Deutscher Fernsehpreis Wer ist die beste Schauspielerin?

Wer wird die beste Schauspielerin? (Foto)
Maria Simon, Alexandra Neldel und Lisa Wagner Bild: dpa (Montage)

Von Carsten Rave
Heute Abend wird wieder das «Who is Who» der deutschen Filmbranche in Köln erwartet, wo der Deutsche Fernsehpreis vergeben wird. Nominiert sind unter anderen Maria Simon, Alexandra Neldel und Lisa Wagner.

Das Bild heute Abend wird dem aus den vergangenen Jahren gleichen: Auf dem roten Teppich vor dem Kölner Coloneum werden die Stars der TV-Branche vor den Fotografen posieren, bevor sie sich im Saal die 13. Verleihung des Deutschen Fernsehpreises zu Gemüte führen. Bezahlte Claqueure werden die 1200 Ehrengäste beim Einzug in die Veranstaltungshalle mit Beifall überschütten. Der Privatsender RTL überträgt die von Nazan Eckes und Marco Schreyl moderierte Gala einen Tag später.

Doch das Schaulaufen der Prominenz kann nicht darüber hinweg täuschen, dass der Fernsehpreis auch nach Jahren der Diskussion immer noch nicht seine endgültige Form gefunden hat. Innerhalb der neunköpfigen Jury herrschen verschiedene Meinungen über die künftige Ausrichtung: So plädiert zum Beispiel RTL-Unterhaltungschef Tom Sänger für die jetzige Fassung, die Preise weiterhin in den zwölf wichtigsten Kategorien zu vergeben. Schauspieler Hans-Werner Meyer will dagegen wieder mehr Vielfalt in den Preis bringen und auch weniger publikumswirksame Kategorien wie Drehbuch, Regie oder Ausstattung bedacht wissen.

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Ein neuer Fernsehpreis?

Neben den jury-internen Diskussionen droht dem Preis, der nach 1999 zum 13. Mal verliehen wird, auch Konkurrenz: In dieser Woche meldete sich die neu gegründete Deutsche Akademie für Fernsehen (DAFF) zu Wort. Der Verein, dem namhafte Schauspieler wie Maria Furtwängler und Sky du Mont angehören, will 2013 erstmals einen Preis für Fernsehschaffende vergeben. Der DAFF gehören Vertreter von 18 TV-Berufsgruppen an, wie zum Beispiel Regisseure, Maskenbildner und Kameraleute, die beim Fernsehpreis leer ausgehen und von der DAFF aber für ihre Leistungen geehrt werden sollen. Der Druck, den die Akademie entfacht, könnte die Stifter des Fernsehpreises vielleicht wieder zum Umdenken bewegen.

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Auch der Bundesverband der Film- und Fernsehregisseure kritisiert den Vergabe-Modus beim Fernsehpreis. «Ausgezeichnet werden nämlich überwiegend nicht mehr die Schöpfer kreativer Werkleistung, sondern Sendungen», hieß es in einer am Mittwoch verbreiteten Mitteilung. «Was als Sammelauszeichnung eher vornehm umschrieben ist, ist im Grunde eine amorphe Huldigung des eigenen Sendeprodukts.» Gerügt wurde insbesondere auch die Haltung von RTL-Unterhaltungschef Sänger. Sollten auch die anderen Sender mit dieser Einstellung einverstanden sein, deute das auf «eine kaum zu verhehlende Reformunfähigkeit der Sender».

Auch wenn der Fernsehpreis unter den Kreativen immer noch für Diskussionen sorgt, ist jetzt bereits sicher, dass er auf jeden Fall bis 2014 ausgestrahlt wird. Denn solange gilt der zwischen ARD, ZDF, RTL und Sat.1 geschlossene Vertrag.

Blacky Fuchsberger bekommt den Preis für sein Lebenswerk

Heute werden alle vorübergehend einer Meinung sein, aufstehen und unisono in die Hände klatschen, wenn Schauspieler und Moderator Joachim Fuchsberger (84) für sein Lebenswerk geehrt wird. «Seit über 50 Jahren ist Joachim Fuchsberger einer der prägenden Akteure im deutschen Fernsehen, der gleichermaßen für unvergessliche Höhepunkte im Film wie in der Show-Unterhaltung steht», sagte Anke Schäferkordt, RTL-Geschäftsführerin und diesjährige Vorsitzende des Stifterkreises, vor der Verleihung.

Die größten Einzelpreise sind die für die besten Schauspielerinnen und Schauspieler - nominiert sind Nina Kunzendorf, Alexandra Neldel, Petra Schmidt-Schaller, Maria Simon und Lisa Wagner bei den Frauen sowie Vladimir Burlakow, Jörg Hartmann, Stefan Kurt, Misel Maticevic und Justus von Dohnanyi bei den Männern. Die ARD führt mit 15 Nominierungen vor dem ZDF und RTL (jeweils sieben) und Sat.1 (vier). Zu den größeren Preisen zählen auch noch die Kategorien Bester Film und Bester Mehrteiler.

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Die Jury vergibt die Ehrung außer in den zwölf Kategorien auch für «besondere Leistungen» in der Fiktion, der Unterhaltung und der Information. Hinzu kommt ein Förderpreis. Außerdem soll in einer Hommage der Verstorbenen des vergangenen Jahres gedacht werden. Der Graf (Unheilig) soll dafür eine eigens für den Deutschen Fernsehpreis arrangierte Version von «Geboren um zu leben» live singen.

Die Gala zum Deutschen Fernsehpreis wird am Montag, 3. Oktober 2011, ab 20.15 Uhr beim Privatsender RTL gezeigt. Im Anschluss berichtet Frauke Ludowig in der Sendung Exclusiv Spezial - Die Nacht der Stars über die Aftershowparty.

jpf/car/news.de/dpa

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