«Hannas Entscheidung» Christine Neubauer im Antikriegsfilm

Hanna Forster (Christine Neubauer) ist einer Frau der Kriegsgeneration. (Foto)
Hanna Forster (Christine Neubauer) ist einer Frau der Kriegsgeneration. Die ARD zeigt Hannas Entscheidung. Bild: ARD

Von Paul Barz
Endlich eine starke Rolle für Christine Neubauer: Sie spielte Hanna Forster - eine Frau, die in den Kriegsjahren die Schreinerei des Mannes betreibt und so der Familie den Lebensunterhalt sichert.

Sie lasen nicht Emma und fühlten sich nicht emanzipiert, sie hatten keine Töpferkurse besucht und nicht sich selbst verwirklicht. Aber sie hatten in harter Zeit ihren Mann gestanden, hatten darüber zu einer neuen Art Selbstständigkeit gefunden und wollten sie zugunsten ihrer aus dem Krieg zurückkehrenden Männer nicht einfach wieder hergeben: Frauen der Kriegsgeneration. Auch Hanna Forster im Film Hannas Entscheidung gehört dazu, den die ARD am Freitagabend um 20.15 Uhr zeigte.

Dort ist Christine Neubauer die Frau, die in den Kriegsjahren die Schreinerei des Mannes betrieben und so der Familie den Lebensunterhalt gesichert hat. Jetzt kommt der Mann aus langer Gefangenschaft ins zaghaft wieder aufblühende Wirtschaftswunderland zurück, versehrt an Körper wie Seele. Aber er möchte wie früher Herr der Familie sein, die Frau soll an den Kochtopf zurückkehren. Doch die begehrt auf. Sie will Schreinerin mit Meisterbrief werden, weil sie das nicht schlechter kann als jeder Mann. Sie will anerkannt sehen, was sie geleistet hat.

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Eine überraschend harte Chrsitine Neubauer

Der Konflikt ist da. Ein echter Konflikt und nicht eines der melodramatisch hochgespielten Pseudo-Konfliktchen, wie sie sich sonst oft genug in den ARD-Freitagsfilmen finden. Mit einer überraschend harten, ihre Gestalt mit kräftigem Realismus zeichnenden Christine Neubauer. Ihr Regisseur Friedemann Fromm, der den Film nach einem Buch von Benedikt Röskau inszenierte, sagt dazu: «Man unterschätze Frau Neubauer nicht. Beim richtigen Stoff und richtigem Umgang mit ihr ist sie eine ganz tolle Schauspielerin.»

Ihr Partner: Edgar Selge. Der Ehemann Karl war für ihn mehr als eine Rolle: «Mein Vater war Kriegsteilnehmer, zum Glück nicht körperversehrt. Aber auch er wollte nach seiner Rückkehr seine alte Rolle gleich wieder einnehmen, auch meine Mutter sollte an den Küchenherd zurückkehren und hat erst allmählich zu einem neuen Selbstbewusstsein gefunden. Ich habe einen solchen Charakter gewissermaßen nur weitergeführt.»

Edgar Selge - von Neurosen geschüttelt

Sein Karl, im Gefühl, zu nichts mehr zu nützen und zutiefst nicht gebraucht zu werden, wird gewalttätig, ist von Neurosen geschüttelt. Da gehörten zur Vorbereitung auch Gespräche mit einem Psychiater, der Veteranen des Vietnam-Kriegs betreut hatte: «Er konnte mir bestätigen, dass nichts im Buch übertrieben war», sagt Selge.

Selge wie Fromm kam der Stoff keineswegs «historisch» im Sinn zeitlicher Ferne vor. «Das ist doch die Zeit, aus der wir hervorgegangen sind», sagt der 48-jährige Fromm. Immerhin lässt sich aus der Beschäftigung mit Krieg, Nachkriegszeit und all dem, was damals den Menschen zugemutet worden war, die beruhigende Erkenntnis gewinnen: «Im Vergleich dazu leben wir heute allen Bankenkrisen zum Trotz in wahrhaft goldigen Zeiten und jammern auf hohem Niveau.»

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Auch das Frauenbild hat sich seit jenen Jahren stark gewandelt, da noch der Ehemann einer Frau ausdrücklich erlauben musste, berufstätig zu sein. «Ja, das sind wir wohl beträchtlich weiter. Aber noch immer nicht weit genug», meint Selge.

boi/kru/news.de/dpa

Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • harald
  • Kommentar 1
  • 13.03.2012 08:38

nein nicht schon wieder, das alte durchgekaute Thema, und nicht schon wieder die Neubauer - gibts den keine anderen Schauspielerinnen mehr. Diese Monotonie der Neubauer, immer das gleiche. Die wird nie eine Charakterrolle richtig rüber bringen. Genau so wenig wie die Iris Berben oder die Vernoca Ferres. Ich habe eine Überdosis von dieresn ewigen Lanweilern Neubauer & Co.

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