«Gottschalk live» Thommys harte Landung in der Todeszone

Gottschalk live (Foto)
Thomas Gottschalk verliert gut gelaunt 1,9 Millionen Zuschauer. Bild: dpa

Das ging fix: Nach dem Schnellsprech-Auftakt schalteten am zweiten Tag fast zwei Millionen Zuschauer weniger Gottschalk Live ein. Thomas Gottschalk ist also sehr schnell in der quotenschwachen Todeszone der ARD gelandet. Doch es gibt Hoffnung.

Thomas Gottschalk (61) hat frotzelnd auf die Kritik an den vielen Werbepausen in der ersten Ausgabe seiner neuen Vorabendshow reagiert. «Eigentlich sind Sie heute das Premierenpublikum», begrüßte er die Zuschauer am Dienstag zur zweiten Sendung von Gottschalk Live. «Gut, wir haben gestern angefangen, aber Sie wissen ja, wie das so ist bei Premieren. Es war eher eine technische Probe. Wir hatten da kleine Probleme. Der Vorhang ging dauernd im falschen Moment zu - und dann stand da Werbepause.»

Bereits im Laufe des Dienstags hatte ein ARD-Sprecher zugegeben, bei den Werbeblöcken gebe es Optimierungsbedarf. Die Reklamepausen sollten flexibler gestaltet werden. Am Montag waren sie immer wieder in ein Gespräch mit dem Schauspieler Michael «Bully» Herbig geplatzt.

Thomas Gottschalk
Sprüche von und über ihn

Gottschalk gelobte Besserung in der Sendung vom Dienstag: «Sie kennen ja die ARD: Problem erkannt, Problem gelöst!», sagte der langjährige ZDF-Moderator (Wetten, dass..?) und witzelte: «Heute alles schon ganz anders. Sie werden sich die Werbung noch wünschen!» Das taten allerdings wenige: Nur 2,4 Millionen Zuschauer (Marktanteil: 8,6 Prozent) schalteten nach Senderangaben die Show an. Zur Premiere am Vortag waren es mit 4,3 Millionen Menschen (14,3 Prozent) noch fast doppelt so viele.

Im Vorfeld des Sendestarts hatte Gottschalk für die Hölle des ARD-Vorabends bedächtige Ziele ausgegeben. So sei ein zweistelliger Marktanteil ein realitischer Wert. An den muss sich der Großmeister der Samstagabendunterhaltung nun viermal wöchentlich von unten herankämpfen. Aber vielleicht kann er jetzt, mit rund 1,9 Millionen Medienkritikern weniger, einfach mal in Ruhe sein Ding machen.

In seiner zweiten Show begrüßte Gottschalk den Schauspieler Armin Rohde sowie den am Dienstag frisch für einen Oscar nominierten Regisseur Wim Wenders (Pina) und Fußball-Kaiser Franz Beckenbauer. Armin Rohde machte sich lustig über die Werbefrage und sagte gleich nach dem Handschlag «Wir unterbrechen für eine Werbepause.»

Mit Beckenbauer trank Gottschalk ein Glas Wein und plauderte über den Standort seiner Show. «Ich wollte ja - im Vertrauen - die Show eigentlich aus München machen. Also meine erste Idee war: München. Und da haben dir mir gesagt: Da kannste Beckenbauer haben, Roberto Blanco und dann wird's schon eng. Berlin ist die Stadt, wo man sein muss.» Beckenbauer entgegnete: «Hier ist der Bär los.» Doch er hätte München «natürlich auch eine gute Wahl» gefunden, zumal er es dann von seinem Wohnsitz in Salzburg nicht so weit gehabt hätte, betonte Beckenbauer.

ruk/rto/news.de/dpa

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