Rückblick 2011 Die Medienaufreger des Jahres

Abschiede und Comebacks, ein streitbarer Bambi sowie Bücher und Filme, die für Wirbel sorgten. Wie jedes Jahr gab es auch 2011 reichlich Aufreger in den Medien. News.de lässt die wichtigsten Momente Revue passieren. Dabei darf natürlich einer nicht fehlen: Thomas Gottschalk.

Wetten, dass..?: Was für ein Abschied!
Video: news.de

Dieses Jahr hatte wieder alles zu bieten: Abschiede und Neuanfänge, schockierende und einzigartige TV-Momente, die mal zu Tränen der Freude, mal der Trauer rührten oder einfach nur ein simples Kopfschütteln verursachten. Den Paukenschlag des Jahres gab es bereits im Februar: Showmaster Thomas Gottschalk kündigte in der 193. Ausgabe von Wetten, dass..? seinen «Rücktritt» an - ausgerechnet zum 30-jährigen Jubiläum der ZDF-Unterhaltungssendung.

Nach dem schweren Wettunfall von Samuel Koch Ende 2010 könne er von seinem Sofa nicht weiter unbeschwert gute Laune und Spaß verbreiten, so Gottschalks Begründung. Während die gesamte Fernsehnation hoffte, der Moderator würde sich in der laufenden Showsaison noch einmal umstimmen lassen, entbrannte nach und nach eine immer skurriler werdende Nachfolger-Diskussion, die den eigentlichen Rückzug Gottschalks ob ihrer medialen Präsenz noch in den Schatten stellen sollte.

Wer war nicht alles im Gespräch, den Moderator zu beerben: Gottschalks ehemaliger Radiokollege Günther Jauch, die Talkmaster Johannes B. Kerner und Markus Lanz, Alleskönner Stefan Raab und schließlich Komiker Hape Kerkeling galten als heiße männliche Anwärter. Auch über weibliche Kolleginnen wie Barbara Schöneberger, Anke Engelke oder gar Gottschalks Co-Moderatorin Michelle Hunziker wurde spekuliert. Von den meisten der Aspiranten gab es schnell eine konsequente Absage, so dass man mittlerweile schon fast fragen muss, wer noch nicht Nein gesagt hat.

Lierhaus wird Lotterie-Botschafterin - für viel Geld

Monica Lierhaus : Würde ist unbezahlbar
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Noch immer ist die Nachfolger-Frage offen. Sollte die Suche für das ZDF zu einer Mission: Impossible werden? Das Format jedenfalls soll weiterleben. Und auch Gottschalk, der am 3. Dezember seine definitiv letzte Wetten, dass...?-Sendung bestritt, bleibt uns erhalten. Er wird ab dem 23. Januar 2012 montags bis donnerstags im Ersten vor der Tagesschau zu sehen sein und zu aktuellen Themen live talken. Ohne Fernsehen geht es dann doch nicht.

2011 hatte noch ganz andere Aufreger zu bieten. Während Gottschalk seinen Abschied über das ganze Jahr zog, feierte die ehemalige Sportmoderatorin Monica Lierhaus bei der Verleihung der Goldenen Kamera im Februar ihr TV-Comeback. Zwei Jahre nachdem es bei einer Hirnoperation Komplikationen gegeben hatte, trat sie erstmals wieder öffentlich auf, um einen Ehrenpreis entgegenzunehmen. In ihrer Sprech- und Bewegungsfreiheit noch immer eingeschränkt, rührte sie viele im Saal und vor dem Fernseher zu Tränen.

Der Heiratsantrag, den Lierhaus ihrem Lebensgefährten Rolf Hellgard vor laufenden Kameras machte, war nicht jedermanns Sache. Mittlerweile bereut sie die Entscheidung, diese sehr private Frage öffentlich gestellt zu haben. Viel heftigere Reaktionen rief indes ihr Engagement als Botschafterin der ARD-Fernsehlotterie hervor. Das Nachrichtenmagazin Spiegel hatte berichtet, Lierhaus' Gage belaufe sich auf 450.000 Euro pro Jahr, und damit viel Unmut hervorgerufen. Zahlreiche Kunden sollen ihr Abonnement daraufhin gekündigt haben. Der Sender hielt dennoch an der Moderatorin fest und hat die Angaben bis heute nicht kommentiert.

Ein Bambi für Bushido und jede Menge Widerstand

Bushido und Peter Maffay: Ganz schön naiv?!
Video: news.de

Nicht nur die Verleihung der Goldenen Kamera hatte es in diesem Jahr in sich. Auch bei der Vergabe des Bambi gab es nur ein Gesprächsthema: Bushido. Der Rapper bekam Anfang November von Peter Maffay, mit dem er für dessen neues Tabaluga-Album zusammengearbeitet hatte, den Preis für Integration überreicht. Schon im Vorfeld des Gala-Abends regte sich insbesondere über soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter Widerstand. Ein Mann, der noch vor wenigen Jahren mit gewaltverherrlichenden und schwulenfeindlichen Texten aufgetreten sei, verdiene eine solche Ehrung nicht, so der Tenor der Gegner.

Auch Schlagersänger Heino war dieser Meinung und gab seinen Bambi, den er 1990 gewonnen hatte, aus Protest zurück. Zahlreiche andere Promis äußerten sich ebenfalls kritisch zu der Juryentscheidung, Bushido auszuzeichnen. Schließlich sagte sich sogar Maffay, der den Rapper lange verteidigt und sich von dem Preis einen positiven Effekt auf dessen Verhalten erhofft hatte, von ihm los. Die gemeinsame Single Erwachsen sein, auf der auch Sido zu hören ist, stieg trotz oder gerade wegen der Negativschlagzeilen Anfang Dezember relativ passabel in die Top 30 der Charts ein.

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