«Polizeiruf 110» Im Bett mit dem Staatsanwalt

Eine Frau liegt tot in einer Blutlache, die Kulisse ist eine Straße voller Plattenbauten. Kurz vorher noch brachte sie das Blut nicht nur eines Mannes in Wallung. Schmücke ermittelt undercover und Lindner geht mit dem Staatsanwalt ins Bett.

Polizeiruf (Foto)
Kommissarin Nora Lindner (Isabell Gerschke) beginnt eine Affäre mit dem neuen Staatsanwalt Ole Mahler (Misel Maticevic). Bild: MDR/Andreas Wünschirs

Wilde Sexpartys, ein schmieriger Journalist, Liebesszenen mit dem neuen Staatsanwalt und ein Ermittler im Rollstuhl: In der neuen Folge des Polizeiruf 110 aus Halle gibt es allerlei Verwicklungen, Klischees plus einen Hauch Erotik. Eine auffällig rot gekleidete blonde Frau steigt aus dem Bus und wird eiskalt überfahren. Ihr Ehemann - der über die Schönheit sagt: «Sie machte, was sie wollte, sie war mir gleichgültig» - stirbt wenig später auch.

Jetzt müssen Schneider und Schmücke ran. Starb die Frau etwa aus Eifersucht oder weil sie zu viel von Affären und Machenschaften um Millionengeschäfte ihres Chefs wusste?

Das langjährige Ermittler-Duo der Hauptkommissare Herbert Schmücke (Jaecki Schwarz) und Herbert Schneider (Wolfgang Winkler) arbeitet diesmal gemeinsam mit der jungen Kollegin, Oberkommissarin Nora Lindner (Isabell Gerschke), an dem kniffligen Fall. Die Umstände sind jedoch anders als sonst. Schmücke agiert nach einer Schussverletzung vom Krankenhaus aus im Rollstuhl. Und der neue schnöselige Staatsanwalt Ole Mahler (Grimmepreisträger Misel Maticevic/Im Angesicht des Verbrechens) verdreht der blonden Ermittlerin den Kopf, bringt sie in Gewissenskonflikte - und landet mit ihr im Bett seiner durchgestylten Altbauwohnung.

Das Liebespaar im Film kennt sich im wahren Leben von früheren Dreharbeiten. Das sei für sie beruhigend gewesen, sagt Schauspielerin Gerschke, da es in dem Krimi «intimer wird».

In dem Streifen gerät der Staatsanwalt selbst ins Zwielicht, denn sein Vater (Gunter Schoß) ist ein einflussreicher Mann in Politik und Wirtschaft. Während die Geschichte für den Zuschauer stellenweise etwas zäh erzählt wird, sorgt als Ausgleich Henry Hübchen in der Rolle des unentwegt rauchenden Enthüllungsjournalisten Walter Klaue für Heiterkeit. Der Reporter mit der Fotokamera lebt in einem schmuddeligen Wohnwagen, trinkt Milch aus einem Rotweinglas und schlurft völlig unerotisch nur mit Hemdchen und grauen Socken bekleidet im Krankenhaus, nachdem er bei einer Gasexplosion nur kurz dem Tod entkommen ist, zu Schmücke ins Zimmer.

Gemeinsam tüfteln sie vom Krankenbett aus an der Klärung des Falls, im wahren Leben ist das wohl eher unwahrscheinlich. Wie sich das Puzzle am Ende zusammensetzt und Licht in die anfängliche Dunkelheit der Ermittlungen gebracht wird, das erfährt der Zuschauer, wie immer im Film, schon nach 90 Minuten.

«Polizeiruf 110»: Das passiert in der «Blutigen Straße»
zurück Weiter Polizeiruf (Foto) Zur Fotostrecke Foto: MDR/Andreas Wünschirs

Bestes Zitat: «Du bist Nora Lindner und du bist Polizistin. Halte das bitte auseinander. Ich liege ja auch nicht als Staatsanwalt neben dir.» (Ole Mahler/Misel Maticevic)

Titel: Polizeiruf - Blutige Straße
Regie: Dror Zahavi
Darsteller: Jaecki Schwarz, Wolfgang Winkler, Isabell Gerschke, Henry Hübchen, Misel Maticevic
Sendetermin: Sonntag, 30. Oktober 2011, 20.15 Uhr, Das Erste

car/cvd/news.de/dpa

Bleiben Sie dran!

Wollen Sie wissen, wie das Thema weitergeht? Wir informieren Sie gerne.

Leserkommentare (2) Jetzt Artikel kommentieren
  • Regina Weis
  • Kommentar 2
  • 11.11.2011 14:39

Scheiße so ein Krimi. Schön wäre es, wenn es der letzte dieser Art wäre. Immer diese blöden Sexszenen. Ist doch einfach langweilig und füllt nur unbedeutenden Unterhaltungsraum aus. Ich meine, das Puplikum ist gesättigt und auch genervt von diesem Blötsinn. Wer es braucht, soll doch Pornofilme anschauen.Es muß vielleicht etwas mit dem Geist des Autors oder Regisseur zutun haben. Lasst doch endlich den Sex und das viele Blut mit den zu brutal gemalten und dargestellten Leichen weg. Es muss ja nicht unbedingt Miss Parple sein.

Kommentar melden
  • Frank stolle
  • Kommentar 1
  • 31.10.2011 12:19

Wenn ich das gewust hätte,hätte ich dieses auchmal gesehen,sonst schaue ich diesen Dreck nicht.

Kommentar melden
Kommentar schreiben  Netiquettelink | AGB
noch 600 Zeichen übrig