Brad Pitt & Tom Cruise Der Klassiker unter den Vampirfilmen

Interview mit einem Vampir (Foto)
Sein melancholischer Blick verrät, wie unglücklich er ist: Brad Pitt in Interview mit einem Vampir. Bild: Vox

Juliane ZiegengeistVon news.de-Volontärin
Ein Blutsauger, der nicht töten will. Das kommt einem bekannt vor. Lange vor Twilight-Star Robert Pattinson schlüpfte Brad Pitt in diese Rolle - und feierte in Interview mit einem Vampir seinen entgültigen Durchbruch. Vox zeigt den Klassiker heute Abend.

Er ist die Mutter der modernen Blutsaugerfilme: Als erste Verfilmung der Vampirchroniken von Anne Rice setzte Interview mit einem Vampir der Autorin und dem Genre 1994 ein Denkmal. Gleichzeitig bedeutete der Film für Brad Pitt und Kirsten Dunst den Durchbruch. An der Seite von Tom Cruise in der Rolle des blutrünstigen Lestat brillierten sie als melancholischer Untoter und Kinder-Vampir.

Von der weichgespülten Version einer Vampirgeschichte à la Stephanie Meyer und Twilight ist der Klassiker glückerlicherweise weit entfernt. Er erzählt die Geschichte des Vampirs Louis (Brad Pitt) aus dessen Sicht. Er ist Opfer und Täter zugleich. Er ließ sich aus Trauer über den Verlust seiner Familie von dem Jahrhunderte alten Blutsauger Lestat (Tom Cruise) einst beißen und verzweifelt später darüber.

Vampire im Kino
Und ewig beißt der Blutsauger

Denn anders als Lestat, der seinem Durst ohne jedes Mitleid nachgeht, plagen Louis Gewissensbisse. Er will nicht töten, ernährt sich hauptsächlich von Tierblut. Gemeinsam mit dem Vampir-Mädchen Claudia (Kirsten Dunst im Alter von 12), das dem immer Jungsein überdrüssig ist, will er der Welt der Dunkelheit entfliehen, gejagt von seinem einstigen Mentor, der auf Rache sinnt. Die Bürde des ewigen Lebens und die Frage, wo Vampire herkommen, umtreibt die beiden Suchenden.

Sunnyboy Cruise als schrecklicher Vampir?

Interview mit einem Vampir ist ein Film, der die Charakerlichkeit der Blutsauger komplett umreißt, vom blutrünstigen Monster zum Geplagten, der sich menschliche Züge bewahrt hat. An Blut wird nicht gespart, ebenso wenig wie an der opulenten Ausstattung der im Louisiana der 1971er Jahre spielenden Erzählung. In die barocken Kostüme ist mit Cruise, Pitt und Dunst die perfekte Besetzung geschlüpft.

Und das obwohl Anna Rice, die nicht nur die Romanvorlage lieferte, sondern auch das Drehbuch mitschrieb, mit Cruise als Lestat zunächst gar nicht einverstanden war. «Zu glatt», lautete ihr Urteil über den Schauspieler, der als Sunnyboy Maverick aus Top Gun bekannt war. Doch nach ersten Previews war auch sie überzeugt. Den gelungenen Cast komplettieren Antonio Banderas und Christian Slater.

Robert Pattinson ist zu zahm

Erstmals aus der Perspektive eines Vampirs erzählt, nimmt der Film den Zuschauer mit ins Innere einer düsteren Welt, die von unerfüllten Sehnsüchten, Hass und Verrat geprägt ist und in Deutschland 1,6 Millionen Kinobesucher begeisterte. Interview mit einem Vampir avancierte damit zum erfolgreichsten Vampirfilm der 1990er Jahre.

Nur Twilight hat das in den 2000ern toppen können, auch wenn hier - leider - die Romanze und nicht der Vampirismus im Zentrum steht. Cruise konnte sich einen Seitenhieb auf Teenie-Schwarm und Vampir-Nachfolger Robert Pattinson jedenfalls nicht verkneifen. Weil der im Film kein Menschenblut trinkt, sei er kein echter Vampir.

«Du musst das machen und ich habe nie mit Robert darüber gesprochen, aber er hat das nicht getan, oder?», sagte Cruise auf Promotour für seinen neuesten Mission: Impossible-Film Ende 2011. Wenn es einer wissen muss, dann der wohl kaltherzigste und durstigste Vampir der neueren Kinogeschichte.

Interview mit einem Vampir: Donnerstag, 8. März 2012, 22.05 Uhr, Vox

boi/news.de

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