Jutta Speidel im TV Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm

Annas Erbe (Foto)
Anna Ingstrup (Jutta Speidel) bewirtschaftet einen alten Apfelhof. Bild: ARD Degeto/Susanne Dittmann

Von Paul Barz
Sie gilt als Energiebündel und Quotengarantin. In dem ARD-Melodram Annas Erbe spielt Jutta Speidel eine starke Frau mit kleinen Schwächen, die nach einem schweren Schicksalsschlag ihr Leben neu ordnen muss.

Mehr als fünf Millionen Zuschauer waren dabei, als vor drei Jahren Annas Geheimnis gelüftet wurde: Die Apfelbäuerin aus dem Alten Land bei Hamburg hatte eine bis dahin verleugnete, nach der Geburt zur Adoption freigegebene Tochter. Im Film wurde dann dieses Geheimnis nach allen Regeln der Kunst freigelegt.

Der Quotenerfolg ließ die Macher nicht ruhen - ein zweiter Teil musste her. Diesmal geht es um Annas Erbe und es übernahm nicht Jan Ruzicka, sondern Florian Gärtner die Regie; das Buch stammt von Sophia Krapoth. Jutta Speidel gibt aber - natürlich - erneut die alldominante Anna. Auch Susanne Schäfer als entschieden reifer gewordene Tochter Ines ist wieder dabei.

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Sie hat mittlerweile wohl alle Träume von einer Solokarriere als Cellistin aufgegeben. Denn rasch ist sie bereit, den Musikerberuf zurückzustellen und der Mutter im Alten Land als Juniorpartnerin beizustehen. Die hat inzwischen gewaltige Sorgen. Ihr am Ende des letzten Films angetrauter Ehemann, gespielt von Dietrich Hollinderbäumer, erliegt gleich zu Beginn des zweiten Films einem Herzinfarkt. Sie muss nun den Apfelladen ganz allein schmeißen und auch noch dem Konkurrenzdruck standhalten. Hier wie anderswo auch gilt: Die Großen fressen die Kleinen.

Und da ist auch noch Jo, die Enkelin, so maulig, verzickt und anspruchsvoll, wie im Fernsehen (und manchmal nicht nur dort) Teenies nun mal sind. Sie gibt dem Film einen dramatischen Kick: Jo erwartet vom netten Nachbarsjungen ein Kind. Abtreibung oder nicht Abtreibung? «Du bekommst es», entscheidet die Großmutter in Erinnerung ans eigene Schicksal. «Du bekommst es nicht», meint die Mutter. Auch sie denkt an ihr Los als uneheliches Kind zurück.

Wird es einen dritten Teil geben?

Der Krach setzt ein. Zum Leidwesen aller. Und zur Freude der Darsteller, die sich im Herbst 2010 wieder zur Dreharbeit im Alten Land trafen, wo noch an den Bäumen die Herbstäpfel hingen und im Bioladen Äpfel aus Argentinien angeboten wurden. Und sie feierten freudiges Wiedersehen mit dem wunderschönen alten Bauernhaus, in dem schon der erste Film entstanden ist.

«Es ist doch schön», meint Schauspielerin Schäfer, «wenn aus einer guten, erfolgreichen Sache ein weiterer Stoff entwickelt wird, der aber nicht nur ein Aufguss ist, sondern neue Perspektiven hat». So den Kampf der drei Frauen, die eigentlich alle drei schlimme Egoistinnen sind. Anna stürzt sich mit aller Gewalt auf die Enkelin, Tochter Ines kämpft nur darum, von der Mutter akzeptiert zu werden und übersieht darüber die eigene Tochter. Diese aber denkt sowieso nur an sich selbst.

Schäfer nahm ihre Rolle als Herausforderung: «Ich klemme hier ja zwischen den beiden Generationen, habe keinen eigenen Partner.» Da war es doppelt spannend, dieser Frau die eigene starke Farbe zu geben. Und ein möglicher Partner zeichnet sich immerhin ab. Im attraktiven polnischen Pflücker Marek, mit dem sie sich zunächst mal unaufhörlich kabbelt. Aber so was kann sich sehr plötzlich ändern. Wenn es zum Beispiel einen dritten Film geben sollte.

Titel: Annas Erbe
Regie: Florian Gärtner
Darsteller: Jutta Speidel, Susanne Schäfer, Anna Hausburg, Michael Greiling, Marek Gierszal, Dennis Mojen
Sendetermin: Donnerstag, 22. Dezember 2011, 20.15 Uhr, Das Erste

car/zij/news.de/dpa

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