Günther Jauch Wenn Politiker betrunken sind

Günther Jauch (Foto)
Günther Jauch spricht mit CDU-Politiker Andreas Schockenhoff über dessen Alkoholsucht. Bild: news.de-screenshot (ARD)

Ina BongartzVon news.de-Redakteurin
Ein Gläschen in Ehren? Nein, bei Günther Jauch ging es nicht um ein aktuell brisantes Thema, sondern um Bier, Schnaps und Wein. Ein CDU-Politiker sprach über seine Alkoholsucht und der Buhmann des Abends saß mit Brummschädel in der Runde. Zum Glück.

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Staatstrojaner oder Anti-Banken-Bewegung sind dem derzeit wichtigsten deutschen Polit-Talker offenbar zu profan für eine aktuelle Sendung. Günther Jauch diskutierte am Abend lieber über die Volksdroge Alkohol - ob und wer sie wann unterschätzt. Ach ja, und zum x-ten Mal natürlich auch über die jugendlichen Komasäufer.

Höchst ärgerlich: Dieses Thema ist nicht nur nicht neu, es gab bei Jauch auch keine neuen Erkenntnisse zum Thema Alkoholsucht. Dafür viele Gäste, die wild mit ihren erhobenen Zeigefingern herumfuchtelten. Zum Glück hatte der Buhmann in der Runde einen ausgewachsenen Kater vom Vorabend. Dadurch gab es zumindest einige unterhaltsame Momente.

Zunächst sprach Günther Jauch allein mit dem CDU-Politiker Andreas Schockenhoff. Der hatte sich vor einigen Monaten zu seiner Alkoholsucht bekannt – als erstes Mitglied des Bundestags. Es hätte spannend werden können. Sind Politiker aufgrund ihres stressigen Berufes anfälliger für Alkoholismus? Begünstig das Politikgeschäft  in Berlin gar diese Erkrankung? Jauch hätte so gern von Schockenhoff gehört, dass es genau so ist. Dass ihn das verflixte Politkarussell in die Sucht getrieben hat. Doch diesen Gefallen tat ihm Schockenhoff nicht. Erfreulicherweise verwies er auf sein persönliches Problem: Wo Sucht sei, gebe es immer einen Hilfeschrei. 

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«Noah war von seiner Arche runter und hat erstmal Wein angebaut»

Nach einer Viertelstunde allein mit Schockenhoff ließ Jauch seine übrigen Gäste zur Hetzjagd auf den Teufel Alkohol blasen. Wohlwissend ließ er sich selbst weitgehend außen vor. Denn wie FAZ-Journalist und Buchautor Peter Richter erfreulicherweise in Anspielung auf Jauchs Weinbergbesitz anmerkte: «Wein ist ein Kulturprodukt. Und es soll ja auch Fernsehmoderatoren geben, die so etwas herstellen.» 

Peter Richter war der Buhmann in der Runde. In seinem Buch Über das Trinken verteidigt er Alkohol als legale Volksdroge und proklamiert: Es gibt ein Recht auf den Rausch. Dass er natürlich nicht dafür ist, dass sich Kinder und Jugendliche ins Koma saufen, wollten seine Gegenspieler in der Runde überhören. Einigermaßen unterhaltsam wurde es, nachdem Richter zugegeben hatte: «Ich sitze heute hier mit einem ziemlichen Kater.» Am Samstagabend sei er auf einer Buchmessen-Party gewesen, wo reichlich Alkohol getrunken worden war.

Gegen Richter waren: Der Suchtarzt und trockener Alkoholiker Rüdiger-Rolf Salloch-Vogel. Er kritisierte Richter heftig: «Was Sie sagen, ist völliger Unsinn!» Und der Pfarrer Bernd Siggelkow, Gründer des Kinderhilfswerkes Arche in Berlin: «Saufen und Kotzen ist zum Volkssport geworden.» Amüsant, wie Peter Richter konterte: «Sie als Pfarrer wissen ja sicher, dass Noah direkt als er von seiner Arche runter war als erstes einen Weinstock pflanzte.»

Natürlich durfte in der Runde auch nicht die Politikerin fehlen, die nach der Verantwortung der Eltern schrie. Heutzutage trage ja quasi niemand mehr Verantwortung für seine Kinder, quengelte CDU-Frau Christina Haderthauer. Ihre Plattitüde gipfelte in dem abgedroschenen Satz: «Erziehungsverantwortung hört nicht auf, wenn Kinder den Windeln entwachsen sind.»

Zu allem Überfluss machte Jauch dann auch noch einen auf Sandra Maischberger und lies die vielen Flaschen Wein und Bier aufstapeln, die ein Deutscher durchschnittlich pro Jahr so versäuft. Was ist daran überraschend? Was neu? Was erklärt das im Einzelnen? Richtig: nichts. 

Die Diskussion blieb oberflächlich und Bekanntes wiederkäuend. So half es auch wenig, dass Andreas Schockenhoff immer wieder mal anmerkte: «Mich stören die Pauschalierungen bei dieser Diskussion.» Nun, da war er wirklich nicht der einzige. Ein Gläschen Wein, ein spannendes Buch - und der Zuschauer hätte sicher mehr von diesem Sonntagabend gehabt.

Bestes Zitat: «Da sitzt jemand im Glashaus, und der weiß das auch.» (Günther Jauch nach der Anspielung auf ihn als Weinbergbesitzer.)

cvd/news.de

Leserkommentare (2) Jetzt Artikel kommentieren
  • mw
  • Kommentar 2
  • 18.10.2011 20:56
Antwort auf Kommentar 1

SIE HABEN VÖLLIG RECHT: ES IST NAHEZU SCHWACHSINNIG, WIE SICH DIE REDAKTEURIN MIT DEM THAMA UND DER SENDUNG AUSEINANDERSETZT. ES IST SCHON BEDAUERLICH, WENN EIN "JOURNALIST" EINEN SO BEGRENZTEN HORIZONT HAT!

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  • Knoppka
  • Kommentar 1
  • 17.10.2011 15:47

Ist schon hochinteressant was sich diese Redakteurin Ina Bongartz in diesem Artikel zusammen faselt. Liest die sich das denn nicht mehr durch, bevor es ins Netz gestellt wird. Und was ich noch gern wissen würde, bekommt die Geld dafür?? Und immer wieder die gleiche Komik, beim ersten mal ist IMMER die Captcha Eingabe FALSCH!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

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