Sat.1-Komödie Hund und Schwein als Liebesboten

Sat.1-Komödie Tierisch verknallt experimentiert mit Tieren (Foto)
In tierischer Mission: Hausschwein Paula und Jack Russell Terrier Johnny helfen der Liebe im Sat.1-Film Tierisch verknallt auf die Sprünge. Bild: Sat.1/Hardy Spitz

Von Paul Barz
Normalerweise ist es ja Amor, der die Liebespfeile schießt. In der Komödie Tierisch verknallt werden stattdessen Hund und Schwein auf einen verwitweten Vater losgelassen, gespielt von Tatort-Kommissar Oliver Mommsen. Der soll sich mit Hilfe der Vierbeiner und seines Filmsohnes neu verlieben. Heute Abend bei Sat.1.

Tiere sind die besseren Menschen. Manchmal. Und klüger als viele Menschen sind sie gelegentlich auch. Zumindest in der Sat.1-Komödie Tierisch verknallt, mit der sich Produzent Markus Brunnemann einen acht Jahre lang gehegten Herzenswunsch erfüllte. Ob Unser Charly, Hallo Robbie! oder zuletzt Die Rettungshunde: Immer schon hatte es seine Phoenix Film GmbH mit den possierlichen Viechern. Niedlich, aber stumm. Nun reizte es ihn, mal was mit sprechenden Tieren zu machen.

Erst wollte er noch Puppen einsetzen. Dann wurde im Kontakt mit dem ZDF die Idee einer Sitcom daraus. Die zerschlug sich wieder. Zugleich ertönte von Sat.1 her der Ruf nach romantischen Lustspielen mit besonderem Pfiff. Das war der genau richtige Anstoß.

So kam denn schließlich die von Sarah Augstein und Klaus Rohne geschriebene, von Christian Theede inszenierte Geschichte zustande, mit einem kräftigen Schuss Märchen dabei. Wie hier überhaupt ein Hauch Kinderstunde weht, trotz reichlicher Verwendung derber Ausdrücke wie «Scheiße», «verarschen» oder «Leck dich an den Eiern».

Hund und Schwein als Stars der Geschichte

Architekt Peter ist Witwer und kann die tödlich verunglückte Angetraute nicht vergessen. Schon hört er tagelang nur noch ihre Lieblingsmelodie, trinkt nur Tee wie sie und will die Räume nicht vermieten, in der sie, eine Tierärztin, einst ihre Praxis hatte. Da entscheidet Sohn Jan: Papa braucht eine Frau.

Die beiden Haustiere, das Schwein Paula und Hund Johnny, sind der gleichen Meinung. Die tote Mama oben im Himmel gibt ihren Segen. Und verfügt, der guten Fee bei Aschenputtel ähnlich, unter heftigem Sternengeglitzer am Nachthimmel, dass die Tiere sprechen können, um ihr Herrchen auf den Weg der Vernunft oder wenigstens auf den der Ehe zu bringen. Als Kandidatin steht die Architekturkollegin Lisa bereit, eine Katastrophen-Lady allerdings, deren Bauten wegen falscher statischer Berechnungen grundsätzlich zusammenstürzen.

Jasmin Gerat spielt sie, der Architekt Peter ist Oliver Mommsen, bekannt aus dem Bremer Tatort. Der zehnjährige Max Boekhoff steuert als Filius Jan viel kulleräugigen Bubencharme bei. Zum Ensemble gehört allerlei Prominenz wie Anja Nejarri oder Roman Knizka. Aber eigentliche Stars sind Hund und Schwein (das in einer frühen Phase noch ein Waschbär hatte sein sollen).

Tiere entstanden vor allem am Computer

Zunächst sollte es möglichst viele «natürliche Anteile» geben. Aber die Arbeit mit technischen Tricks war denn doch einfacher und effektiver, und auch die Idee mit den Puppen wurde rasch wieder verworfen. Einige Male, am Anfang und am Schluss, sieht man zwar die authentischen Tiere durch die Szene laufen, und sie durften sich auch während der Aufnahmen munter im Studio tummeln.

Doch der Rest ist Computeranimation, wobei zunächst mal die Schauspieler bei den Aufnahmen mit Pappmodellen hantieren mussten. Dann fing die Animation nach dem Vorbild der lebenden Modelle an. «Ich finde», meint Markus Brunnemann, «das Ergebnis kann sich sehen lassen». Dafür war die Special-Effects-Firma Exozet gewonnen worden, die erstmals in einem deutschen Film die Pixar-Technik einsetzte. Mit der wurde auch schon der letzte King-Kong-Film animiert: Nach Sau und Hund gibt es also noch ungeahnte Steigerungsmöglichkeiten.

Tierisch verknallt, Dienstag, 13. März 2012, 20.15 Uhr, Sat.1

zij/news.de/dpa

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