christian sehr angenehm. Zum Beispiel ist es für mich wichtig, dass jemand nicht so stark schwitzt. Bei ihm stimmt an sich alles und er ist sehr professionell. Seine Nähe erdrückt mich nicht, es ist einfach cool.

Sie tragen beim Tanzen entweder eine Augenbinde oder eine Sonnenbrille. Ginge es nicht auch, dass Sie einfach mit geschlossenen Augen tanzen?

Zimmer: Nö, das mach' ich nicht. Weil ich auch gar nicht die Augen zu habe, wenn ich tanze. Ich orientiere mich nach Licht und habe die Augen immer auf. Aber ich kann mit meinen Augen nicht direkt fixieren und das irritiert die Leute manchmal. Darum trage ich die Augenbinde oder eine Brille.

Was ist denn Ihre größte Angst während der Show?

Zimmer: Ich habe eigentlich generell keine Angst vor Shows. Ich weiß, dass ich mich nicht an Publikum oder Kameras orientieren kann. Da müssen wir genau wissen, was wir da tun. Das Spiel mit der Kamera fällt natürlich aus. Zudem musste ich lernen, mich von Christian führen zu lassen. Er ist meine Orientierung, er gibt die Richtung vor.

Wie wählen Sie eigentlich Ihre Kleider aus, die Sie bei Let's Dance tragen?

Zimmer: Ich habe ganz großartige Berater und auch die Stylisten von RTL sind ganz fantastisch. Außerdem habe ich auch ganz genaue Vorstellungen in meinem Kopf, wie ich aussehen möchte. Ich lasse mir Farben und Muster beschreiben. Stilgeschick hat ja nicht unbedingt nur etwas damit zu tun, sehen zu können.

Let's dance, immer mittwochs, 20.15 Uhr, RTL

zij/news.de

Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • Gute_Frage
  • Kommentar 1
  • 04.04.2012 17:25

Ich denke, sie hat eine Chance ins Finale zu kommen. Beim Tanzen lernen hat sie gegenüber den anderen sicher einen Nachteil. Beim Tanzen selbst dagegen,hat sie vielleicht sogar einen Vorteil, weil sie dadurch, dass sie nicht sehen kann, sich ganz auf Ihren Tanzpartner, die Musik und das 'sich Führen lassen' konzentriert. Das können Anfängerdamen eher nicht, das können in der Regel nur gute Turnierdamen.

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