«Penelope» Christina Ricci mit Schweinerüssel

Juliane ZiegengeistVon news.de-Volontärin
In Penelope hat die Schauspielerin mit einem bösen Zauber zu kämpfen. Vox zeigt den wahrlich märchenhaften Film heute Abend in einer Free-TV-Premiere. News.de hat sich aus diesem Anlass auf die Suche nach weiteren Stars mit Mut zur Hässlichkeit gemacht.

TV-Quoten

«Sehen sie mich an: Ich sehe eben einfach zu seltsam aus.» So erklärt Christina Ricci in einem Interview mit prinz.de den Fakt, dass sie vor allem außergewöhnliche, meist bizarr anmutende Filmrollen spielt. Sie sei keine klassische Schönheit und werde deshalb auch nicht für entsprechende Rollen gebucht. «Ist ja irgendwie kein Wunder, mit meinem viel zu großen Kopf und den Kulleraugen sehe ich ja auch aus wie ein Gnom», sagt die Schauspielerin selbstkritisch.

So weit wollen wir nicht gehen, denn Ricci hat doch gerade deshalb einen gewissen Charme, der sie für Charakterrollen geradezu prädestiniert. In Der Eissturm begeisterte sie 1993 als hochintelligente, aber frührreife 14-Jährige ebenso wie als Megaluder in The Opposite Of Sex (1998). Danach machte sie vor allem in Horror-Thrillern wie Sleepy Hollow (1999), The Gathering (2002) und Verflucht (2005) von sich reden, in denen sie jeweils eine Hauptrolle übernahm.

Unschöne Rollen
Filmstars mal hässlich
Penelope (Foto) Zur Fotostrecke

Insofern fällt ihr Auftritt in dem Fantasy-Märchen Penelope von 2006 schon etwas aus dem Rahmen, Ricci bleibt ihrem Rollenmuster aber auch hier treu. Denn sie spielt darin keine normale junge Frau auf der Suche nach sich selbst und der wahren Liebe, sondern ein Schwein. Als solches wird sie zumindest von ihrer Umgebung bezeichnet, sobald sie diese zu Gesicht bekommt. Auf Penelope Wilhern lastet ein Jahrunderte alter Fluch, der sie mit einem Schweinerüssel als Nase und Schweineohren leben lässt.

Tolle Darsteller in moderner Inszenierung

Ihre Familie, vor allem ihre Mutter (Catherine O'Hara), ist bemüht, sie vor Anfeindungen aus der Öffentlichkeit zu schützen und den Fluch zu brechen. Doch das ist der Überlieferung zufolge nur möglich, wenn ein Mann gleichen Blutes - und das ist im Falle der Wilherns blaublütig - Penelope heiratet, und zwar so wie sie ist. In der familieneigenen Villa, die die Verfluchte seit ihrer Kindheit nicht mehr verlassen hat, werden potenziell heiratswillige Adlige gecastet. Diese ergreifen beim Anblick der Auserwählten jedoch die Flucht - bis auf Max (James McAvoy).

Zwischen ihm und Penelope stimmt die Chemie, heiraten will er trotzdem nicht. Sie büxt daraufhin niedergeschlagen von zu Hause aus und nimmt ihr Leben endlich in die Hand, um zu begreifen, dass sie sich erst selbst lieben muss, bevor es andere tun. Penelope ist aber nicht nur ein Film mit der für sein Genre verpflichtenden «Moral von der Geschicht», sondern auch noch überaus modern und detailverliebt inszeniert. Christina Ricci spielt die sympathische Hauptfigur als Traumfrau mit Makel so überzeugend, dass man ihren Rüssel fast lieb gewinnt.

Auch James McAvoy als aufrichtiger Lügner, mit dem man bis zuletzt um seine Liebste fiebert, und Catherine O'Hara in der Rolle der hysterischen Mutter, die man manchmal gerne selbst verfluchen und dann doch wieder in den Arm nehmen wollen würde, machen dieses Märchen sehenswert. Das schmückt sich zudem mit Namen wie Reese Witherspoon, die Penelope mitproduzierte, und Katy-Perry-Ehemann Russell Brand, die in Nebenrollen zu sehen sind. Star ist und bleibt aber die ferkelnasige und dennoch entzückende Ricci.

Von der bärtigen Hayek zum pummeligen Damon

Wie sie haben auch schon zahlreiche andere Schauspieler in Filmen Mut zur Hässlichkeit bewiesen, sich für Rollen in Fatsuits gezwängt, sich Latex oder Schnauzer ins Gesicht geklebt. So zeigte sich Meg Ryan in der Actionkomödie Lauschangriff – My Mom's New Boyfriend 2008 dank künstlicher Polster um etliche Kilos schwerer, mit zerzauster Frisur und im Jogginganzug. Schauspielkollege und Sänger Justin Timberlake fand in Der Love Guru (2008) ansatzweise zu seiner alten N'Sync-Frisur zurück. Jedenfalls trug er als Hockeyspieler Jacques Grande eine fiese Minipli-Matte und eine Reminiszenz an den Schnauzer der 1980er-Jahre.

Apropos Bart: Den ließ sich auch Salma Hayek für den Film Mitternachtszirkus – Willkommen in der Welt der Vampire (2009) verpassen, in dem sie die bärtige Madame Truska mimte. Sie selbst zeigte sich in Interviews im Gegensatz zu Kollegen vom Set alles andere als begeistert. Diese sollen gesagt haben: «Oh mein Gott. Du siehst so heiß aus mit dem Bart.» Tja, eine schöne Frau kann bekanntlich nichts entstellen.

Bei Matt Damon sieht die Sache - leider - etwas anders aus. Als pummeliger Biochemiker Mark Whitacre im Spionagethriller Der Informant (2009) ist der «Sexiest Man Alive 2007» dank fragwürdigem Modegeschmack, Brille und Schnauzer kaum wiederzuerkennen und um Lichtjahre nicht so ansehnlich wie als Jason Bourne. Dass es allerdings noch viel schlimmer geht, beweisen jene Schauspieler, die sich für Horrorformate mit aufwendigem Make-up verunstalten lassen. Aber überzeugen Sie sich selbst in unserer Fotostrecke «Filmstars mal hässlich».

Bestes Zitat: «Möchten Sie der Öffentlichkeit etwas sagen», fragt ein Reporter Penelope, deren Gesicht nun alle kennen. Ihre Antwort: «Hi?»

Titel: Penelope
Regie: Mark Palansky
Darsteller: Christina Ricci, James McAvoy, Reese Witherspoon, Catherine O'Hara, Nick Frost, Russell Brand
Sendetermin: Samstag, 10. Dezember 2011, 20.15 Uhr, Vox

car/news.de

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