Monika Gruber Die Wilde vom Viktualienmarkt

München 7 (Foto)
Die Wilde aus dem Süden: Moni (Monika Gruber) sitzt beim Bundesgrenzschutz und will da weg. Bild: ARD/Barbara Bauriedl

Von news.de-Redakteurin Ines Weißbach, Hamburg
Der Kult ist zurück: Zumindest in Bayern ist München 7 eine feste Größe der komisch-kriminalistischen Unterhaltung. Jetzt kommt die Serie unter der Dachmarke Heiter bis tödlich zurück. Kabarettistin Monika Gruber spielt darin die Wilde aus dem Süden.

Frau Gruber, Sie sind die einzige Schauspielerin, die in zwei Serien unter der Dachmarke Heiter bis tödlich im Ersten dabei ist. Wie kommt's?

Monika Gruber: Das wusste ich vorher nicht. Dass ich bei Hubert und Staller mitspiele, kam für mich überraschend und hat mich gefreut. Und dann waren wir alle erstaunt, dass es plötzlich unter Heiter bis tödlich laufen sollte. Aber meine beiden Rollen könnten unterschiedlicher nicht sein.

Bei München 7 spielen Sie Moni Riemerschmidt, eine Ex-Flamme von Xaver Bartl, dem «Sheriff vom Marienplatz» und bei Hubert und Staller sind Sie die Lokalreporterin Barbara Hansen, auf die Hubert ein Auge geworfen hat. Zweimal «Love Interest» also.

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Gruber: Ja, wenigstens im Fernsehen muss es so sein, wenn mich schon privat keiner will. (gespielt traurig) Die wollen mich immer nur auf der Mattscheibe.

Mit Heiter bis tödlich soll ja der ARD-Vorabend gerettet werden. Verspüren Sie als Schauspielerin den Druck?

Gruber: Ehrlich gesagt, interessiert mich dahingehend nur, ob die Quote gut ist, damit wir weiterdrehen können. Das unter Heiter bis tödlich zu senden, finde ich albern. Man sollte jede Sendung als eigenes Werk sehen. Jeder Macher hat dem Ganzen seinen Stempel aufgedrückt, so dass die Serien so unterschiedlich sind, dass man keine Dachmarke finden kann. Aber das müssen die Verantwortlichen selber wissen.

München 7 und Hubert und Staller eint allerdings, dass beide Serien in Bayern spielen. Sie sind auch waschechte Bayerin. Was bedeutet Lokalpatriotismus für Sie?

Gruber: Dass ich zu meiner bayerischen, ländlichen Herkunft stehe, um nicht zu sagen, zu meiner bäuerlichen. Ich besinne mich auf meine Wurzeln. Ich weiß, dass ich früher für zehn Euro eine ganze Stunde im Lokal arbeiten musste und wie viel Arbeit es macht, Viecher aufzuziehen, Gemüse und Getreide anzubauen. Darauf bin ich stolz, das ist Teil meines Lebens und ich bin Teil des bayerischen Lebens.

Treten Sie deshalb mit Ihren Kabarettprogrammen nur in Bayern und Österreich auf?

Gruber: Kern meines Programms ist die bayerische Sprache und der Wortwitz. Das ist so bayerisch, dass es wenig Sinn macht, wenn ich in Hamburg oder Berlin spiele, weil die Leute nur 40 Prozent verstehen würden. Dann macht es mir auch keinen Spaß. Ich war mal auf einem kurzen Exkurs in Köln und das hat komischerweise auch gut funktioniert. Sollte ich noch zwei oder drei Programme machen, werden die wieder sehr bayerisch. Wenn ich so rede, wie mir der Schnabel gewachsen ist, bin ich echt und glaubwürdig.

Beschränken Sie Ihre Kabarettarbeit auf zwei, drei Programme, weil es für Sie eher in die Schauspielrichtung gehen soll?

