20 Jahre MDR-«Tatort» Das Duo mit der Schmolllippe

Tatort (Foto)
Die Kommissare Eva Saalfeld (Simone Thomalla) und Andreas Keppler (Martin Wuttke) lösten ihren zwölften Fall. Bild: MDR/Steffen Junghans

Von news.de-Redakteurin Claudia Arthen
106 Leichen, ein Oscar-Preisträger und eine Kommissarin, die sich für den Playboy auszog: Vor 20 Jahren ging der erste Tatort des Mitteldeutschen Rundfunks auf Sendung. News.de präsentiert die zehn wichtigsten Fakten.

1. Seit dem 25. Mai 2008 gehen Simone Thomalla als Eva Saalfeld und Martin Wuttke als Andreas Keppler im Leipziger Tatort auf Verbrecherjagd. In der Folge Todesbilder von gestern Abend arbeiteten sie zum zwölften Mal zusammen. Ihr Spiel kann nicht jeden Tatort-Fan begeistern, wobei besonders der weibliche Part des Duos immer mal wieder sein Fett weg bekommt. So lästert «DanielW» auf freitag.de: «Die aufgespritzte Schmolllippe von Thomalla, die immer nur für einen einzigen Gesichtsausdruck gut ist, und auch Wuttke sieht tatsächlich wie sein eigener Hausmeister verkleidet als Tangotänzer aus.» Dennoch: Der Tatort mit dem schroffen Keppler und der emotionalen Saalfeld hat im Durchschnitt 8,35 Millionen Zuschauer und einen Marktanteil von 23,7 Prozent und besetzt damit im Quoten-Ranking aller Tatort-Teams die goldene Mitte.

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Für Geld und Ruhm nackig gemacht

2. Saalfeld und Keppler sind das einzige Tatort-Duo, das (zumindest im Film) einmal verheiratet war. Die beiden hatten ein Kind – ein Mädchen, das im Alter von einem Jahr starb. Und, das erfuhr der TV-Zuschauer gestern: Keppler liebt seine Eva immer noch.

3. Martin Wuttke dreht seine Stunts gerne selbst. So ließ er sich in der Folge Rendezvous mit dem Tod (2011) in einen Brunnenschacht fallen. Auch sein Vorgänger Peter Sodann hat als Bruno Ehrlicher beim Dreh viel riskiert: In der Folge Fluch des Bernsteinzimmers sprang er 1999 von einer Brücke.

4. Der erste Tatort in der Geschichte der ARD-Krimireihe heißt zwar Taxi nach Leipzig, wurde am 29. November 1970 ausgestrahlt und spielt (zumindest im TV) in Sachsen. Tatsächlich wurde die Folge aber ausschließlich in Westdeutschland gedreht. Die Sachsen bekamen ihren eigenen Tatort erst mehr als zwei Jahre nach dem Fall der Mauer: Am 19. Januar 1992 trat Peter Sodann als Kommissar Bruno Ehrlicher mit Ein Fall für Ehrlicher seinen Dienst an. Die Folge spielte in Dresden und wurde noch vom Deutschen Fernsehfunk (DFF), dem ehemals staatlichen Fernsehen der DDR, finanziert. Ab dem 2. Januar 2000 ermittelten Ehrlicher und sein Kollege Kain (Bernd-Michael Lade) schließlich in Leipzig.

5. Wie heißt Kommissar Kain eigentlich mit Vornamen? Etwa Frank?, wie Tatort-Fans vermuteten. In keiner der 45 Folgen des Duos Ehrlicher/Kain fiel der Name, selbst als die Fans im letzten Fall im Jahr 2007 Aufklärung forderten, geschah nichts.

6. In 20 Jahren MDR-Tatort hatten zahlreiche prominente Schauspieler ihren Gastauftritt. Mit Christoph Waltz war 2006 in Schlaflos in Weimar sogar ein späterer Oscar-Preisträger und Hollywoodstar dabei. Fritz Wepper mimte 2004 in Abseits die Fußballlegende Hartmut Utz und ließ eine Leiche verschwinden. Und Cosma Shiva Hagen geriet 2002 in Todesfahrt in den Dunstkreis von Pharmakonzernen, die Leistungssportler mit Dopingmitteln versorgen.

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7. An jedem MDR-Tatort wird etwa 21 Tage lang gedreht. Daraus entstanden rund 15 Stunden Rohmaterial, die in der dreieinhalb Monate dauernden Nachproduktion auf durchschnittlich 88 Minuten verdichtet werden.

8. In 20 Jahren MDR-Tatort gab es 106 Tote, darunter 3 Kinder. Die meisten Opfer wurden erschlagen.

9. Die Zusammenarbeit zwischen den Leipziger Kommissaren und ihren Kollegen Freddy Schenk (Dietmar Bär) und Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) vom Kölner Tatort hat Tradition. Im Jahr 2000, zum 30. Geburtstag der Krimireihe, trafen sich die vier Ermittler (damals noch mit Sodann und Lade) zum Quartett in Leipzig und 2002 zum Rückspiel in Köln. Und in diesem Jahr steht erneut eine städteübergreifende Ermittlungsarbeit an, die die vier Kommissare auf den Kinderstrich führt. Gezeigt werden die Krimis Kinderland und Ihr Kinderlein kommet am Ostersonntag und -montag (8. und 9. April).

10. Simone Thomalla und die ehemalige Frankfurter Ermittlerrin Andrea Sawatzki sind bislang die einzigen Tatort-Ermittlerinnen, die sich für den Playboy auszogen. Thomalla ist auch die einzige Ermittlerin, über deren Privatleben regelmäßig in Boulevardblättern berichtet wird – angefangen beim Beziehungsaus mit Ex-Fußballmanager Rudi Assauer bis hin zur mittlerweile zwei Jahre dauernden Liaison mit Handballspieler Silvio Heinevetter. Demnächst dürfte sich die Tatort-Kommissarin die Schlagzeilen mit Til Schweiger teilen. Der ermittelt bekanntlich ab September für die ARD-Krimireihe in Hamburg.

Simone Thomalla
Kommissarin mit Schmollmund

mik/news.de

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