Samuel Koch «Das ist einfach doof gelaufen»

Eine kleine Sensation in der Schweiz: Der verunglückte Wettkandidat Samuel Koch gab ZDF-Moderator Peter Hahne sein erstes TV-Interview. In der Reha-Klinik sprach er über den Unfall, seine Zukunft und darüber, warum die Wette nicht gefährlicher war als ein Skiurlaub.

Samuel Koch (Foto)
Im Dezember verunglückte er bei Wetten, dass...? und ist seither gelähmt.  Bild: news.de-screenshot (ZDF)

Dass er nach seinem schweren Unfall im Dezember bei Wetten, dass...? wieder selbstständig atmen kann, grenzt an ein Wunder. Und das weiß Samuel Koch nur allzu gut. Darum sei er trotz allem dankbar. «Es könnte mir noch viel schlechter gehen», sagt Koch tapfer. Er sitzt in einem Rollstuhl, dünn ist er. Sein Kopf wird gestützt, bis auf seinen Kopf und seine Schultern kann er nichts bewegen. Es ist das erste Fernsehinterview von Samuel Koch. ZDF-Moderator Peter Hahne hat seine sonntägliche Sendung dafür diesmal in die schweizerische Reha-Klinik verlegt.

Koch spricht langsam und leise, doch seine Worten sind stark: «Ich erkenne mich zum Teil selbst nicht wieder. Aber Gott sei Dank ist mein Gehirn noch klar. Ich bin allen Menschen, die mir Briefe, Gedichte, Lieder schreiben, für ihre große Anteilnahme sehr dankbar.» Weil er durch sein Lähmung nicht in der Lage ist, auf die vielen Briefe zu antworten, habe er sich für dieses TV-Interview entschieden.

«Wetten dass..?»: Schock vor laufender Kamera

Sein Fernziel heißt ganz klar: raus aus der Klinik, zurück nach Hause, wieder gehen können. Er glaube fest daran, dass es irgendwann soweit sein wird. Doch der Heilungsverlauf gehe quälend langsam voran. «So langsam, wie ich mir langsam niemals habe vorstellen können.» Er definiere Zeit nun völlig neu. Bisher kann Samuel Koch nur wenige Zehen bewegen, doch er rechne fest damit, dass sich sein Zustand stetig bessere.

Wie sind seine Erinnerungen an die Zeit direkt nach dem Unfall, will Peter Hahne wissen. Verschwommen, sagt Koch. Er erinnere sich an den Pfleger, mit dem er gebetet hat. «Ich habe die ganze Situation gar nicht realisiert», erklärt er Hahne. Sein Glaube an Gott, das Lesen in der Bibel und die Gebete würden ihm helfen, nicht die Geduld zu verlieren.

Kandidat verletzt: Unfall-Schock bei Wetten, dass...?
Video: youtube.com/zdf

«Es tut mir so leid, dass ich die Show kaputt gemacht habe»

Natürlich ist es schwer. Von seinem Klinikzimmer aus sieht er auf einen See, in dem er so gern schwimmen würde. Die Fliege, die ihn nachts nervt, kann er nicht allein verscheuchen. Zum Pizzaessen mit Freunden kommt er gern mit - wenn er jemanden findet, der ihn füttert.

Bereut er die Wette? War sie zu gefährlich? Nein, das auf keinen Fall. Er habe sie 500 Mal geübt. «Jeder meiner Skiurlaube war riskanter als mein Autogehüpfe», erklärt Koch und trotz seiner körperliche Schwäche wird ganz deutlich, wie überzeugt er davon ist. «Ich war immer in Gottes Hand. Ich atme, meine Lunge funktioniert. Ich bin also relativ weich gelandet, es hätte schlimmer kommen können.» Samuel Koch hat sich augenscheinlich in sein Schicksal ergeben, und gleichzeitig den Kampf um seine Zukunft, in der er wieder gehen kann, aufgenommen. Auch wenn er oftmals verzweifelt sei, die Hoffnung auf Heilung gebe er nicht auf.

Eines mache ihm allerdings noch zu schaffen: Er bedaure zutiefst, dass er so vielen Menschen, die damals die Sendung gesehen haben, so erschreckt habe: «Es ist mir sehr unangenehm, dass ich damals im Dezember die Show kaputt gemacht habe. Viele Menschen haben wegen mir geweint. Das tut mir sehr leid.» Er sei sehr dankbar, dass er nun durch dieses Interview allen Menschen danken kann. Ja, es sei sehr schwer für ihn, in seinen Hände habe er immer noch kein Gefühl, den Rollstuhl steuert er mit seinen Schultern. Trotzdem sei Selbstmitleid nicht sein Ding: «Viel tiefer als jetzt geht es nicht mehr. Es kann jetzt nur noch aufwärts gehen.»

Bestes Zitat: «In meinem Fall ist das einfach doof gelaufen.» (Samuel Koch über seinen Unfall bei Wetten, dass...?.)

sua/news.de

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Leserkommentare (5) Jetzt Artikel kommentieren
  • AlexTheDemon
  • Kommentar 5
  • 13.09.2012 03:52
Antwort auf Kommentar 4

Was seid ihr alle nur für ignorante Sesselpuper, dass gibts doch nicht! Dieser Junge hatte in seinen 23 Jahren 100x mehr Spaß als ihr dämlichen Pisser, die denken jeder Sport ist Mord und selbst absolut nichts drauf haben, nur zu Hause hocken und ihr Leben immer gleich Leben. Das würdet ihr nichteinmal begreifen, wenn ihr von einem Autounfall gelähmt werden würdet. Euer Leben war bis dahin schon langweilig und scheiße und auf einmal wird es bodenlos. Samuel hat immerhin das beste aus seinem Leben gemacht und er macht auch jetzt noch stetig weiter, ihr hättet garnicht die Willenskraft dazu...

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  • Abraham Seher
  • Kommentar 4
  • 19.07.2011 07:53

Dass ihm alle alles Gute wünschen ist klar und richtig, doch begriffen hat der junge Mann leider gar nichts! Sein Mut und Standvermögen sind auch gut und richtig, nur fehlt ihm noch immer jede vernüftige Einsicht, um zu unterscheiden, was gemeingefählicher grober Unfung ist und was nicht.

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  • Brasilianer
  • Kommentar 3
  • 17.07.2011 22:51

Natürlich wünsche ich Samuel für die Zukunft alles Gute möchte aber auch klar sagen an seinem Zustand ist er u,nur er Schuld die Dekadenz nur um Berühmz zu werden oder eine Wette zu gewinnen das Leben zu riskieren ist schon sehr fragwürdig . Das betriff auch viele Extremsportarten oder auch die Arbeit mit unberechenbaren Raubtieren. Es gehr immer um höher weiter oder die Demonstration von Gefährlichkeit ,ich kann dem nichts abgewinnen es ist auch keine Vorbildwirkung mit dem Leben zu spielen - er hat insofern noch Glück im Unglück -sollte er gelähmt bleiben kommt der Punkt der bitteren Reue

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