Fußball-Talk Waldi eröffnet seinen Ost-Club

Waldemar Hartmann (Foto)
Waldi vor seinem neuen Reich: Sein Fußballstammtisch Waldis Club kommt ab sofort aus Leipzig. Bild: dapd

Von news.de-Redakteur Martin Walter, Leipzig
Auf zu neuen Ufern: Waldemar Hartmanns Stammtisch im Ersten steht ab sofort in Leipzig. Mit news.de spricht der Weißbier-Veteran über die neue Saison, wundert sich über Oliver Pocher als Fußball-Experten und übt leise Selbstkritik.

Kaum rollt der Ball wieder, kehrt auch das bayerische Sport-Urgestein auf die große Fußballbühne zurück: Zum Auftakt der neuen Bundesliga-Saison diskutieren in Waldis Club heute abend Paul Breitner, Michael Rummenigge, Frank Schöbel und Stammspieler Matze Knop mit Waldemar Hartmann über das Eröffnungsspiel von Meister Borussia Dortmund gegen den HSV und andere Stammtischthemen.

Erstmals begrüßt Hartmann seine Zuschauer dazu aus dem Bayerischen Bahnhof in Leipzig, wohin der gebürtige Franke nach sechs Jahren Waldis Club im Münchner Seehaus umgezogen ist. Aus dem Freistaat Bayern wechselte er in den Freistaat Sachsen. Laut dem 63-Jährigen ändert das nichts an der Sendung, denn «der Ball ist auch in Leipzig rund.» Vom Ambiente wird es tatsächlich kaum Unterschiede geben, doch soll die Sendung künftig interaktiver sein. Unter anderen können Zuschauer im Internet Fragen an die Stammtisch-Runde stellen und für einen Spieler des Spiels votieren. 

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«An Pocher als Fußballexperten muss ich mich noch gewöhnen»

«Mit dem Umzug möchte ich auch ein Zeichen für den Aufschwung Ost in Sachen Fußball setzen», erklärt er. Die erfolgreichste und laut Hartmann «preisgünstigste» Talksendung Deutschlands sendet dabei das erste Mal im Anschluss an ein Bundesligaspiel. News.de sprach mit dem Moderator über den Saisonauftakt und einige seiner TV-Kollegen. 

Herr Hartmann, heute beginnt die neue Bundesligasaison. Nach den Eindrücken aus der Vorbereitung müsste der amtierende Meister Borussia Dortmund den Hamburger SV ja abschießen. Was tippen Sie?

Waldemar Hartmann: Ich rühre nicht im Kaffeesatz. Ich halte mich an das Motto: Prophezeiungen am Besten nach dem Eintreten des Ereignisses, weil dann die Trefferquote höher ist (lacht). Ich sag mir: Lass sie spielen, danach können wir darüber reden.

Das tun Sie ausführlich in Waldis Club. Wie bereitet man sich auf eine Livesendung im unmittelbaren Anschluss an ein Fußballspiel vor?

Hartmann: Eigentlich gar nicht. Es gibt natürlich Fachzeitschriften, die ich lese, oder Seiten im Internet, die wirklich Hintergrund liefern. Da bin ich täglich dran. Mit diesem Fundus gehe ich in die Sendung rein. Wir reden ja nicht nur über das betreffende Spiel, das haben dann Becki und Scholli (Anm. der Red.: Gemeint sind die ARD-Experten Reinhold Beckmann und Mehmet Scholl) schon ausgewalzt. Wir diskutieren über alles, was auf dem Stammtisch liegt.

Dabei kann man dann auch mal falsch liegen. Die Ballack-Lahm-Geschichte haben wir fast penetriert. Da kann es schon vorkommen, dass das den Leuten auf den Geist geht. Du wirst bei diesem Sport nie 100 Prozent haben, sonst gäbe es ja diesen Inhalt gar nicht, bei dem alle mitreden können. Bei einer EM oder WM ist das ja noch einmal etwas anderes. Da hat uns im letzten Jahr Diego Maradona fast zwei Wochen lang ernährt.

Waldis Club kommt künftig aus Leipzig und soll interaktiver sein als zuvor. Wie nutzen Sie selbst das Netz?

