Anna Maria Sturm Die Neue vom Münchner «Polizeiruf»

Anna Maria Sturm (Foto)
Anna Maria Sturm spielt die junge Ermittlerin Anna Burnhauser. Bild: dpa

Von news.de-Redakteur Sven Wiebeck, München
Gestern Abend lief der ins Spätprogramm verbannte Münchner Polizeiruf 110 mit viel Blut und Geschrei. Es war der zweite Einsatz für Matthias Brandt und Anna Maria Sturm. Mit news.de sprach die Mimin über das «krasse Gefühl», eine Pistole zu halten.

Aus der Prime Time verbannt: Weil die Jugendschutzbeauftragte des Bayerischen Rundfunks den Polizeiruf 110: Denn Sie wissen nicht, was sie tun für eine Freigabe ab 12 Jahren in Zweifel zog, wurde die Folge gestern Abend erst um 22 Uhr ausgestrahlt. Zu verstörend seien die Bilder vom Bombenanschlag auf ein Fußballstadion, die Handlung lasse dem Zuschauer keine Verschnaufpause. Wie aus dem prallen Leben, urteilt news.de-Rezensent Tobias Köberlein.

2,7 Millionen Zuschauer sahen die Polizeiruf-Folge zur ungewöhnlichen Sendezeit - fünf Millionen weniger als beim ersten Fall mit neuem Ermittlerteam Ende August. Der Marktanteil von Denn sie wissen nicht, was sie tun lag bei 12 Prozent, was wohl eher am unpopulären Ausstrahlungstermin als an der Story gelegen haben dürfte. Anna Maria Sturm litt als Ermittlerin Anne Burnhauser bei ihrem zweiten Polizeiruf-Einsatz auf dem Bildschirm sichtlich mit und suchte an der Schulter von Kommissar Hanns von Meuffels Trost. Im news.de-Interview spricht die Newcomerin über ihre Rolle und das seit 40 Jahren erfolgreiche Krimiformat.

Frau Sturm, auch auf die Gefahr hin, dass es Sie vielleicht nervt: Sie sehen schon sehr jung aus für ihre 29 Jahre.

Anna Maria Sturm: 28.

Stimmt, 28. Entschuldigung, jetzt mache ich Sie auch noch älter.

Sturm: Hm ... (lacht)

Haben Sie schon mal eine Rolle nicht bekommen, weil man Sie aufgrund ihres jungen Aussehens nicht ernst genommen hat?

Sturm: Es kommt schon vor, dass es heißt: Für das ist sie ja noch zu jung. Doch dann bin ich für andere Rollen wiederum zu alt.

Zum Beispiel?

Sturm: Das sage ich nicht. (lacht). Aber so große Probleme hatte ich da jetzt auch noch nicht.

Was an Ihnen ist eigentlich typisch bayerisch?

Sturm: (überlegt) Mein Dialekt.

Sie leben seit 2009 in Berlin. Färbt die Stadt auf Sie ab, sind Sie mittlerweile weniger bayerisch als vorher?

Sturm: Nee, das würde ich nicht sagen. Es hat natürlich schon eine andere Farbe in mein Leben gebracht, zum ersten Mal in so einer großen Stadt zu leben und mal einen anderen Dialekt länger als einen Monat zu hören. Und Berlin ist auch gar kein Vergleich zu München.

Als Anna Burnhauser leben Sie im Polizeiruf 110 mit Mitte 20 noch auf dem Land. Können Sie sich das denn im realen Leben auch vorstellen?

Sturm: Ich komme ja vom Land und kann mir das deshalb immer vorstellen. Aber in meinem jetzigen Lebensabschnitt finde ich es als Landmensch auch total spannend, die Stadt zu haben und die ganze kulturelle Vielfalt zu genießen.

In Cassandras Warnung, der ersten Episode des neuen Polizeiruf-Teams, sagen Sie, Sie seien die nette der fiktiven Geschwister. Sind Sie denn wirklich die Nette, die Liebe?

Sturm: Ich glaube, das war auch ein bisschen ironisch gemeint. Also, nee... ich fände es auch schlimm, wenn es so wäre. (lacht)

Und was hat es mit den Biathlon-Aktivitäten Ihrer Figur auf sich? Üben Sie diesen Sport privat auch aus?

Sturm: Ich mache schon Sport, habe ich vor allem früher viel gemacht. Aber ich bin keine Biathletin.

Das heißt, Sie mussten für die Rolle das Schießen lernen? Oder konnten Sie das bereits?

Sturm: Nein, konnte ich nicht. Ich habe nur mal eine Zeit lang Bogenschießen gemacht, mich für den Polizeiruf aber freiwillig zum Schießtraining in einem Verein angemeldet. Weil ich wissen wollte, wie sich so eine Waffe anfühlt. Wie sie in der Hand liegt, und wie das alles funktioniert. Das ist ganz schön schwierig, wenn man es vorher noch nie gemacht hat. Und schon ein krasses Gefühl.

Rein praktisch betrachtet oder auch hinsichtlich der Bedeutung, die so einer Waffe innewohnt?

Sturm: Ja, auch. Weil du schon merkst, dass du so ein Tod bringendes Geschoss in der Hand hältst. Nicht umsonst gibt es in dem Verein ganz strenge Vorschriften. Aber ich wollte dieses Training unbedingt machen. Schließlich laufe ich als Anna Burnhauser durch die Gegend und habe eine Pistole am Gürtel.

Verändern Sie sich, wenn Sie die Uniform anziehen?

Sturm: Ja, man fühlt sich sofort anders, irgendwie auch stärker. Und man geht anders, aufrecht.

Hängt das auch mit der Pistole zusammen?

Sturm: Ja. Doch. Und das macht auch Spaß. Allerdings weiß man dann schon um die Macht von diesem Ding, wenn man einmal geschossen hat.

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Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • Alexander Voronin
  • Kommentar 1
  • 24.09.2011 15:12

Der beste Polizeiruf 110 seit langem! Der ging unter die Haut. Beide Kommissare waren einfach spitze. Und auch der Chef von den Beiden. Nachdem ich den Film gesehen habe, kann ich den Vorbehalt vom BR nachempfinden, das waren wirklich heavy Szenen. Aber: ich hätte ihn trotzdem um 20:15 ausgestrahlt. Ein Meisterwerk der Krimikunst.

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