Von news.de-Redakteur - 05.07.2011, 11.42 Uhr

«Das Messie-Team»: Leben auf der Müllhalde

Deutschland wird entrümpelt: Eine Heilpraktikerin und ein Schädlingsbekämpfer wühlen sich in der neuen RTL2-Doku-Soap Das Messie-Team durch die ausufernden Müllberge in deutschen Wohnzimmern. Können sie das Chaos eindämmen?

Die 57-jährige Regina schämt sich für ihr Chaos. Bild: news.de-screenshot (rtl2.de)

Rund zwei Millionen Menschen leiden in Deutschland am sogenannten Messie-Syndrom. Sie häufen alles an, was sie zwischen die Finger bekommen, und können sich anschließend nicht mehr davon trennen. Das Messie-Team will Betroffenen helfen und rückt dem Ungemach in vier Folgen auf den Leib.

Messies leiden an einer psychischen Störung und können nichts wegwerfen. Sie sammeln, was ihnen in die Hände fällt. Sie produzieren Berge aus Unrat und Müll. Die Folgen sind - neben der verdreckten Wohnung - soziale Isolierung, Einsamkeit und Verwahrlosung. Wo hört bloße Unordnung auf und ab wann ist man ein Messie? Was bringt sie dazu, so zu leben?

Die Schicksale der Menschen, die unter dem Messie-Syndrom leiden, sind ganz verschieden. Sie alle eint das unvorstellbare Chaos, in dem sie leben. Nach außen hin scheinen sie oftmals normal und geordnet, denn keiner soll entdecken, dass in ihren Wohnungen der Müll die Oberhand gewonnen hat. Es ist ein Teufelskreis, aus dem es nur schwer ein Entrinnen gibt.

FOTOS: «Das Messie-Team» Wo das Chaos regiert
zurück Weiter Messie (Foto) Foto: news.de-screenshot (rtl2.de) Kamera

Frau fürs Gefühl und Mann fürs Grobe

Therapeutin Sabina Hankel-Hirtz und Entrümpelungsprofi Dennis Karl packen das Problem an der Wurzel und räumen das Leben der Betroffenen auf. Ihr Ziel ist aber nicht nur, für eine saubere Wohnung zu sorgen, sondern den Messies die Rückkehr in das gesellschaftliche Leben zu ermöglichen. «Es ist mir vor allem ein Anliegen, mit meinen Klienten die für sie passenden kreativen Lösungen für ihre seelische Balance finden zu können», ließ Hankel-Hirtz im Vorfeld der Erstausstrahlung im RTL2-Interview verlauten. 

Dennis Karl sieht die Sache ähnlich: «Mein Credo ist, hinter dem Müllberg auch immer einen Menschen zu sehen. Nach über 50 Messiewohnungen kann mich so schnell nichts mehr schocken.» Er hat in seiner achtjährigen Selbstständigkeit als Entrümpler und Schädlingsbekämpfer unzählige Messie-Wohnungen geräumt und von Ungeziefer befreit. Bei seinen Einsätzen ist ihm schon alles vor die Augen und die Nase gekommen. Durch seine zupackende und sympathische Art überzeugt der Profi jeden Betroffenen, sich vom Müll zu befreien.

Und eine Chance auf Heilung besteht durchaus, wie Hankel-Hirtz feststellt: «Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ein Drittel es schafft, nicht mehr in alte Verhaltensmuster zurückzufallen und damit geheilt ist. Ein weiteres Drittel hat beste Chancen auf Heilung. Und ein Drittel wird rückfällig.»

Frührenter versinkt im Müll

In der ersten Episode hilft Das Messie-Team dem 32-jährigen Markus. Seit Jahren lebt der schwerkranke Frührentner gemeinsam mit seinem Vater in desolaten Zuständen. Der stark übergewichtige Markus kann nicht aufräumen. So stapeln sich in jedem Raum des Hauses Essensreste, Kartons, Dosen, Katzendreck, Flaschen, Tüten und Plastikmüll. Seit Monaten bewohnen Vater und Sohn nur das Erdgeschoss ihres Hauses, welches einer Müllkippe gleicht.

In der kommenden Woche dreht sich dann alles um die 57-jährige Regina. Die schämt sich für ihr Chaos, das sich über die Jahre angesammelt hat, kann das Problem aber ohne Hilfe nicht mehr loswerden. Meterhoch gestapelte Zeitungen, Plastik-Verpackungen, Einmachgläser, dreckige Wäsche, alte Möbel oder Katzenkot sind in ihrem Haus verteilt. Es stinkt fürchterlich.

Welche Berge an Dreck und Unrat in den Messie-Wohnungen auf Hypnose-Therapeutin Sabina Hankel-Hirtz und Entrümpelungsprofi Dennis Karl warten, zeigt unsere Fotostrecke zum Leben im Chaos.

Das Messie-Team, vier Folgen ab Dienstag, 5. Juli 2011, jeweils um 20.15 Uhr bei RTL2

sua/news.de

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