ARD-Zweiteiler Im Netz der Russenmafia

Von Cordula Dieckmann
Ein verschwundenes Kind, ein zweifelhafter Selbstmord und ein Netz aus dunklen Machenschaften: Es ist ein Alptraum, in dem die Journalistin Katherina in Sankt Petersburg landet. Auf der Suche nach der Wahrheit begibt sie sich in Lebensgefahr - heute Abend im ARD-Thriller Russisch Roulette.

Es ist die Horrorvorstellung jeder Mutter: Ein Kind verschwindet. Seine Spur verliert sich im Gewühl einer fremden Großstadt und bald wird klar, dass es entführt wurde. Diese dramatischen Ereignisse sind der Auftakt für den ARD-Zweiteiler Russisch Roulette, der heute und morgen um 20.15 Uhr im Ersten zu sehen ist.

Im Mittelpunkt steht die Journalistin Katherina Wagner (Katharina Böhm), die mit ihrem Sohn Nikolai ins russische Sankt Petersburg gereist ist. Dort will sie ihm das Grab seines Vaters zeigen, der auch Journalist war. Doch dann ist Nikolai auf einmal weg. Auf der verzweifelten Suche nach dem Kind deckt Katherina finstere Machenschaften auf, die auch den angeblichen Selbstmord ihres Mannes in einem anderen Licht erscheinen lassen.

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Joseph Vilsmaier hat Regie geführt bei dem Drama, das trotz einiger Schwächen auch spannende Momente hat. An die Qualität etwa von Dominik Grafs Im Angesicht des Verbrechensüber die russische Mafia in Berlin kommt der Film allerdings nicht heran. Dafür sind die Charaktere zu holzschnittartig skizziert, manches wirkt konstruiert. Auch die Atmosphäre wirkt bisweilen etwas künstlich - Sankt Petersburg ist zwar in schönen Kamerafahrten durch die winterliche Stadt zu sehen. Doch eigentlich könnte das Ganze auch ganz woanders spielen.

Steckt die Russenmafia dahinter?

Schön sind jedoch die Momente, in denen es um Gefühle geht, etwa wenn Katherina in der Wohnung ihres verstorbenen Mannes nach seinen Spuren sucht. Oder wenn sie zwischendurch verzweifelt, weil sie glaubt, keine Kraft mehr zu haben. Vilsmaier widmet sich diesen Emotionen mit Feingefühl und gibt ihnen genügend Raum. Katharina Böhm spielt glaubwürdig die verzweifelte Mutter, die nicht in Hysterie verfällt, sondern trotz ihrer Panik einen kühlen Kopf bewahren will. Denn sie weiß: Nur mit klarem Denken kann sie ihren Sohn finden, ohne ihr eigenes Leben in Gefahr zu bringen.

Denn ihr größtes Problem ist: Wem kann sie trauen? Auf einmal wirken viele in ihrem Umfeld verdächtig. Da ist etwa der Pole Adam (Heinz Hoenig), der den Tod seines Bruders aufklären will und ständig an ihrer Seite auftaucht, um sie aus gefährlichen Situationen zu retten. Und da sind die Exkollegen ihres Mannes in der Redaktion eines Petersburger Fernsehsenders. Auch sie wollen ihr bei der Suche nach Nikolai helfen.

Besonders verdächtig erscheint aber der Oligarch Alexej Romanowitsch (Merab Ninidze), der seine Macht durch brutale Schlägertrupps absichert und in dessen Umkreis Katherinas Mann kurz vor seinem Tod recherchiert hat. Oder waren es doch ehemalige sowjetische Geheimagenten, die sie mit ihrer Suche aufgeschreckt hat?

Titel: Russisch Roulette
Regie: Joseph Vilsmaier
Darsteller: Katharina Böhm, Heinz Hoenig, Hansjürgen Hürrig, Horst-Günter Marx, Merab Ninidze, Wolf Roth
Sendetermin: Teil 1 - Montag, 2. Januar 2012, Teil 2 - Dienstag, 3. Januar 2012, jeweils 20.15 Uhr im Ersten

car/zij/news.de

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