Hartmann: Ich habe gemerkt, dass es so ganz ohne nicht geht. Aber ich erinnere mich auch gerne an eine Zeit vor dem Handy. Meine Mails rufe ich zum Beispiel nicht unterwegs ab, sondern halte es wie früher: Wenn ich nach Hause komme mache ich meinen Briefkasten auf und hole die Post raus (lacht) Bei Leuten, die den ganzen Tag nur auf ihrem Handy herum wischen oder an ihrem Blackberry drehen, dann denke ich mir immer: Das ist doch gaga! So wichtig kann doch nichts sein. Mein Handy trage ich aber immer am Leib. Miteinander zu reden ist für mich die Bedeutung von Kommunikation.

Sie haben ein eigenes Kabarettprogramm, Oliver Welke oder jetzt auch Oliver Pocher moderieren im Sportbereich. Wieso funktionieren Fußball und Comedy so gut miteinander?

Hartmann: Der Olli Welke kommt ja eigentlich von daher, an Oliver Pocher als Fußballexperten muss ich mich dagegen erst noch gewöhnen, das wird mir schwerfallen. Bei mir ist die Schnapsidee für ein Comedyprogramm bei einem Treffen mit Frank Elstner entstanden. Ich habe dann quasi Geschichten aus dreißig Jahren aus der Anstalt nacherzählt und war viel in Kontakt mit Harald Schmidt, der mir sehr geholfen hat. Inzwischen habe ich selbst einen hohen Spaßfaktor dabei und spiele hauptsächlich auf Galas.

Die beiden wichtigsten Sportsendungen im deutschen TV, das Sportstudio und die Sportschau, haben neue Moderatoren. Wie sehen Sie die beiden neuen Kollegen Sven Voss und Matthias Opdenhövel?

Hartmann: Matthias Opdenhövel wollte ich schon vor Monaten einmal zu mir in die Sendung holen, weil er es kann. Nach seinem Wechsel zur Sportschau hat sich das schon wieder erledigt, denn das wäre ja Schmoren im eigenen Saft. Grundsätzlich wirken viele Nachwuchskollegen, als werden sie alle vom gleichen Coach vorbereitet. Das ist ein Einheitsbrei. Deswegen ist Opdenhövel auch so ein Gewinn, weil er eine eigene Farbe hat.

Waldis Club, Freitag, 5. August, 22.45 Uhr im Ersten.

ruk/news.de

Leserkommentare (3) Jetzt Artikel kommentieren
  • Alexander Voronin
  • Kommentar 3
  • 05.08.2011 14:14
Antwort auf Kommentar 2

Dafür ist Waldis Club um so besser. Das Interview ist wirklich allerhöchster Schrott. Aha, man kann also ein Ergebnis besser nach dem Ende des Spiels voraussagen. Danke für den dezenten Hinweis. Ich gebe meinen bescheidenen Tipp: Dortmund gewinnt, leider, da ich HSV-Fan bin. Aber Waldis Club gefällt mir sehr gut! Leider gab es keinen: Waldis Club zur FrauenWM, das wär der Brüller uns beibiegen zu wollen, daß die Frauen eigentlich doch Fußball spielen könnten, wenn sie denn wollten oder aber hätten gehabt haben wollen! Ich freue mich auf den Beginn der Bundesliga heute Abend.

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  • Pit
  • Kommentar 2
  • 05.08.2011 13:16

Dieser "Waldi" Hartmann ist doch so ein depperter Dampfplauderer und beim BR ist er nicht mehr zu ertragen, auch nicht in der Sportschau. Er kann sich vielleicht etwas im Fussball auskennen, in anderen Sportarten ist er als Komentator eine Niete.

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  • Buntstift
  • Kommentar 1
  • 05.08.2011 11:41

Welcher Satz in diesem Interview soll uns (dem Leser) irgendeine Botschaft übermitteln, die wir noch nicht kennen? Sommerlochinterviews mit bekennenden Weissbierfans kann man sich sparen. Gibt es keine anderen, vielleicht wichtigeren Themen als den "Standort" von Hartmann, oder seine Einschätzung von Moderationskollegen, die niemanden wirklich ernsthaft interessiert? Hartmanns Zeit, in der Geschwafel und billige Witze noch Brüller waren, ist längst vorbei. Er und der MDR haben das noch nicht bemerkt. Wen wunderts?

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