Spiegel-TV-Doku: Sexclub als Lifestyle

Das horizontale Gewerbe setzt jährlich Milliardenbeträge um, über 200.000 Frauen verdienen ihren Lebensunterhalt als Prostituierte. Warum aber der Erotikzirkus auch immer gesellschaftsfähiger wird, soll die Spiegel-TV-Doku Tempel der Lust - Das Geschäft mit der käuflichen Liebe klären.

Was früher ein Bordell gewesen wäre, heißt heute Saunaclub oder Wellness-Oase. Bild: VOX/Spiegel TV/VP

Jeden Tag gehen in Deutschland 1,2 Millionen liebeshungrige Männer zu Prostituierten. 14,5 Milliarden Euro setzt das horizontale Gewerbe jährlich um, 200.000 bis 400.000 Liebesdienerinnen gibt es schätzungsweise. Grund genug für Spiegel TV, den Wirtschaftszweig Sex und seine neuesten Auswüchse und Entwicklungen einmal mehr in der großen Samstagsdokumentation zu beleuchten.

Diesmal widmet sich VOX den vielfältigen Möglichkeiten der käuflichen Liebe, beobachtet die unterschiedlichen Akteure bei ihrer Arbeit und gewährt einen Blick hinter die Kulissen der Betriebe.

Vom Edel-Etablissement in Österreich über den luxuriösen deutschen Swinger-Club im denkmalgeschützten Schloss bis hin zum neu eröffneten Nobelpuff am Rande einer katholischen Kreisstadt: Spiegel TV hält die Kamera drauf. Doch es geht dabei nicht um einen billigen Vorwand, nackte Brüste zu zeigen, sondern um eine investigative Reise in das älteste Gewerbe der Welt. Das verändert und assimilert sich stetig und ist einer der spannendsten Spiegel unserer Gesellschaft.

Die Sex-Branche wandelt sich nach Legalisierung 2002

Lange galt die Förderung der Prostitution als Straftatbestand, nach der Legalisierung des Gewerbes 2002 folgte ein Strukturwandel der Branche: Heute drängen geschäftstüchtige Jungunternehmer mit modernen Marketingstrategien auf den Markt. Sie schämen sich nicht dafür, mit Sex Geld zu verdienen und wollen sich vom Schmuddelimage des Rotlichtmilieus distanzieren.

So heißen Bordelle nun Saunaclub, Wellness-Oase oder FKK-Tempel. Die käufliche Liebe scheint durchgestyled und gesellschaftsfähig zu werden und so ist es heute «eigentlich ein Lifestyle, in einen Sexclub zu gehen» - meint zumindest der Schweizer Bordellbetreiber Ingo Heidbrink. Damit scheint er auch nicht ganz so falsch zu liegen, gibt es doch allein in Deutschland 48 Sauna- und 248 Swingerclubs. Dass man so ein Etablissement besucht, würde man vielleicht noch immer ungern den Schwiegereltern beim Kaffee beichten, aber ein Tabu ist es nicht mehr.

Und auch die Rolle der Frauen im horizontalen Gewerbe hat sich grundlegend geändert. Sie sind nicht mehr nur die rein dienstleistenden Sexarbeiterinnen. Im 21. Jahrhundert bringen sie sich zunehmend als Unternehmerinnen ein. Sie leiten eigene Bordelle, SM-Clubs und Escort-Services und nehmen dem Gewerbe den Beigeschmack einer männerdominierten und unemanzipierten Branche. Welche Chancen bietet das Sexgewerbe solchen Frauen, wie weit ist die gesellschaftliche Akzeptanz wirklich und wie kann sich eine uralte Dienstleistung immer wieder neu erfinden? Spiegel TV versucht es zu beantworten.

Die große Samstags-Dokumentation Tempel der Lust – Das Geschäft mit der käuflichen Liebe läuft am 29. Oktober um 20:15 Uhr bei VOX.

brc/cvd/news.de

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