Thomas Gottschalk Abschied von «Mr. Wetten, dass..?»

Untergang des Samstagabendlandes? Thomas Gottschalk moderiert letztmals Wetten, dass..? Auch ohne den Unfall des Wettkandidaten Samuel Koch gab es schon länger anhaltende Kritik am Plauderpapst des Zweiten.

Thomas Gottschalk (Foto)
Die letzte Wetten, dass..?-Sendung mit Thomas Gottschalk steht an. Bild: dapd

Über 20 Jahre lang war Thomas Gottschalk das Gesicht von Wetten, dass..?. Am Samstag wird der 61-jährige Showmaster zum letzten Mal die ZDF-Unterhaltungsshow moderieren und mit seinen Gästen auf dem berühmten Sofa plaudern. Seine Fernsehkarriere wird aber auch nach dem Ende seiner Wetten, dass..?-Ära nahtlos weitergehen. Bereits am 17. Dezember präsentiert er die Spendengala «Ein Herz für Kinder», die von seinem langjährigen Haussender ZDF übertragen wird. Ab Ende Januar ist er dann im Ersten zu sehen, wo er am hart umkämpften Vorabend die Show Gottschalk live startet. Beide Sender hatten zuvor um den Mann gebuhlt, der seit Jahren zu den erfolgreichsten Moderatoren in Deutschland zählt.

Wetten, dass..? präsentierte Fernsehpreisträger Gottschalk, mit einer Pause zwischen 1992 und 1994, seit 1987. «Ich habe im Leben viel Glück gehabt, aber zweimal hat Fortuna besonders zugeschlagen», hatte der Entertainer einmal berichtet. «Einmal an dem Tag, an dem ich meine Frau getroffen habe, und das zweite Mal, als Frank Elstner mich anrief und fragte, ob ich sein Nachfolger bei Wetten, dass..? werden wollte.» Der schwere Unfall von Wettkandidat Samuel Koch im Dezember 2010 war für Gottschalk dann so einschneidend, dass er im Februar dieses Jahres ankündigte, die Moderation der Sendung abzugeben.

Thomas Gottschalk: Sprüche von und über ihn

Respekt für Abbruch der Sendung

Er könne nicht weitermachen, als wäre nichts passiert, begründete Gottschalk seine Entscheidung. «Ich habe immer gesagt: Das wäre für mich das Allerschlimmste, wenn einem meiner Kandidaten in einer Livesendung etwas passiert», hatte Gottschalk, selbst Vater von zwei Söhnen, nach dem Sturz von Student Samuel Koch gesagt. Er halte es für seine Pflicht, «hier nicht weiterzuspielen, als wäre nichts passiert». Die Entscheidung, die Show nach dem Unfall erstmals in ihrer 30-jährigen Geschichte abzubrechen, brachte Sender und Moderator allgemein Respekt ein.

Ursprünglich schlug Gottschalk die Lehrerlaufbahn ein, widmete sein Showtalent dann aber doch einer Medienkarriere. Seit 1982 arbeitet er beim ZDF, wo er als Unterhaltungszugpferd neben Wetten, dass..? auch Sendungen wie die Spendengala «Ein Herz für Kinder» oder den Jahresrückblick moderierte. Zuvor und teilweise währenddessen war der gebürtige Bayer, der in Kulmbach aufwuchs, beim Bayerischen Rundfunk im Einsatz für Radio und Fernsehen.

Wetten, dass..?: Was für ein Abschied!
Video: news.de

In den 1990er-Jahren war er zudem Showmaster bei RTL (Gottschalk, Late Night Show) und Sat.1 (Gottschalks Hausparty, Gottschalk kommt). Rollen in Filmen wie Piratensender Powerplay, Die Supernasen und Til Schweigers 1 1/2 Ritter - Auf der Suche nach der hinreißenden Herzelinde blieben nur ein Randaspekt für «Mr. Wetten, dass..?».

Noch einmal ins Risiko

Schon vor dem schweren Unfall in der Sendung war Gottschalk in den vergangenen Jahren immer wieder gefragt worden, wie lange er die Sendung eigentlich noch moderieren wolle. Gerüchte über mögliche Nachfolger machten bereits die Runde. Dass er bei der Kritik nicht immer gut wegkam, war ihm bewusst. Er sehe «in aller Bescheidenheit niemanden, der das, was ich mache, besser macht als ich», befand er in einem Interview 20 Jahre nach seinem Dienstantritt bei Wetten, dass..?. Und: «Die Kritiker verzweifeln noch genauso an mir wie damals, aber es ist schon die nächste Generation.»

Auch Gottschalks neue ARD-Sendung wird von Kritikern und Zuschauern wohl genau beäugt werden. Ein mögliches Scheitern kalkuliert er selbst offenbar ein. «Lieber mit etwas Neuem grandios scheitern als nur auf Sicherheit gehen und sich zu lange an das Alte klammern», hatte der 61-Jährige jüngst der Zeitschrift Bunte gesagt. Wenn es nicht klappe, werde er sich bei der ARD für das Vertrauen bedanken und sich in aller Form für sein Versagen entschuldigen. Er wolle nicht die Schuld beim Publikum suchen, sondern sich «ins Exil nach Malibu begeben, bis die Leute mir den Flop verziehen haben. Und wenn man mich hier gar nicht mehr will, bleib ich eben dort.»

ruk/news.de/dapd

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