Gruber: Nein, vielleicht fällt mir einfach irgendwann nichts mehr ein. Oder ich bin so zufrieden und saturiert in meinem Leben, dass ich sage: Mei, jetz' will i net mehr bös sein auf der Bühne. Vielleicht werden's aber auch noch zehn Programme, weil ich denke: Das regt mich auf. Das will ich dem Publikum sagen. Ich mache auf jeden Fall 2013 eine Bühnenpause, das steht fest und dann schaue ich, was mir so einfällt.

Was regt Sie im Moment besonders auf?

Gruber: Was mich am meisten aufregt, ist Politik, aber das verarbeite ich meist gar nicht im Programm. Das würde mich zu sehr runterziehen. Ich möchte mich mit Dingen beschäftigen, die mich wirklich interessieren und nicht nerven. Das sind eher Alltagsgeschichten und die normalen Menschen.

Auch in München 7 geht's um Alltagsgeschichten und normale Menschen. Die ersten Folgen wurden bereits vor sieben Jahren gesendet. Haben Sie die erste Staffel damals gesehen?

Gruber: Ja klar. Wir in Bayern schauen immer alles was in Mundart daherkommt. Andreas Giebel ist außerdem ein großer Sympathieträger, da würden Bayern schon einschalten, wenn er das Telefonbuch vorliest. Und alles was Franz Xaver Bogner macht, findet in meiner Familie große Sympathie. Ob das Irgendwie und Sowieso ist oder Familie Meier. Man hat das Gefühl: Der versteht uns. Der imitiert nicht irgendwas, der ist Bayern und weiß, wie wir ticken.

Und wie hat Ihre Familie reagiert, als Sie wussten, dass Sie bei München 7 mitspielen dürfen?

Gruber: Die haben sich gefreut. Ich bin gespannt, was sie zu meiner Rolle sagen. Die erste Folge heißt ja Die Wilde aus dem Süden. Die Wilde bin in dem Fall ich.

Wie war's an Originalschauplätzen wie dem Viktualienmarkt zu drehen?

Gruber: Das war ein Geschenk. Man kennt den Viktualienmarkt nur tagsüber schön bestückt und mit vollem Biergarten. Nachts ohne Menschen war da eine fast mystische Stimmung. Es ist mir ein Rätsel, wie die den logistischen Aufwand hinbekommen haben, im Herzen von München zu drehen. Man steht mittendrin im Gewühl, dann geht's los und es ist toll.

Was haben Sie am liebsten gedreht?

Gruber: Die Autofahrt aus der ersten Folge. Da musste ich in einem alten Camaro, einem knallroten Cabriolet, über die Autobahn jagen, abbremsen, auffahren, Spur wechseln, rumreißen. Alles mit ziemlich viel Text dazwischen. Ich hatte Angst und dachte: ‹Oh Gott, du darfst keinen Texthänger und keinen Autounfall haben.› Man kann das nicht 20 Mal wiederholen bei laufendem Verkehr. Das war Drehen unter schwersten Bedingungen, aber es hat sauviel Spaß gemacht. Und ich glaube, es ist gut geworden.

Monika Gruber ist Kabarettistin und Schauspielerin. Besonders im Bayerischen Fernsehen ist auch sie eine feste Größe durch die Satiresendung Die Klugscheißer. Auch in Neues aus der Anstalt ist sie zu sehen. Seit Februar 2012 moderiert sie die Boulevardsatire Leute, Leute im ZDF. Die 40-Jährige spielt in zwei Vorabendserien der ARD, Hubert und Staller sowie München 7 mit. Sie ist mit dem Paulaner-Brauerei-Chef Andreas Steinfatt liiert.

Heiter bis tödlich - München 7, ab 7. März immer mittwochs 18.30 Uhr im Ersten

Kein Mord und Todschlag: Bei München 7 dreht sich alles rund um eine Polizeiwache am Münchner Viktualienmarkt. Statt auf Leichen konzentriert sich Regisseur Franz Xaver Bogner auf die kleinen Alltagsdinge. Im Mittelpunkt stehen Xaver Bartl (gespielt von Kabarettist Andreas Giebel), auch «Sheriff vom Marienplatz» genannt, und sein eigenwilliger Kollege Felix Kandler (Florian Karlheim).

ruk/news.de

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