Neue Doku RTL spürt Kindesentführer auf

Entführt - Gib mir mein Kind zurück (Foto)
Im November 2009 lebte Sofia mit ihrer zweijährigen Tochter Hannah von ihrem Noch-Ehemann getrennt. Doch nach einem Besuchswochenende bringt Hannahs Vater das Mädchen nicht mehr zurück. Bild: RTL

Juliane ZiegengeistVon news.de-Volontärin
Der Sender mit Helfersyndrom erprobt ein neues Format: Heute Abend hilft ein Privatdetektiv in Entführt - Gib mir mein Kind zurück! einer verzweifelten Mutter dabei, ihre verschleppte Tochter zu finden. Kommt die Schicksalsstory bei den Zuschauern an, soll die Doku in Serie gehen.

TV-Quoten

1000 Kinder gelten in Deutschland als vermisst, weil einer ihrer Elternteile - meist der Vater - sie entführt hat. Regelmäßig gehen solche Fälle durch die Medien. Zuletzt sorgten vier deutsche Kinder für Schlagzeilen, die von ihrem Vater nach Ägypten verschleppt worden waren. Erst nach vier Monaten kehrten die Geschwister zu ihrer Mutter nach Niedersachsen zurück. Nach Aktenzeichen XY ... ungelöst (ZDF) und Stern TV (RTL) widmet sich nun ein neues RTL-Format solchen Fällen, das heute Abend mit einer Pilotfolge startet.

Im Stil des Quotenerfolgs Vermisst mit Julia Leischik, der künftig bei Sat.1 läuft, macht sich in Entführt - Gib mir mein Kind zurück! Privatdetektiv Norbert Idel auf die Spur der Vermissten. Der ehemalige Marinesoldat ist seit 30 Jahren als Detektiv tätig. «Zum Glück kann ich zirka 90 Prozent der Fälle aufklären, denn man kann jeden Menschen wiederfinden. Ein Kind verschwindet nicht einfach so, es gibt immer irgendwo eine Spur», sagt er im RTL-Interview.

Doku-Soap-Helfer
Ohne sie geht nichts

Kostspielige Suche ohne Erfolgsgarantie

Ob ihm das auch im Fall der kleinen Hannah gelingt? Ihre Mutter Sofia vermisst die Kleine seit November 2009. Nach einem Besuchswochende kehrte Noch-Ehemann Hossam, gebürtiger Ägypter, mit der damals Zweijährigen nicht mehr nach Hause zurück. Er verschleppte Hannah nach Amerika, dort konnte er mit ihr untertauchen. «Wenn ein Elternteil sein Kind innerhalb Deutschlands entführt, werden die deutschen Behörden auch tätig. Wenn aber ein Kind ins Ausland gebracht wird, geht es zuerst einmal darum, den Aufenthaltsort des entführten Kindes zu ermitteln», erklärt Idel.

Das kann extrem kostspielig werden. Da kämen schnell 150.000 bis 200.000 Euro zusammen, weiß er. Und eine Garantie, dass das Kind gefunden und wieder zurückgebracht werden kann, gebe es nicht. «Auch Sofia konnte ich nicht versprechen, dass ich die kleine Hannah wieder zu ihr zurückbringen werde», sagt der Detektiv. Die finanziellen Mittel aufzutreiben, um vermisste Kinder zu suchen, ist aber nicht das einzige Problem. Sind sie einmal gefunden, stellt sich die Frage, ob sie überhaupt zurück wollen.

«Wenn ein Kleinkind zum Beispiel zu lange bei dem Vater gelebt hat, würde ich sagen: Lass das Kind bei ihm. Das Kind würde die eigene Mutter nicht wiedererkennen. Das ist ja das perfide, die Zeit spricht für den Kindesentführer», so Idel. Es könne vorkommen, dass sich eine Mutter aus Liebe zum Kind dafür entscheidet, es beim Vater und Entführer zu lassen. Wie der Fall Hannah ausgeht, zeigt RTL heute auf dem angestammten Sendeplatz von Die Super Nanny. Stimmt die Quote beim Testlauf, steht einer weiteren Doku-Serie nichts mehr im Weg.

Entführt - Gib mir mein Kind zurück!, Mittwoch, 23. November 2011, 20.15 Uhr, RTL

rut/news.de

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