«DSDS 2012» Eine gegen alle

It's a man's world: Nach der vergangenen Mottoshow von Deutschland sucht den Superstar interessierte nur eine Frage: Setzt sich Fabienne als letzte Frau im Feld gegen ihre sechs männlichen Konkurrenten durch? Ja, sie tut es - auch ohne Frauenquote.

Fabienne Rothe kämpft als letzte Frau bei DSDS. (Foto)
Fabienne Rothe kämpft als letzte Frau. Alle Infos zu Deutschland sucht den Superstar im Special bei RTL.de: http://www.rtl.de/cms/sendungen/superstar.html Bild: RTL / Stefan Gregorowius

Die Ereignisse in der vergangenen Woche hätten für RTL in puncto Medienaufmerksamkeit nicht besser laufen können: Die Nation diskutiert wieder einmal über die Frauenquote - nur diesmal bei DSDS. Nachdem nämlich in der letzten Mottoshow Favoritin Vanessa Krasniqi ausgeschieden ist, scheint es schwierig, dass nach Elli Erl endlich wieder eine Frau Deutschlands neuer Superstar werden könnte. Denn nun ist mit der 16 Jahre jungen Fabienne Rothe nur noch ein Mädchen im Rennen - gegen sechs männliche Konkurrenten.

Deutschland sucht den Superstar scheint also eine Männerveranstaltung zu sein. Grund für Krasniqi, via Bild-Zeitung eine Frauenquote für die Show zu fordern: «Wenn das so weitergeht, werden irgendwann bei Dieter Bohlen nur noch Männer singen, die entweder schwul sind, Vollwaise, Mädchenschwarm oder dauernd heulen. Weil für den Zuschauer nur noch die Geschichte zählt - und nicht mehr, ob jemand auch singen kann.»

«DSDS 2012»: Luca Hänni ist Deutschlands Superstar

Frauenquote? Bei Bohlen ist dabei nix zu holen

Dieter Bohlen jedoch wollte in der Show nichts von irgendwelchen Problemen wissen. Von Moderator Marco Schreyl auf das Geschlechter-Ungleichgewicht angesprochen, verwies Bohlen, ganz Medienprofi, lediglich darauf, wie toll DSDS doch sei. Dabei dürfte auch ihm nicht entgangen sein, dass die diesjährige Staffel im Vergleich zu früheren Zuschauerzahlen etwas an Federn gelassen hat.

Doch Frauenquote hin, Männerüberschuss her, das ganze Gerede wird Fabienne jedenfalls nur wenig genutzt haben. Sie musste sich in Mottoshow Nummer vier trotzdem alleine ihren männlichen Gegnern stellen. Und dort hieß es diesmal «Ab in den Süden», was man in der Songauswahl der Kandidaten aber nur bedingt merkte. Luca Hänni wählte Stings Fields Of Gold, Kristof Hering Über den Wolken, Joey Heindle Love Is In The Air und Hamed Anousheh den aktuellen Chart-Erfolg Heart Skips A Beat von Olly Murs.

Die restlichen Kandidaten passten sich dem Motto eindeutiger an und sangen tatsächliche Sommerhits wie Ab in den Süden (Daniele Negroni), Danza Kuduro (Jesse Ritch) und 36 Grad (Fabienne Rothe).

Hamed Anousheh ist raus

Und wie schlug sich nun die letzte Frau im Rennen? Fabienne bot den Sommerhit von Zweiraumwohnung zwar ein wenig bieder, aber mit einer eigenen Note dar. Der Jury war das ein bisschen zu wenig. Zwar gab es ein Lob für den Gesang, aber Bruce Darnell wollte noch mehr Sexappeal von ihr sehen und bot ihr ein Training mit ihm an.

Den Zuschauern jedoch schien der Sexappeal nicht zu fehlen: Fabienne setzte sich am Ende tatsächlich gegen ihre männliche Konkurrenz durch. Stattdessen erwischte es Hamed Anousheh. Er muss sich die 500.000 Euro, die es für den Sieger gibt, auf andere Weise verdienen.

Die Show im Überblick:

Bester Auftritt: Daniele Negroni. Der Einzige, an dessen Auftritt die Jury überhaupt nichts auszusetzen hatte. Nur für seine  Äußerungen gegen Homosexuelle in den vergangenen Tagen bekam er eine verschärfte Verwarnung von Bruce Darnell.

Irritierendstes Outfit: Kristof Hering. Über den Wolken singend, auf einer Wolke sitzend und dazu diesen hellblauen Anzug mit weißen Wolken darauf - da merkte selbst der dümmste Zuschauer, dass es hier irgendwie um Wolken gehen muss. Weniger ist tatsächlich manchmal mehr.

Schlechtester Auftritt: Joey Heindle.  «Also mit hat's Spaß gemacht», meinte der 18-jährige Münchener. Der Jury überhaupt nicht. Stimmlich trennten ihn Welten von den anderen, so das Urteil.

Kandidatin, die kein Sexappeal-Training braucht: Fabienne Rothe. Liebe Jury, wir reden hier immer noch über eine erst 16-Jährige!

Bohlens sachlichster Kommentar: «Die hat ja Dinger da, mein lieber Scholli!», über eine Background-Tänzerin im Bikini.

Moment, in dem Bruce Darnell heulen musste: Keiner. Diesmal blieb alles trocken.

Moment, in dem Bruce Darnell hätte heulen sollen: Als Kristof Hering aus Reinhard Meys Über den Wolken eine klebrige Pop-Schlager-Nummer mit Konfetti und Regenbögen machte.

Kandidatin, die auch ohne Frauenquote weiterkam: Fabienne Rothe.

Kandidat, der nun wieder unter der heimischen Dusche statt im Fernsehen singen darf: Hamed Anousheh.

jag/news.de

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Leserkommentare (24) Jetzt Artikel kommentieren
  • DSDS-Gucker
  • Kommentar 24
  • 26.03.2012 10:15
Antwort auf Kommentar 22

Manchmal ist es aber so, dass erst einer tief fällt und dann kommt Herr Bohlen ;o)

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  • DSDS-Gucker
  • Kommentar 23
  • 26.03.2012 10:09
Antwort auf Kommentar 20

Hm Linda, Du willst uns jetzt nicht ernsthaft versuchen glaubhaft zu machen, dass Du das DSDS-Format erfunden hast? Bei der Schreibe Deines Kommentars möchte ich das nicht glauben. Wer so unprofessionell über angeblich so unerhörte Vorfälle schreibt, der kann nur einen an der Waffel haben und sich wichtig machen wollen...

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  • Pille51
  • Kommentar 22
  • 25.03.2012 23:26

Lieber Herr Bohlen, Hochmut kommt immer noch vor dem Fall ! In diesem Sinne !

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