«Gottschalk live» Seine Seitensprünge floppten allesamt

Auch in Woche drei gibt sich Thomas Gottschalk in der ARD-Show Gottschalk Live gut gelaunt. Dabei macht das Projekt mal wieder eines klar: Gottschalk kann nur Wetten dass..?. Seine TV-Seitensprünge scheiterten bislang alle.

Thomas Gottschalk kann nur «Wetten dass..?» (Foto)
Thomas Gottschalk posiert in Berlin bei der Vorstellung des Konzepts für Gottschalk live. Doch er hat derzeit wenig zu lachen. Die Sendung floppt bislang. Bild: dapd

Gestern Abend in Berlin: ARD-Entertainer Thomas Gottschalk sitzt mit qualmender Zigarette in seinem Fernsehstudio und empfängt sein Publikum zur Show Gottschalk Live: «Ist der Ruf erst einmal ruiniert, lebt sich's gänzlich ungeniert», kommentiert der ehemalige Wetten, dass..?-Präsentator sein wenig vorbildhaftes Benehmen. Dann legt er seine E-Zigarette beiseite und wendet sich dem Tagesgeschehen zu.

Ein gefundenes Fressen für ihn: Michelle Hunzikers Ankündigung, aus Wetten, dass..? auszusteigen. Wer immer es machen werde, sagt Gottschalk, der arme Kerl werde es jetzt wohl allein tun müssen. «Es gibt Gerüchte, dass ich wieder zum ZDF zurückgehe», fuhr Gottschalk fort. «Das geht nicht. Wenn man einmal den Laden zugemacht hat, kann man nicht mehr zurück.»

Gottschalk Live: Laaaaaaaangweilig!
zurück Weiter Gottschalk live (Foto) Zur Fotostrecke Foto: news.de-screenshot (ARD)

Gottschalk entfachte ZDF-Gerüchte selbst

Dabei hatte der 61-jährige Blondschopf die Gerüchteküche vor wenigen Tagen selber neu entfacht, als er in seiner neuen, quotenschwachen ARD-Vorabendshow sagte, er würde bei einem Anruf des ZDF-Programmdirektors ins Grübeln kommen. Eigentlich ja kein Wunder: Gottschalks einzig echter TV-Erfolg seit seinem Einstieg bei Wetten, dass..? 1987 war - eben Wetten, dass..?. Das ist auch nach zwei Wochen ARD-Zugehörigkeit inzwischen klar. Hier ist er in der «Todeszone» angekommen, wie Gottschalk das Programmumfeld noch vor seinem ARD-Amtsantritt nannte.

Schon sein erster großer Ausflug war eine Reise ins Ungewisse gewesen - mit unglücklichem Ausgang: Vom 28. September 1992 bis zum 27. April 1995 talkte der heute 61-Jährige bereits fremd, und zwar für RTL. Angesichts der hohen Erwartungen, die der damalige RTL-Geschäftsführer Helmut Thoma mit dem Neuzugang verknüpfte, fielen die Quoten recht mager aus. Dennoch erreichte Gottschalk mit seiner Late Night Show zuweilen vier Millionen Zuschauer, richtig viele im Vergleich zu heute - für Thoma aber zu mager.

Thommys TV-Seitensprünge floppten

Bis auf eine kleine Auszeit bei Wetten, dass..? riskierte der Blondschopf immer den Spagat zwischen dem ZDF und der Konkurrenz. Zwischen 1995 und 1997 stand er für Sat.1 für die Show Gottschalks Haus Party vor der Kamera. Mitunter schalteten mehr als sechs Millionen Zuschauer ein. Aus heutiger Sicht gigantisch, im damaligen Rahmen knapp ausreichend. Seine Sendung Gottschalk kommt im Anschluss an die Haus Party lief bis zum Jahr 2000 und ist heute nicht mehr der Rede wert.

Danach konzentrierte sich der große Meister wieder auf das ZDF. Doch auch seine Seitensprünge beim eigenen Sender schafften nicht den ganz großen Durchbruch. Das gilt etwa für die Reportagereihe Gottschalk America zwischen 2002 und 2004. Die zehn Folgen mit Inhalten aus Gottschalks Wahlheimat trafen auf dünne Publikumsresonanz, auch das Interesse an der auf acht Teile beschränkten Reihe Gottschalk & Friends im Sommer 2005 fiel für seine Verhältnisse bescheiden aus.

«Wetten, dass..?»: Gäste für die Ewigkeit

Gottschalk steckt mitten in der «Todeszone»

Der Versuch des ZDF, mit Gottschalk als Leitwolf den Musical Showstar 2008 zu küren, war auch vom Quotenergebnis für das Zweite nicht zwingend genug, um diese Reihe ein oder zwei Jahre später vielleicht wieder neu aufzulegen. Ehrensache war Gottschalk dagegen immer die Benefizgala Ein Herz für Kinder kurz vor Weihnachten, die samstagabends immer recht ordentliche Quoten hatte, aber sowieso nie so sehr an den nackten Einschaltzahlen gemessen wird.

In der ARD kredenzt er nun seit gut zwei Wochen seinen Vorabendtalk, der im Grunde besser zur Late Night angesiedelt wäre. Die Quoten sprechen für sich: Nach 4,34 Millionen Zuschauern zum Einstieg am 23. Januar fiel das Interesse auf bis zu 1,40 Millionen Zuschauer zurück. Am Montag erholte sich Gottschalk Live wieder ein wenig auf 1,89 Millionen. Dennoch: Gottschalk steckt mitten in der «Todeszone».

phs/wam/news.de/dpa

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Leserkommentare (2) Jetzt Artikel kommentieren
  • karl-heinz mannz
  • Kommentar 2
  • 08.02.2012 14:09
Antwort auf Kommentar 1

Keiner kann seinen Erfolg für die Zukunft vorher sehen,am wenigsten Thommy selber. Bemerkenswert bleibt trotzdem das er sich dieses im Wissen ,das er ganz unten anfangen musste,sich dies angetan hat. Das kann man mit Geld allein nicht erklären.Er wollte es nochmal wissen,ob er den Übergang zu einem Kleinformat schafft oder nicht. Aber er soll sich nicht verbiegen,wenn es nicht Klappt,dann lieber raus aus einer Sendung die ihm absolut nicht liegt.

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  • Moorfrau
  • Kommentar 1
  • 07.02.2012 19:48

ob diese Sendung Erfolg haben wird, kann ich nicht beurteilen. Ich habe meinen Fernseher seit 2008 abgeschafft u.a. auch wegen so ausgelutschter Sendungen wie "Wetten das" nein, auch nicht einmal diese Sendung konnte Gottschalk noch. Empfehlung, in Rente gehen oder im Ami-Land Arbeit suchen, wenn er denn unbedingt sein Selbstbewußtsein nur mit Publikum erhalten kann! Wann fällt den Machern mal etwas "sensationell" Neues ein mit Niveau?

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