«Raus aus den Schulden» Peter Zwegats sympathischster Fall

Alleinerziehend, arbeitslos, verschuldet: Nicole Kramer aus Bielefeld spürt noch heute die Folgen ihrer Jugendsünden. Mit 31 Jahren will sie mit Peter Zwegats Hilfe ihr Leben endlich regeln. Dabei stellen sich nicht nur die Gläubiger, sondern auch der Staat völlig unnötig quer.

Raus aus den Schulden (Foto)
Finstere Mienen: Die alleinerziehende Mutter Nicole und Peter Zwegat haben nicht nur mit den Gläubigern, sondern auch der Arge zu kämpfen. Bild: RTL
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Zahlen sprechen eine eigene Sprache. Das weiß Peter Zwegat nur zu gut. Jedes Mal, wenn er an seinem Flipchart die Schulden seiner zum Teil äußerst beratungsresistenten Kunden auflistet, klappt diesen regelmäßig die Kinnlade herunter. Mittwoch um Mittwoch. Die Zahlen, die im Schuldneratlas 2011 vor einer Woche veröffentlicht wurden, haben eine ähnliche Wirkung. Laut der von der Wirtschaftsauskunft Creditreform durchgeführten Studie ist jeder zehnte Erwachsene (6,4 Millionen Menschen) in Deutschland überschuldet, kann also seine Schulden in absehbarer Zeit nicht begleichen.

Zwegat weiß, wie es dazu kommt. «Es gibt drei große Ursachen: Arbeitslosigkeit, Krankheit und Scheidung beziehungsweise Trennung vom Partner», sagt er im Interview mit dem Stern. Auf seinen neuesten Fall trifft das alles zu: Nicole Kramer (31) aus Bielefeld hat keinen Job, ist seelisch labil, ledig und zudem noch alleinerziehend. Sie ist so etwas wie der Prototyp des Schuldners von heute, hatte eine turbulente Kindheit, schmiss die Schule und wurde früh schwanger. Heute ist ihr Sohn elf Jahre alt und ihr Ein und Alles. Ihm will sie mehr bieten als Stress und Ärger, wie sie selbst sagt. Das nagt an ihr, körperlich wie mental.

So kann dem Zuschauer Nicole schon fast leid tun. Die sympathische Bielefelderin ist mittlerweile niemand mehr, der in den Tag hineinlebt und Däumchen dreht. Mit 29 hat sie sich entschlossen, ihren Realschulabschluss nachzuholen, den sie nach zwei Jahren mit 1,5 besteht. Sie ist also alles andere als dumm und will ihre folgenreichen Jugendsünden, die sie ihrer eigenen Naivität zuschreibt, endlich ausmerzen. Ihre Schulden belaufen sich auf 17.000 Euro, die Nicole am liebsten mit einem Vergleich aus der Welt schaffen würde. Denn die ehrgeizige Mutter weiß: Ein laufendes Insolvenzverfahren macht sich nicht gut ihm Lebenslauf.

Bei Ausbildung kein Geld

Doch die Summe, die Nicole mit Hilfe ihrer Schwester und einer Stiftung hätte aufbringen können, ist den Gläubigern nicht genug. Sie lassen es lieber auf ein Insolvenzverfahren ankommen, bei dem sie unterm Strich gar nichts gewinnen. Da schüttelt nicht nur der gemeine Zuschauer, sondern auch Peter Zwegat mit seinen 20 Jahren Beratererfahrung mit dem Kopf. «Um ehrlich zu sein, bin ich gar nicht so traurig darüber. Verdient hätten sie die Zahlung nämlich nicht», so sein Urteil.

Und noch etwas ist zum Haareraufen. Nicole hatte bei der Arge bereits eine Ausbildung zur Sozialpflegerin in Sicht. Doch dann wird ihr mitgeteilt, dass sie im Falle der wohlbemerkt unvergüteten Ausbildung keine Leistungen mehr beziehen kann. Das heißt im Umkehrschluss: Nicole bekommt nur Geld, wenn sie nichts tut. Und wieder fragt man sich, in welcher Welt wir eigentlich leben. «Dann muss sich der Staat auch nicht wundern, wenn sich alle nur noch faul hinsetzen und schön Geld kassieren», sagt die Arbeitsuchende und hat Recht damit. Einer Frau, die in ihrem Leben endlich die Kurve kriegen will, eine derart unsinnige Absage zu erteilen, ist nicht nur traurig, sondern auch dreist.

Doku-Soap-Helfer: Ohne sie geht nichts

Nicole entscheidet sich schließlich für eine halbjährige Orientierungsmaßnahme, um sich auf ihre berufliche Zukunft vorzubereiten, und beginnt auf Zwegats Anraten eine Therapie, die ihr helfen soll, ihre Jugend zu verarbeiten. Für sich und ihren Sohn. Ihnen gönnt man den Neuanfang.

Bestes Zitat: «Das Geld ist nicht weg. Das hat dann nur ein anderer.» (Peter Zwegat)

Hier können Sie Raus aus den Schulden online sehen.

Flimmerkiste: Mit Peter Zwegat sparen lernen
Video: news.de

ruk/news.de

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Leserkommentare (4) Jetzt Artikel kommentieren
  • van Veen Andrea
  • Kommentar 4
  • 10.11.2011 21:06

Hallo,ich finde die Nicole sehr sympathisch und würde gerne mit ihr Kontakt aufnehmen,denn mir geht es so ähnlich liebe Grüße Andrea

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  • Michael
  • Kommentar 3
  • 10.11.2011 18:32

Wenn ich Ihre Kontoverbindung wüsste, dann würd` ich direkt einen kleinen Betrag überweisen. Vielleicht finden sich ja dann noch ein paar Zuschauer mehr, die ähnlich denken?!

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  • Peter Scharr
  • Kommentar 2
  • 10.11.2011 16:42
Antwort auf Kommentar 1

Habe diese Sendung gestern Abend gesehen und ich kann da nur den Kopf schütteln.Diese Regelung kann doch nur von einem Sesselpfurzer ausgedacht worden sein, welcher weit ab von der Reraalität lebt.Mit solchen unsinnigen Regeln wird doch der Faulheit Tür und Tor geöffnet.Jemand der arbeiten will wird dafür noch bestraft. Kann man denn dagegen wirklich nichts machen ? Wie heisst es doch so schön im Grundgesetzt " alle Menschen sind gleich.... " das trifft wohl hier nicht zu. Hoffentlich findet dise symphatische junge Frau noch ihren Weg, ich wünsche ihr viel Glück

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