Fifa Frauen-WM 2011 Schafft die Fanmeilen ab!

Public Viewing (Foto)
«Warum bin ich nur zum Public Viewing gegangen?», denkt sich diese Grazie bestimmt. Und sie hat Recht. Bild: dapd

Von news.de-Volontär Ayke Süthoff
Seit 2006 gibt es in Deutschland das Public Viewing - Fußballfans treffen sich in der Öffentlichkeit, um gemeinsam zu grölen, mit Fahnen zu schwenken und Bier zu trinken. Dagegen ist nichts einzuwenden. Aber warum senden ARD und ZDF ständig Bilder solcher Exzesse?

Fifa Frauen-WM 2011

Angefangen hat die Misere 2006 - damals war schon einmal eine Fußball-WM in Deutschland. Nur das nicht die Frauen spielten, sondern die Männer. Das machte die Weltmeisterschaft 2006 zu einem ganz anderen Erlebnis als die aktuelle Frauen-WM. Vor allem aus einem Grund: Ganz Deutschland war voller Fußball-Fans.

Natürlich wird auch die Frauen-WM aufmerksam verfolgt, die Zuschauerzahlen von ARD und ZDF sind stark, teilweise sogar grandios. Die beiden ersten Spiele der deutschen Nationalmannschaft stellten jeweils einen neuen Zuschauerrekord für Frauenfußball auf, auch gestern schauten über 16 Millionen Interessierte zu.

Doch auf den Straßen, in den Städten und in den Fußgängerzonen spürt man wenig von der erhofften WM-Euphorie. Und auch in den Stadien macht sich nur dann so richtig Stimmung breit, wenn die deutschen Mädels kicken. Das letzte Vorrunden-Spiel der bereits ausgeschieden Mannschaften Nordkoreas und Kolumbiens in Bochum droht dagegen vor fast leeren Zuschauerrängen ausgetragen zu werden. Bisher sind nicht einmal 10.000 Karten verkauft worden.

Sommermädchen 2011
So bunt ist die Frauen-WM

Kein Bock mehr auf Public Viewing

Und noch etwas ist ganz anders als 2006: Kaum jemand hat noch Lust auf Fanmeilen. Vor fünf Jahren waren die von der Fifa organisierten Public Viewings Zuschauermagneten, die größte Fanmeile am Brandenburger Tor in Berlin zog regelmäßig fast eine Million Zuschauer. Damals war der Trend des gemeinsamen Fußballguckens neu.

Doch 2006 ist längst vorbei und der Fanmeilen-Trend auch. Das zeigte sich schon im letzten Jahr als bei der RTL-Übertragung der WM aus Südafrika nur wenige dabei sein wollten. Dieses Jahr steht es noch schlimmer um die Public Viewings, die einzige ernstzunehmende Fanmeile befindet sich in Frankfurt. Und selbst dorthin verirren sich nur wenige. Trotzdem schrecken ARD und ZDF nicht davor zurück, Bilder von dieser Fanmeile als Indikator für die «gute Stimmung» im Land zu senden.

Frauen-WM
Nieder mit den Fanmeilen
Video: news.de

Den Beweis trat gestern zum wiederholten Mal das ZDF an. Während im Stadion 46.000 Anhänger waren und vor den Fernsehern sagenhafte 16,2 Millionen zuschauten, standen auf der Fanmeile in Frankfurt nach ZDF-Moderator Sven Voss «Tausende». Also ein Bruchteil von den Zuschauern im Stadion und weniger als 0,02 Prozent der Fernsehzuschauer. Warum versucht das ZDF gerade mit Bildern dieser wenigen zu zeigen, dass Deutschland im WM-Fieber sei?

Sehen Sie zu diesem Thema den Videokommentar von news.de-Volontär Ayke Süthoff, der die Fanfeste am liebsten ganz abschaffen würde.

rut/news.de

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