«Undercover Boss» Verzweifelt zwischen Burgern und Zwiebeln 

Ina BongartzVon news.de-Redakteurin
Von wegen einfach: Der Manager von Burger King schuftet für Undercover Boss beim Tomatenschneiden und Whopperbasteln. Am Ende blamiert er sich bis auf die Knochen - und seine Tarnung fliegt auf. 

Sein Ziel war nobel, an der Umsetzung haperte es dann jedoch gewaltig. Andreas Bork ist seit 2010 Manger bei der Fast-Food-Kette Burger King. Er ist für die Restaurants in Deutschland, Österreich und der Schweiz zuständig, betreut allein in Deutschland 700 Restaurants und händelt einen Jahresumsatz von 700 Millionen Euro. Soweit die Faktenlage.

Warum er bei der RTL-Show Undercover Boss mitmachen will, erklärt der 44-Jährige so: «Ich hab das Gefühl, dass ich nicht genau weiß, was in unseren Restaurants wirklich abgeht.» Zu diesem Zeitpunkt ahnte Bork noch nicht, wie recht er hatte. 

Aber bevor es an die Burger-Basis ging, musste erst einmal eine überzeugende Tarnung her. Anzug und Krawatte wanderten in den Schrank. Mit  Jeans, T-Shirt, Schirmmütze, dicker Brille und Bart wurde aus Andreas Bork Hilfsarbeiter Robert Winter.

Undercover Boss
Chefs im Praktikum

Tag 1: In einer Burger-King-Filiale in Köln scheitert Bork alias Winter schon am Tomaten schneiden. Neben einem stetig energischer werdenden Kopfschütteln seines dortigen Vorgesetzten, erntet er auch noch ein harsches: «Das muss viel schneller gehen. Ein Whopper muss in unter einer Minute fertig sein.» Der Manager unter Druck. Am Abend im Hotel spricht Bork seine Videobotschaft: «Wenn man so kritisiert wird, ist das nicht so leicht auszuhalten.»

Undercover Boss
Doku mit Tücken
Video: ruk/news.de

Tag 2 und 3: Filiale in Karlsruhe. Gern könne Robert Winter ein Praktikum machen, aber der Bart muss dafür ab. Oje, ein wichtiger Teil der Tarnung. Soll er das wagen? Mit viel Verhandlungsgeschick kann er die Zwangsrasur abwenden. Puh, Schwein gehabt.  Mittlerweile hat Bork alias Winter den Bogen raus, was das Gemüseschnippeln angeht, aber das Zwiebelnschneiden findet er trotzdem «zum Heulen». 

Tag 4: Nachtschicht in einer Filiale in Leipzig. Hier soll der Manager Cheeseburger basteln. Doch soweit kommt es nicht. Die Restaurantleiterin ist zuerst skeptisch: «Wer sind Sie?», dann bleibt sie hartnäckig: «Ich hab’ Sie doch schon mal gesehen.» Dann fällt die Tarnung: «Sie sind doch der Herr Bork.» Erwischt! Das hilft kein Leugnen. Schade. Aber verraten werden darf nichts. Das ist eine Dienstanweisung.

Tag 5: Die Katastrophe am Drive-In zur Mittagszeit in Berlin. Pro Kunde und Auto haben die Burger-King’ler  zweieinhalb Minuten Zeit. Manager Bork versucht’s – und schafft es nicht mal in acht Minuten, dem Kunden sein Menü zu liefern. Ein glatter Reinfall.

Undercover Boss
Vorfreude auf Staffel zwei
Video: news.de

Sein Ergebnis: Nach einer Woche an der Basis ist Andreas Bork froh, wieder in seiner Chefetage angekommen zu sein. Die Mitarbeiter, mit denen er während der vergangenen fünf Tage zusammengearbeitet hatte, werden in die Zentrale geladen. Sie wissen nicht, was sie erwartet, mancher meint sogar, ihm drohe die Kündigung.

Doch Manager Bork kann sie alle beruhigen. Er gibt sich zu erkennen, bedankt sich artig für die nette Burger-Lektion und schickt dann erstmal alle in Urlaub. Bork will nun vieles besser machen: Er will zum Beispiel bequemere Arbeitsuniformen entwerfen lassen. Und für seine Kollegen in der Geschäftsleitung hat er auch eine Überraschung parat: Wenn Sie künftig ihren Jahresbonus bekommen wollen, müssen sie mindestens drei Tage pro Jahr den Knochenjob in einer Burger-King-Filiale verrichten. Wohl bekomm’s.

Bestes Zitat: «Jede Tomate kaputt, geht auch meine Herz kaputt.» (Ein Burger-King-Vorarbeiter in Karlsruhe, als Manager Bork eine Tomate auf den Boden fallen lässt.)

cvd/news.de

Leserkommentare (5) Jetzt Artikel kommentieren
  • Heinz
  • Kommentar 5
  • 08.09.2011 10:48

Es sind eben zwei Paar Schuhe - Ausbeuten und ausgebeutet werden. Denkt mal Alle darüber nach.

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  • Peter Pan
  • Kommentar 4
  • 06.09.2011 22:37

Auch wenn RTL mit Sicherheit die eine oder andere Situation für´s Publikum zurechtbügelt, ist es ´ne prima Sache. Ein Chef der so was mitmacht ist anschließend meist ein besserer Chef.

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  • Kerstin
  • Kommentar 3
  • 06.09.2011 15:48

Ich finde die Sendung schon ziemlich gut... sollten viel mehr Chefs machen.. am besten fand ich den Blick seiner Angestellten, als Herr Bork gesagt hat: "Wenn ihr euren Jahresbonus haben wollt müßt Ihr 3 Tage im Restaurant arbeiten"! denn die oberen haben meistens wirklich keine ahnung was unten gespielt wird...

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