«Einsatz in 4 Wänden» Tines perfekte Kandidaten-Familie

Tine Wittler (Foto)
Wenn die harte Arbeit getan ist, kommt Tine Wittlers größtes Talent zum Zuge: dekorieren. Bild: ProSieben

Von news.de-Volontär Ayke Süthoff
Seit 50 Jahren versucht Wildfried, ein Haus für seine Familie zu bauen. Endlich hilft Tine Wittler. Bei Einsatz in 4 Wänden sitzt jeder Handgriff. Aber nicht nur die Handwerker sind Profis, auch die Casting-Agenten haben's drauf, denn sie haben Wildfried entdeckt.

In Sachen Casting glänzt RTL nicht nur als Ausrichter der landesweit bekanntesten und beliebtesten Castingshows Deutschland sucht den Superstar und Das Supertalent. Auch die Casting-Agenten für Reality- und Doku-Soap-Formate beim größten deutschen Privatsender sind Meister ihres Fachs.

Das beweist Woche für Woche das Team von Tine Wittlers Einsatz in 4 Wänden - Spezial. Für die Renovierungsshows werden aus hunderten Bewerbern die passenden Kandidaten ausgewählt. News.de erklärt anhand von Familie Fischer, worauf Tine Wittlers Team achtet, um die perfekte Einsatz-in-4-Wänden-Story zu bekommen.

Eine höchst emotionale Lebensgeschichte

Die private Lebensgeschichte ist das wichtigste Kriterium für die Show. Denn die kaputteste Bauruine und die verdreckteste Messi-Hölle nutzen nichts, wenn Tine keine Gefühle beim Zuschauer auslöst. Dafür braucht sie emotionale Kandidaten. So wie in der gestrigen Folge: Seit 50 Jahren werkelt der mittlerweile 81-jährige Wildfried Fischer in seinem Haus herum. Eigentlich wollte er es zu einem Mehrgenerationen-Haus für seine Familie umbauen, doch in seinem Heimwerker-Wahn zerstörte er mehr als er aufbaute. Inzwischen erkennt der alte Mann selbst, dass er gescheitert ist. «Seit 50 Jahren versuche ich, mein Traum-Haus zu bauen», sagt er über das mittlerweile zur Ruine verkommene Gebäude.

«Einsatz in 4 Wänden»
Die schlimmsten Wohnruinen

Der frühe Tod seiner Ehefrau löste in Wildfried einen Umbau-Tick aus, und so wohnte er mit seinen vier Kindern lange in einem Haus, das der Vater Stück für Stück zerstörte. Die Kinder konnten es nicht mit ansehen, sobald sie erwachsen waren, verließen sie ihn einer nach dem anderen. Der Traum vom Mehrgenerationen-Haus platzte. Doch Wildfried werkelt weiter. Für seine Tochter Ruth ist klar, warum: «Wenn du ihm nimmst, wofür er lebt, und das ist dieses Haus hier, dann wird er sterben.» Die emotionale Familie ist perfekt ausgewählt: Schluchzend erzählt Wildfried von seiner verstorbenen Frau Eleonore, und auch bei restlichen Fischers fließen regelmäßig die Tränen.

Müll, Müll, Staub und Asche

Das ist das Zweitwichtigste bei Tine Wittler: ein verdrecktes Haus. Was nützt schließlich eine emotionale Familiengeschichte, wenn es nichts aufzuräumen gibt? Also braucht es ordentlich Müll, bestenfalls völlig versiffte Messie-Wohnungen. Klassischer Müll ist bei Familie Fischer nicht das größte Problem. Doch Wildfried hat seit Beginn seiner Umbau-Wut vor fast 50 Jahren jegliches Baumaterial gesammelt, das er günstig erstehen konnte. Egal, ob er es brauchte oder nicht. Und so stehen fast das gesamte Haus und der ganze Garten voll mit gebrauchten Dachziegeln, gammeligem Gipsbeton, Steinen, Abwasserrohren und vielem mehr. Oder, wie Tine Wittler über den Garten sagt: «Hinter jedem Busch lauert Schutt.»

Oder zumindest: eine astreine Bauruine

Eine Bauruine hatte Familie Fischer vorzuweisen - wahrscheinlich einer der Gründe, warum sie gleich eine Doppelfolge füllen durfte: Schuttberge und Ruine. Wildfried hat in 50 Jahren fleißiger Arbeit das ganze Haus auseinander genommen: Es gibt keine Wärmedämmung mehr, kaum Wasserleitungen, keine Heizungen. Dafür unverputzte Wände, bröckelnde Dachziegel und schimmelnde Wände. Viel zu tun für Tines Team.

Einsichtige Kandidaten, die ihr Leben ernsthaft ändern wollen

Auch in dieses Raster fällt Wildfried. Kaum hat Tine das Haus betreten, gibt er offen zu, dass er die Kontrolle über seinen Umbau-Wahn verloren hat. «Sie sehen, was los ist - ich kann mich von nichts trennen», sagt der 81-Jährige. «Das war mal eine gute Stube.» Seine erwachsenen Söhne Helmuth und Lorenz brechen angesichts solcher offenen Worte sofort in Tränen aus. Und als Tine Wildfried fragt, ob er noch immer an seinen Traum glaube, sagt er: «Ich bin ein unverbesserlicher Optimist, dass das irgendwann fix und fertig wird.»

Optimismus und Einsicht - kein Wunder, dass auch diese Ausgabe von Einsatz in 4 Wänden ein voller Erfolg wird. Familie Fischer findet ihr Glück wieder, das Haus wird in acht Wochen von Grund auf saniert und wunderbar eingerichtet und am Ende erfüllt sich Wildfrieds Traum vom Mehrgenerationen-Haus: Seine beiden Söhne und seine zwei Enkel ziehen mit ihm unter ein Dach. «Tine, ihr habt ein Wunder vollbracht», sagt Wildfrieds Sohn Lorenz ganz am Ende der Show. Das gilt auch für Wittlers Casting-Abteilung.

Sehen Sie hier die gesamte letzte Folge von Einsatz in 4 Wänden.

cvd/news.de

Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • Selma Merget
  • Kommentar 1
  • 05.03.2012 15:15
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