ARD-Film «Halbe Hundert» Freundschaft als Trost für Frauen ab 50

ARD-Komoedie "Halbe Hundert" (Foto)
Leslie Malton (links hinten) als Fiona, Johanna Gastorf (rechts hinten) als Carlotte und Matina Gedeck als Dr. Anne Kater sind in der Komödie Halbe Hundert Freundinnen fürs Leben. Bild: dapd

Wahre Freundschaft gibt es nur unter Frauen: Leslie Malton, Johanna Gastorf und Martina Gedeck spielen in der Komödie Halbe Hundert Freundinnen fürs Leben. Bei soviel Frauenpower gab es nicht mal Zickereien bei den Dreharbeiten, sagt der Regisseur.

Leslie Malton (53) ließ sich zu ihrem 50. Geburtstag von ihrem Mann Felix von Manteuffel mit einer improvisierten Party in ihrem Lieblingsrestaurant überraschen. Kollegin Johanna Gastdorf, Jahrgang 1959, feierte drei Tage lang mit ihrer Familie in Rom. Beide haben keine melancholischen Erinnerungen an den Tag, da sie die «Halbe Hundert» überschritten hatten. So lauten auch Titel und Thema der Komödie, die in der ARD am Mittwoch gezeigt wird. Drei Frauen, gute Freundinnen, stellen sich jeweils auf ihre Weise die Frage, ob es denn nun weitergehen soll wie bisher.

Regisseur Matthias Tiefenbacher, der Halbe Hundert nach einem Drehbuch von Silke Zertz inszenierte und am 24. März selbst gerade 50 Jahre alt wurde, hatte sich im letzten Jahr in seinem Film Freilaufende Männer der Herren um die 40 angenommen. Nun interessierten ihn die Frauen um die 50. Den Genrebegriff «Komödie» findet er durchaus angemessen, obgleich es so komisch gar nicht zugeht: Der erfolgreichen Chirurgin Anne, von Martina Gedeck gespielt, läuft gerade der Mann davon, und ein nur allzu käuflicher Callboy erweist sich nur bedingt als Trost.

Charlotte (Johanna Gastdorf), das ewig treu sorgende Heimchen am Herd, bekommt Brustkrebs. Und Fiona (Leslie Malton) muss sich fragen, ob ihre Taktik, sich von reichen Männern scheiden zu lassen und dann von ihrem Geld zu leben, wirklich des Daseins höchster Himmel sein kann. «Ich finde den Film dennoch sehr lustig», sagt Tiefenbacher. «Denn woraus entsteht Komik? Aus der Notlage eines anderen. Hier sehen wir drei Frauen, die sich wie Münchhausen aus dem Sumpf aus einer Notlage herausziehen möchten und prompt in die nächste Notlage geraten.»

Freundinnen fürs Leben

Den Trost für alle drei bringt die Freundschaft der Frauen, so unterschiedlich sie sind. Eine Freundschaft ohne Standesdünkel und Hierarchie-Denken. Es interessiert die drei einfach nicht, wer von ihnen mehr Geld hat oder die größere Karriere gemacht hat. Sie sind seit gemeinsamer Schulzeit Freundinnen. Das reicht.

«Solche Freundschaften geben Halt, führen auf den Boden zurück», sagt Leslie Malton. «Die Frauen stehen zueinander und können auch mal übereinander lachen.» Und deshalb, ergänzt Johanna Gastdorf, seien das auch keine wirklich unglückliche Frauen: «In ihren Freundinnen haben sie Menschen, bei denen sie sich auch mal fallen lassen dürfen, mehr als beim Partner.» Und diese Freundschaft wird ihnen helfen, über ihre Lebenskrise hinwegzukommen.

Dass sich drei Vollblutschauspielerinnen während der Aufnahmen in sich gegenseitig anfauchende Löwinnen verwandeln könnten, war anfänglich eine kleine Sorge des Regisseurs. Sie erwies sich aber als unbegründet. «Obwohl wir sehr wohl Löwinnen geblieben sind», so Malton. Aber die Aufnahmen liefen durchaus harmonisch ab. Sie fanden in Bonn statt, nicht ohne sentimentale Erinnerungen des Regisseurs an seine einstigen Jahre als Regie-Assistent am Bonner Stadttheater. Heute meint er: «Man sollte viel mehr in solchen Städten drehen, in Mannheim, Karlsruhe oder Lübeck. Dort spiegelt sich weit mehr deutsche Wirklichkeit als in den sich kosmopolitisch gebenden Metropolen.»

Halbe Hundert, Mittwoch, 28. März 2012, 20.15 Uhr im Ersten

iwe/news.de/dpa

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