«Rosa Roth» Quittiert Iris Berben den Dienst?

Rosa Roth (Foto)
Kommissarin Roth (Iris Berben) hat sich für ein Essen aufgebrezelt. Bild: ZDF/Stephanie Kulbach

Von news.de-Mitarbeiter Lutz Granert
Dem Schuss eines Polizisten aus Notwehr folgt der Mord am Todesschützen. Die Spur führt in die linksautonome Szene und schließlich in die Reihen der Polizei. Nach fast einem Jahr Pause ermittelt Iris Berben heute als Komissarin Rosa Roth wieder im ZDF: im Fall Notwehr.

Fast auf den Tag ein Jahr nach ihrem letzten Fall ist Iris Berben heute Abend wieder als Komissarin Rosa Roth im Einsatz. Bereits seit 1994 existiert die Krimi-Reihe, deren Zukunft jedoch über drei weitere abgedrehte Folgen hinaus noch nicht geklärt ist. Ob es zu weiteren Zusammenarbeiten zwischen Regisseur Carlo Rola und Iris Berben unter dem Label der Produktionsfirma Moovie kommt, ist derzeit fraglich, wie digitalfernsehen.de berichtet.

Im Fall Notwehr ermittelt die charmante Berliner Kommissarin nun in der linken Szene. Ein paar Monate nachdem Polizist Titus Trescher (Michael Wenninger) den zur autonomen Szene gehörenden Jugendlichen David Möller offenbar in Notwehr erschossen hat, wird dieser beim Joggen heimtückisch ermordet. Rosa Roth und Kollege Körber (Thomas Thieme), der immer noch gute Kontakte in diese Szene hat, werden auf den Fall angesetzt. Und Treschers ehemaliger Kollege Kaminski (Steffen Wink) gerät dabei zunehmend ins Visier des Ermittlerduos.

Iris Berben
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Neben allen beruflichen Aufgaben, dem das pflichtbewusste, manchmal frotzelnde Ermittlerteam nachkommt, gibt es auch wieder einige Einblicke in ihr Privatleben. Körber wird bei der Suche nach der Schwester von David Möller in der linken Szene wieder mit dem längst verdrängten Verschwinden der eigenen Tochter konfrontiert. Rosa Roth hat kein warmes Wasser mehr in ihrer Wohnung und macht dadurch Bekanntschaft mit ihrem vorübergehend eingezogenen, adretten Nachbarn. Eine Liaison bahnt sich an.

Die Macht der grobkörnigen Wackelbilder

Von besonderer Brisanz sind indes die gezeigten Verflechtungen der linken Szene. Wenn in der Vorgeschichte um den Tod von David Möller Autos brennen, fühlt man sich an die jüngsten, zum Teil politisch motivierten Brandanschläge in Berlin erinnert. Ein Buttersäure-Anschlag im Nobel-Restaurant, «um den Kiez gegen Bonzen zu verteidigen», die die Mieten in die Höhe treiben, erinnert an Aktionen der RAF. Die Milieuzeichnung wirkt authentisch, wenn Körber durch heruntergekommene Gegenden mit Graffiti an den Häuserwänden stapft. Auf der Suche nach Informationen aus der linken Gegenkultur, die sich allen Elementen der Staatsmacht verschließt.

Notwehr spielt dabei mit der Macht von Bildern. Mehrfach werden die grobkörnigen und verwackelten Geschehnisse hektisch eingestreut, entsprechend der aufgewühlten Situation als der Polizist den tödlichen Schuss abgab - um diese immer wieder zu variieren. War es wirklich Notwehr, der Schuss gerechtfertigt?

Der Prozess der Wahrheitsfindung hinter den Aussagen, Lügen und Zwielichtigkeiten ist der Anspruch dieses spannenden Krimis, der mit überraschenden Wendungen und ein paar frechen Sprüchen unter den individuellen Ermittler-Typen immer für gute Fernsehunterhaltung sorgt.

Bestes Zitat: «Warum bist du damit nicht zur Polizei?» - «Ich geh' nicht zur Polizei. Wenn überhaupt, kommt ihr zu mir.» (Körber spricht mit einem Informanten aus der linken Szene.)

Titel: Rosa Roth - Notwehr
Regie: Carlo Rola
Darsteller: Iris Berben, Thomas Thieme, Steffen Wink, Valerie Niehaus, Valerie Koch, Kai Scheve
Sendetermin: Samstag, 17. September, 20.15 Uhr, ZDF

wie/zij/news.de

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