«The Voice» «Arschloch» Xavier hat Hunger auf mehr

Nena, Xavier und Co. sind meist ein Herz und eine Seele. Doch auch bei der harmonischsten Castingshow aller Zeiten fallen mitunter unflätige Worte. In der letzten Battleshow von The Voice wurde ein wenig gestänkert und kräftig ausgesiebt.

Xavier (Foto)
Xavier Naidoo ist der härteste unter den Juroren. Bild: screenshot news.de (Pro7.de)

Eine hochkarätige Jury, durch die Bank weg begabte Talente, unglaublich gute Einschaltquoten. Selten ist eine Show so eingeschlagen wie The Voice. Und so langsam geht es für das Erfolgsformat in die heiße Phase: Ab Anfang Januar stehen die Liveshows an, in denen die besten 24 Kandidaten The Voice Of Germany unter sich ausmachen.

Doch zuvor muss noch ausgesiebt werden, denn jeder Juror darf nur sechs seiner Schäfchen mit ins neue Jahr nehmen. Sieben Ausscheidungsduelle stehen in der letzten Battleshow an - und die verkommen fast zum lästigen Vorprogramm. Denn nach den Battles ist vor den «Sing Offs». Bedeutet: Jeder Juror muss am Ende unter seinen acht Siegern noch einmal zwei Talente aussortieren.

«The Voice of Germany 2011»: Echte Talente und blinde Juroren

Und darin liegt die eigentliche Spannung der letzten Sendung vor den Liveshows. Jeweils im Dreierpack wird im «Sing-Off» um den letzten Platz in den Jury-Teams gekämpft. Entscheidungskriterium ist der Song aus den Blind Auditions - dieses Mal mit sehenden Juroren.

Im Team von Rea Garvey müssen Tiziana, Jo Brasil und Jasmin Graf nachsitzen. Am Ende kann Jasmins Because Of You Garvey noch einmal begeistern, sie stößt als letzte zur Liveshow-Crew des Ex-Reamonn-Sängers. Das Rennen bei den zwei Jungs von The BossHoss macht mit Bennie McMillan der Mann. Er singt sich als Nummer sechs gegen Natascha Bell und Vera Luttenberger ins Team. Nena entscheidet sich für Yasmina Hunzinger und gibt Bobby Bobbs'n und Tessa Sunniva den Laufpass.

Die «schwerste Entscheidung» des Abends steht Xavier Naidoo bevor. «Was sagt Dein Bauch?», möchte Moderator Stefan Gödde vom Soulstar wissen, der die Frage salopp mit «Ich hab' Hunger» beantwortet. Am Ende «verspeist» er Laura Bellon und Benny Martell. Max Giesinger zieht ins Team von «Dr. Ton» ein.

Die Battles-Shows sind damit abgeschlossen, im neuen Jahr dürfen die Zuschauer mit ins Geschehen eingreifen und für ihre Favoriten anrufen. 24 Kandidaten stehen dann noch zur Auswahl - Zeit für ein kleines Zwischenfazit. 

Das ist gut

Das Niveau der Kandidaten ist hervorragend. Ohne Übertreibung lässt sich behaupten, dass The Voice die Casting-Show mit dem größten Sängerpotential ist. Ein Kennzeichen: Werden beim Bohlen-Wettbewerb Deutschland sucht den Superstar gerne mal ganze Textpassagen vergessen, sucht man solche Aussetzer bei den Kandidaten von The Voice vergeblich. Auch wenn es letztlich nach den Blind Auditions nicht mehr nur um die Stimme geht, sondern auch um das vielzitierte «Gesamtpaket», wird die Show ihrem eigenen Anspruch vollauf gerecht.

Äußerst angenehm ist zudem der Umgangston zwischen Juroren und Kandidaten: Bohlen-typisches Bashing? Fehlanzeige. Die Kommentare von Off-Text und Jury bleiben allesamt fair und sachlich. 

Das liegt auch an der fachkundigen Jury, in der es kein Juror nötig hat, sich auf Kosten der Kandidaten zu profilieren. Die Kritik von Nena, Xavier & Co. bezieht sich ausschließlich auf die sängerische Leistung. Zudem verzichtet The Voice nahezu komplett auf Kriegsschauplätze neben der Bühne, das Privatleben der Kandidaten bleibt nahezu unangetastet.

Das nervt:

The Voice läuft mitunter Gefahr, zu einer langweiligen Kuschelshow abzudriften. Warme Worte, wohin das Ohr auch hört. Da können selbst harsche Bemerkungen zwischen den Juroren der Harmonie nichts anhaben, etwa wenn Rea Garvey seinen Kollegen Xavier gespielt unflätig beschimpft («Ihr seid wahnsinnig gut, der ist das Arschloch»). Die Jury überschlägt sich vielmehr in Superlativen, das Publikum kommt offenbar aus den Standing Ovations kaum heraus.

Neben der starken Jury gibt einzig Moderator Stefan Göbbe ein schwaches Bild ab. Der Galileo-Mann wirkt bemüht und bleibt blass. Seine überschwängliche Freude mit den Siegern wirkt unecht, seine überschwängliche Begeisterung kommt monoton daher. 

Noch nerviger sind die gefühlt mit jeder Show anwachsenden Werbeblöcke. Bei drei Stunden Sendezeit schaffen es Pro7 und Sat.1 beinahe 60 Minuten mit Reklame zu füllen. Nichts Neues im Privatfernsehen, nervig ist es trotzdem.

24 vielversprechende Kandidaten machen Vorfeude

Das Zwischenfazit nach den Battles und vor den Liveshows bleibt ein überwiegend positives. Beim Ausscheidungsmodus hätte man sich lediglich die zwischengeschaltete Stufe der «Sing-Offs» sparen können, die schnell den Verdacht künstlich erzeugter Spannung erweckte. Spannend wird es ganz sicher in den Liveshows, in die es am 5. Januar mit folgenden Kandidaten geht:

Team The BossHoss: Bennie McMillan, C Jay, Ivy Quainoo, Ole, Ramona Nerra und Sahar Haluzy

Team Rea Garvey: Jasmin Graf, Charles Simmons, Lena Sicks, Percival, Michael Schulte und Benny Fiedler

Team Nena: Sharron Levy, Nina Kutschera, Kim Sanders, Behnam Moghaddam, Lisa Martine Weller, Nina Hunzinger

Team Xavier Naidoo: Rino Galiano, Rüdiger Skoczowsky, Dominic Sanz, Mic Donet, Katja Friedenberg, Max Giesinger

Die letzte Battleshow in voller Länge gibt es hier zum Nachschauen.

cvd/news.de

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