Larry Hagman Warum wir Bösewichte lieben

Das fieseste Fernsehlächeln wird 80: Bis heute hat Larry Hagman alias J.R. Ewing es nicht verlernt und spielt auch in der Neuauflage von Dallas wieder damit. Die Faszination für den Schurken ist ungebrochen. News.de zeigt seine fiesen Kollegen und erklärt die Faszination des Bösen.

Larry Hagman wird 80 (Foto)
Larry Hagman am Ort des Geschehens: 2012 spielen sich auf der Southfork Ranch wieder reichlich Intrigen und Liebeleien ab. Bild: Tony Gutierrez/AP/dapd

Fieslinge, Schurken, Bösewichte: Egal ob in Serien oder Filmen, meist sind es die zwielichtigen Charaktere, die mit mal mehr und mal weniger Dreck am Stecken den Zuschauer faszinieren und den Helden der Geschichte nicht selten in den Schatten stellen. Was wäre zum Beispiel Dallas ohne Fiesling J.R. Ewing, der hinterhältige Kopf des familieneigenen Öl-Konzerns? Ohne seine Intrigen und miesen Machtspielchen wäre die Serie nur halb so spannend gewesen.

Mit ihm als Hauptfigur brach man die heile Welt des idyllischen Familienlandsitzes gekonnt auf und machte ein wahres Ekel zum Antihelden. Für Schauspieler Larry Hagman, der heute seinen 80. Geburtstag feiert, war es die Rolle seines Lebens. Noch heute sitzen der Cowboyhut und das Haifischlächeln wie damals. Mit zehn neuen Folgen soll Hagman 2012 auf der Southfork Ranch wieder für Unruhe sorgen. Dann kehrt Dallas mit alten und neuen Gesichtern auf den Fernsehbildschirm zurück.

Bösewichte: So fies können Film und Fernsehen sein

Die Liste seiner fiesen Serien- und Filmkollegen ist lang. Mal sind es einfach nur unausstehliche Chefs wie Dr. House in der gleichnamigen US-Arztserie oder Chefredakteurin Miranda Priestley in Der Teufel trägt Prada, mal sind es intrigante Psychopathen, die über Leichen gehen, wie Ben Linus in Lost oder der Joker in The Dark Knight. Aber was macht die Faszination dieser Ekel und Bösewichte aus?

Zwischen Genie und Wahnsinn

Die Film- und Fernsehfieslinge mangelt es in der Regel an Sozialverhalten, stattdessen ist ihre Skrupellosigkeit blendend ausgeprägt. Genug Gründe, um im wahren Leben einen großen Bogen um sie zu machen. Solange sie aber nur ihre fiktiven Mitmenschen tyrannisieren, hat der Zuschauer den Spaß, zuzusehen. Konflikte sind nun einmal spannender als ein reibungsloses Miteinander. Erst recht, wenn die Figuren Regeln brechen, ihren Affen Zucker geben und damit das Gute herausfordern. Von diesem Widerstreit leben Film und Fernsehen bis heute.

Er gestaltet sich umso schwieriger, weil die Fiesen meist überaus intelligent sind, um nicht zu sagen: genial. Ob nun Dr. House unerklärliche Krankheitsfälle löst, ohne dabei auch nur einen Gedanken an den Patienten zu verschwenden, oder der Joker den Drogenbossen Gotham Citys das Geld aus der Tasche zieht, um es anschließend auf einem riesigen Scheiterhaufen zu verbrennen - Genialität und Wahnsinn liegen nah beieinander.

Sympathisch unsympathisch ist auch, wie offen die Charaktere mit diesem Wahnsinn umgehen. Sie machen keinen Hehl aus ihrer Verdorbenheit, sondern leben sie offensiv aus. So unmoralisch und unmenschlich das auch sein mag, so faszinierend ist die Selbstverständlichkeit, mit der House und Co. ihre Umwelt verachten. Darin liegt auch die Tragik ihres Daseins. Wollen sie nicht eigentlich doch nur dazugehören? Zu einer Welt, von der sie wegen ihrer Andersartigkeit ausgeschlossen sind, in der sie wegen dieser Andersartigkeit aber überhaupt erst überleben können? Als Außenseiter führen sie dem Zuschauer letztlich vor Augen, wie erschreckend normal er selbst doch ist.

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krc/news.de

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