«Einsatz in 4 Wänden» Tine trotzt den Messies

Von der Müllhalde über die Beratungscouch zur Designer-Bude: Tine Wittler offenbarte in der ersten neuen Folge von Einsatz in 4 Wänden ungeahnte Fähigkeiten. Sie mauserte sich von der Einrichtungsexpertin zur Aushilfspsychologin. Da ging das Dekorieren wie von selbst.

Tine Wittler (Foto)
Tine Wittler packt kräftig mit an. Bild: RTL

«Jetzt fühle ich mich hier eigentlich nicht so richtig wohl.» Das war der erste Satz, den Rentnerin Renate (59) über die Lippen brachte. Und der war leicht untertrieben. Die Witwe lebte im Müll. Überall lagen Essensreste, Tüten, Zeitungen und sonstiger Unrat herum. An den Wänden schimmelte es, Fliegen schwirrten durch die muffige Wohnung und nirgends war Platz zum Gehen oder Stehen. Renate hatte sich nach dem Tod ihres Mannes von der Zivilisation abgeschottet, wie unsere Fotostrecke zeigt.

Doch das absonderliche an ihrer Situation: Sie wohnte mit ihrer Familie in einem Haus, doch sie gingen sich aus dem Weg. «Sie lebt halt im Müll, ja. Mehr oder weniger», versuchte sich Sohn Meik lapidar zu erklären. Nein, nicht mehr oder weniger. Sie fristete ihr Dasein im absoluten Chaos. Doch das wollte der feine Herr Sohn nicht erkennen. Und die Schwiegertochter blaffte: «Ich ekele mich vor ihr! Sie hat ihre Wohnung und ich habe meine.» Dass die Witwe alleine überhaupt nicht mehr in der Lage war, ihr Leben zu meistern, sahen die beiden nicht. Die möglichen Gefahren durch eventuelle Krankheiten ignorierten sie ebenfalls.

«Einsatz in 4 Wänden»: Die schlimmsten Wohnruinen

Das fand auch Tine Wittler zum Aus-der-Haut-Fahren. Auf die schon reichlich peinliche Frage: «Wie leben Sie hier?», die sie der verschreckten Rentnerin stellte, folgte die erstaunliche Antwort: «Ganz normal.» Das Leben der zweifachem Oma war alles andere, nur nicht normal, wie auch Wittler feststellte: «Es ist Fakt, dass ein Mensch so nicht leben kann!» 

Psychologie statt Renovierung

Und weiter nahm die stilsichere Deko-Expertin die Familie in die Pflicht. Meik und seine Frau müssten sich um die allein gelassene Rentnerin kümmern. Mit einer normalen Renovierung wäre da nichts zu machen. «Da muss sich auch in den Köpfen der Menschen etwas ändern», rüffelte Wittler die mit Dackelblick dreinschauenden Kinder. Und schon hatten sich die jahrelang Schweigenden ganz lieb. Plötzlich gehörte Renate zur Familie: Da durfte die Oma sofort die Kinder hüten, war gern gesehener Gast beim Abendbrot und wurde in geschlossener Mannschaftsstärke zum Arzt begleitet. Kein Ekel, keine Scheu, keine Peinlichkeiten. Was der Einsatz einer Fernsehkamera doch alles möglich macht...

Da gerieten die Umbauarbeiten direkt in den Hintergrund, ebenso die 50 Tonnen Müll, die aus der Wohnung transportiert wurden. Auch Wittler war vorerst raus, es übernahmen die Männer fürs Grobe - Kammerjäger, Fliesenleger und Installateure. Sie kam erst zum Einsatz, als es ans Verzieren ging. Da braucht es keinen Blaumann mehr, da darf man im Designer-Zweiteiler antreten. Deutlich mehr Sendezeit wurde sowieso der rührenden Familiengeschichte gewidmet. Die verlorene Mutter aus ihrer dunklen Höhle geholt und als Familienmitglied re-integriert. Das dafür erst Tine Wittler kommen musste, ist schon äußerst traurig.

Für sie lohnte sich der Einsatz in 4 Wänden: Erst hat sie die Psychologin gespielt, dann als Deko-Tante die Kerzen und Kissen ausgerichtet. Und schon wurde Rentnerin Renate zum Ex-Messie. Aus der «Messie-Gruft» wurde das sogenannte Wohlfühl-Refugium und alle hatten sich endlich lieb.

Tine Wittler: Mollig selbstbewusst

Herrlich, diese Eintracht. Auch der Zuschauer konnte etwas Wertvolles lernen: Einfach mal nicht aufräumen, wenn es sein muss, auch über Jahre hinweg. Irgendwann kommt Tine Wittler bestimmt und bringt die Hütte wieder in Ordnung.

Wer die Renovierung noch einmal nachvollziehen will, kann sich die Episode hier in voller Länge anschauen.

boi/news.de

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Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • Justitia Ironikus
  • Kommentar 1
  • 19.07.2011 18:43

Da denkt man sofort an das verschissenste Haus Deutschlands aus der Scheeeifel, wo die fragwürdige Verwandtschaft auch eine 81-Jährige samt ihrer mehr als 20 Hunde völlig verkommen ließ. Wo Hilfe wirklich angebracht wäre, wird jedenfalls mit Sicherheit nicht geholfen. Es gibt hinreichend Fälle, in denen durch Unfälle und Krankheit ordentliche Leute oder gar Verbrechensopfer die Schwierigkeiten dieser Gesellschaft nicht mehr meistern können und regelrecht zynisch in den Untergang gezwungen, getrieben werden. Wo ist denn da RTL?

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