«V - Die Besucher» Die Aliens sind unter uns

Bei manchen Amerikanern weiß man ja nicht so genau, wovor sie mehr Angst haben: vor Außerirdischen oder vor islamistischen Terroristen. In der US-Serie V - Die Besucher, die heute bei Pro7 startet, werden beide Feindbilder einfach miteinander verwoben.

V - Die Besucher (Foto)
Comeback der Reptilien-Aliens: Auf Pro7 startet die US-Serie V - Die Besucher. Bild: news.de

Das Weltall und seine unendlichen Weiten - es scheint den Menschen und vor allem den Filmproduzenten immer wieder zu interessieren. Seit Roland Emmerichs Independence Day (1996) ist jedoch klar: Alles Gute kommt nicht von oben. Auch der neueste US-Serienimport V - Die Besucher spielt mit der existenziellen Bedrohung aus dem All. Nur dass diese Aliens ihre finsteren Absichten zunächst geschickt verbergen. Pro7 zeigt ab heute Abend zwölf Folgen der ersten Staffel, zerstückelt in abendfüllende Dreierpakete.

Gewaltige Erderschütterungen kündigen die Besucher aus dem All an. Riesige Raumschiffe erscheinen über den Metropolen der Erde. Die Botschaft der Außerirdischen: «Wir kommen in Frieden.» Angeblich bieten sie medizinische Wunder und bahnbrechende Technologien im Austausch gegen irdische Rohstoffe. Doch was wollen sie wirklich?

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Viele Menschen folgen den Aliens und ihrer charismatischen Anführerin Anna (Morena Baccarin) blind, auch Tyler (Logan Huffman), der Sohn von Erica Evans (Elizabeth Mitchell aus Lost). Doch die FBI-Agentin und Antiterrorspezialistin selbst gehört zu den wenigen Skeptikern - und denen, die letztlich den Kampf gegen die Gefahr beginnen. Sie werden schnell zum Zielobjekt der Außerirdischen, unter deren makellosen Menschenhaut sich reptilienartige Bösewichte verstecken und die darauf aus sind, die Weltherrschaft zu erlangen.

Anspielungen auf Barack Obama

Bei dem einen oder anderen Zuschauer mag der Plot wehmütige Erinnerungen auslösen. Denn V - Die Besucher ist eine Neuauflage der Serie von 1984, die wiederum auf dem Zweiteiler V von 1983 basierte. Schöpfer Kenneth Johnson hatte damals eine Analogie auf die Machtergreifung der Nazis und die Verfolgung von Minderheiten schaffen wollen. Der Sender NBC machte daraus ein Science-Fiction-Spektakel, doch die Parallelen waren immer noch da (schon wegen des hakenkreuzähnlichen Symbols der «Besucher»).

Die 2009 in den USA gestartete Neuauflage sollte auch, so verkaufte es zumindest der Sender ABC, eine Kritik an der heutigen Medien- und Warenwelt sein. Viel zu viele würden dem versprochenen Glück einfach hinterherrennen, ohne nach den Hintergründen zu fragen.

Einige Kommentatoren sahen sogar Anspielungen auf Barack Obama. Vielleicht, weil die Außerirdischen Gesundheitsvorsorge versprechen? Ansonsten konnten die Reaktionen der US-Medien unterschiedlicher kaum ausfallen. E! Online war begeistert («Sparen Sie sich die Knabbereien, denn Sie werden schreien. Angucken!») und die USA Today bescheinigte der Serie, dass sie «schnell eine eigene Identität finde». Genau das vermisste aber die New York Times, die das Drehbuch «schlampig und einfallslos» fand. Insbesondere die Szene, in der die New Yorker die Ansprache von Anführerin Anna verfolgen und gleich applaudieren, ist für die Zeitung wenig glaubhaft: «Auf welchem Planeten ist das? Wohl kaum auf unserem.»

Eine atemberaubend schöne Schurkin

Immerhin hatte V - Die Besucher im November 2009 das beste Debüt des Fernsehherbstes. Doch die Quote brach rasch ein, die Serie verlor zwei Drittel der Zuschauer. Nach zwei Staffeln verkündete ABC, dass es keine weitere geben werde. Also doch kein Kultstatus? Vielleicht, aber der muss ja mit der Laufzeit nichts zu tun haben. Eine Science-Fiction-Serie namens Raumschiff Enterprise wurde schließlich auch nach nur drei Staffeln abgesetzt.

Neu ist der Stoff nicht, den V - Die Besucher hier entspinnt. Bereits 1898 erwog H. G. Wells in seinem Science-Fiction-Buch Krieg der Welten, von Steven Spielberg 2005 actionreich verfilmt, die Möglichkeit einer außerirdischen Invasion. Beim Pay-TV-Sender TNT-Serie zeigt seit dem 24. Juni auch die recht junge Serie Falling Skies eine zerstörte Welt in Alienhand. Doch V - Die Besucher spielt nicht nur mit der Angst vor der feindlichen Übernahme (wobei die Aliens auch als islamistische Terroristen verstanden werden können), sondern thematisiert auch das Miteinander in einer immer bunter durchmischten Gesellschaft und wägt die Notwendigkeit von Toleranz und Abgrenzung ab.

Natürlich geizt die neue Serie nicht mit optischen Reizen: An der Oberfläche gibt's effektreiche Alienaction und eine atemberaubend schöne Weltraum-Schurkin. Fans von Serien mit starken Special Effects wie Fringe und mit starken Charakteren wie Lost werden begeistert sein.

V - Die Besucher, ab dem 18. Juli 2011 montags, 20.15 Uhr, Pro7

roj/news.de/dpa

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Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • peter
  • Kommentar 1
  • 08.11.2011 18:35

heißt das das es nach der beseelung der menschheit NICHT weitergeht? das ist das ende, oder gibt es eine dritte staffel? das ist ja ein cliffhänger der ganz besonderen art. schöne sch.......

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