Peter Kloeppel Mister News wird 20

Peter Kloeppel will RTL auch nach 2014 treu bleiben (Foto)
RTL-Chefredakteur Peter Kloeppel hat es auf 20 Jahre als Chefmoderator der RTL-Nachrichten gebracht. Der 52-Jährige möchte auch nach Ablauf seines Vertrags im Jahr 2014 bei RTL bleiben. Bild: dapd

Von Christoph Driessen
Er ist der seriöseste Mann im RTL-Programm: Peter Kloeppel ist seit 20 Jahren der Anchorman von RTL Aktuell. Obwohl er beteuert, sogar das Dschungelcamp gut zu finden, erlebt man ihn vor allem als Gegengewicht zum übrigen Programm.

Peter Kloeppel moderiert seit 20 Jahren «RTL Aktuell» - an diesem Freitag (30. März) ist sein Dienstjubiläum. Das ist rekordverdächtig. Zum Vergleich: Der legendäre Hanns Joachim Friedrichs war gerade einmal sechs Jahre bei den Tagesthemen. An Kloeppels Dauerpräsenz reicht höchstens jemand wie «Mr. Tagesschau» Karl-Heinz Köpcke heran. Der amtierte fast 30 Jahre, von 1959 bis 1987. Wobei er die Nachrichten verlas - nicht moderierte.

Zu Kloeppels Eigenarten gehört es, dass er keine Eigenarten hat. Er sagt nicht wie früher Ulrich Wickert mit leicht spöttischem Augenaufschlag «Das Wetter». Er baut keine kunstvollen Schachtelsätze wie ehemals Wolf von Lojewski. Er steckt sich nicht wie einst Gerhard Klarner am Ende jeder heute-Sendung den Kugelschreiber in die Anzugtasche. Nein, Peter Kloeppel moderiert einfach nur die Nachrichten.

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Seit vielen Jahren werden ihm in Interviews die gleichen Fragen gestellt, gefolgt von immer gleichen Antworten. Ja, der Job macht ihm noch Spaß, und Nein, er sehnt sich nicht danach, etwas anderes zu machen. «Tut mir leid», sagt er. «Tut mir leid, dass ich Ihnen keine originelleren Antworten geben kann als den anderen, die vor Ihnen da waren.»

Der Anti-Bohlen bei RTL

Man hat bei Kloeppel sehr stark das Gefühl, dass man ihn auf keinen Fall aus der Reserve locken kann. Er sitzt sehr gelassen in seinem Büro mit Blick auf den Kölner Dom, lässt die Arme entspannt herunterhängen, und vermittelt - ohne dabei im Geringsten herablassend zu wirken - den Eindruck milder Verwunderung darüber, dass er selbst im Mittelpunkt des Interesses stehen könnte.

Kloeppel erscheint ebenso seriös wie RTL schrill. Der Anti-Bohlen sozusagen. «Vielleicht macht das das Programm so interessant: Einige sind eher bunt, andere unaufgeregt so wie ich. Die Mischung macht's.»

Aus seinem Munde also kein böses Wort über das Programm seines Arbeitgebers. Im Gegenteil: Er behauptet sogar, das Dschungelcamp zu mögen. «Das stimmt wirklich! Meine Frau und ich haben auch in diesem Jahr wieder häufig abends um 22.15 Uhr Dschungelcamp geguckt und haben oft und gerne gelacht.»

Peter Kloeppel abends mit seiner Frau vorm Fernseher, darüber schmunzelnd, wenn die Kandidaten Käfer essen oder ein Spinnen-Bad nehmen? Das ist eigentlich kaum glaubhaft. Aber noch weniger kann man sich vorstellen, dass er einem etwas vorschwindelt. Und gerade das dürfte das Geheimnis seines Erfolges sein: In einem Programm, bei dem man sich ständig fragt, inwieweit die Doku-Soaps wirklich dokumentarisch und die Reality-Shows realistisch sind, ist er der unbedingt benötigte Gegenpol.

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boi/news.de/dpa

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