«The Voice» Xavier Naidoo allein unter Männern

Juliane ZiegengeistVon news.de-Volontärin
Während das Team BossHoss vor Frauenpower nur so strotzt, kickt Xavier Naidoo seine letzte Dame aus dem Rennen. Deren Version von Flugzeuge im Bauch wollte keine Liebesgefühle aufkommen lassen. Davon gab es in der dritten Liveshow sonst genug.

Auch wenn Unser Star für Baku, das am Donnerstag auf Pro7 startete, seinem Sendeplatz-Vorgänger Konkurrenz zu machen versucht: Die stimmliche Qualität und die unfassbare Harmonie unter den Kandidaten und Jurymitgliedern bei The Voice Of Germany kann bisher keiner überbieten. Noch immer hat die Castingshow, die gestern Abend bei Sat.1 in die dritte Liveshow ging, die besten Talente und die meiste Liebe zu bieten. In keinem anderen vergleichbaren Format sagen sich die Teilnehmer und deren Juroren so oft, wie gerne sie sich haben. Und Nena ist die Liebesgöttin.

Sie zeigt sich im erneuten Kampf der Teams von Xavier Naidoo und The BossHoss um den Einzug in die nächste Runde ungewohnt ladylike - mit rotem Kleid und rotem Lippenstift. Ansonsten bleibt alles beim Alten: Nena ist aufgedreht wie immer, Rea Garvey findet's «unfuckingfassbar» und Naidoo und BossHoss graut es davor, einen ihrer Kandidaten gehen zu lassen. Vier hat jeder noch im Rennen, zwei werden von den Zuschauern direkt weitergewählt. Die übrigen zwei müssen auf den Juryjoker hoffen.

«The Voice of Germany 2011»
Echte Talente und blinde Juroren

Und obwohl die Luft dünner wird, haben einige Teilnehmer und deren Coaches hoch gepokert. Der neue Trend: eigenwillige Interpretationen deutscher Klassiker. So singt Rino Galliano (Team Naidoo) Über sieben Brücken, den er selbst unverhohlen als deutschen Schlager bezeichnet. Der Sänger befürchtet zwar, damit leicht ins Kitischige abdriften zu können, wagt es aber trotzdem. Das Problem hat er nach Meinung der Jury gut umschifft, auch wenn nicht jedem die Songauswahl schmeckt. Zumindest aber hat Rino einen Beitrag zur Allgemeinbildung geleistet. Garvey kannte die Nummer vorher nämlich gar nicht und Nena gibt zu: «Ich hab' den Text das erste Mal richtig wahrgenommen, weil du ihn singst.»

Auch wenn Coach Naidoo meint, Rino habe den Evergreen schon besser gesungen - den Zuschauern scheint es gefallen zu haben, sie wählen Rino eine Runde weiter. Genauso wie Ole Feddersen (Team BossHoss), der mit seiner Version von Udo Lindenbergs Cello alles richtig macht. Aus seiner Zeit als Backgroundsänger beim Panikrocker hat er sich offenbar einiges abgucken können. Weniger glücklich ist die Songauswahl von Naidoos einziger Frau im Team, Katja Friedenberg, ausgefallen, die Flugzeuge im Bauch (im Original von Herbert Grönemeyer) singt.

Ein guter Song ist die halbe Miete

Leider gerät ihre Version des einstigen Hits äußerst gewöhnungsbedürftig. The BossHoss nennen sie «zu theatralisch» und Garvey fände es «grandios» für Unser Star für Baku, doch für The Voice reicht es ihm nicht. «Was passiert nach der Show, wo willst du hin?», fragt er in Andeutung an die geringe Halbwertszeit bisheriger Castingstars in Deutschland. Katja, die zuletzt noch mit Juryhilfe weiterkam, wird das jetzt für sich selbst herausfinden müssen. Denn im Duell mit Soulass Mic Donet, mit dem sie sich erneut der Juryentscheidung stellen muss, entscheidet sich Naidoo für den Mann.

Sein Team komplettiert Max Giesinger, der mit I'll Be Waiting von Lenny Kravitz etwas blass bleibt, aber offenbar genug Fans hat. Zu Recht urteilt Garvey: «Er ist der beste Rocker von allen Teams, aber das ist echt ein Scheißlied für ihn.» Eine schlechte Songauswahl katapultiert schließlich auch Bennie McMillan ins Aus, der ein relativ unbekanntes Lied relativ unspektakulär darbietet und damit gegen die Frauenpower im Team BossHoss keine Chance hat. Ihn ereilt das Knockout seiner Coaches, stattdessen winken diese Rockröhre Ramona Nerra weiter. Dank der Zuschauer haben das auch Ivy Quainoo und ihre Soulstimme geschafft.

Da waren's nur noch sechs. Auf diese Zahl müssen in der nächsten Liveshow am kommenden Freitag auch Nena und Rea Garvey ihre Teams reduzieren. Erst dann geht The Voice Of Germany mit insgesamt zwölf Kandidaten in die wirklich heiße Phase. Diese dürfen sich schon jetzt wie kleine Stars fühlen, tummeln sich ihre Songs doch in den iTunes-Downloadcharts weit oben. Am 28. Januar soll sogar ein Best-Of-Album basierend auf den Liveshowauftritten erscheinen. Mit dem kann man sich dann schon einmal auf das große Finale am 10. Februar einstimmen. Insofern ist es wie bei jedem anderen Castingformat: Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen. Das gilt für die Kandidaten ebenso wie für die Zuschauer.

Die Videohighlights der dritten Liveshow gibt es hier zu sehen.

news.de

Leserkommentare (0) Jetzt Artikel kommentieren
Kommentar schreiben  Netiquettelink | AGB
noch 600 Zeichen übrig
Anzeige
Neueste Dossiers
news.de auf Facebook
Follow us on Facebook!
News.de auf Twitter
Follow us on Twitter!
Anzeige