Schlager-Casting Der Wendler und der Göttliche

Michael Wendler ist ein Gutmensch durch und durch. Nach einer Woche voller Qualen hat die Träller-Ikone heute Deutschlands neuen Schlagergott gekürt. Wer darf künftig neben Zeus Wendler residieren?

Wendler sucht Schlager-Gott (Foto)
Michael Wendler sorgt sich um Deutschlands Schlager-Nachwuchs. Bild: RTL

Schlagerbarde Michael Wendler (eigentlich Michael Skowronek) hat Angst. Er schlägt Alarm. Nicht etwa aufgrund verdorbener Gurken, Tomaten oder Sprossen. Nein, der Ärmste sorgt sich um die Zukunft der deutschsprachigen Musiklandschaft. Es sei kein Nachwuchs für den Schlagerolymp in Sicht. Zu viele Stars hätten ihren Job an den Nagel gehängt oder stünden kurz vorm Ruhestand. Ein nicht zu duldendes Horrorszenario für den Wendler: keine Sänger, keine Fans, kein Schlager! Der Weltuntergang steht unmittelbar bevor.

Um der absehbaren Misere zu entgehen, machte sich der «selbst ernannte Beckenbauer des Schlagers» im Rahmen des RTL-Mittagsmagazins Punkt 12 in dieser Woche daran, einen neuen Schlagergott zu finden. Das Ziel formulierte der gelernte Speditionskaufmann dann auch besonders anspruchsvoll: Gesucht wird eine Person, die besser singt als Mickie Krause, Helene Fischer und Andrea Berg zusammen, vom Wendler selbst einmal ganz abgesehen. Gut aussehen müsse sie, charismatisch sein und Wiedererkennungswert mitbringen. Na dann.

Schlager-Casting: Der Wendler sucht
Video: youtube.com/user/myspacemallorca

Per Casting-Box bei Wendler-Konzerten, einem Video-Aufruf im Internet und unterstützt durch RTL konnten sich aufstrebende Sangeskünstler mit unbändiger Stimmgewalt und makelloser Ausstrahlung bewerben. Im Schnellverfahren wurden von Sänger Wendler und dessen Manager, dem Veranstalter Markus Krampe, ratz-fatz vier potenzielle Schlager-Sternchen ausgesucht, die ihre Bühnentauglichkeit in täglichen Aufgaben unter Beweis stellen mussten.

Zicke, Streberin und Schmierlappen

So erhielten Erzieher Andre, Kaufmann Markus, Fitnesstrainerin Sarah und Agenturchefin Anika die Chance, sich als kommende Schmuse-Jodler zu präsentieren. Die Rollen waren schnell verteilt: Andre gab den Unerfahrenen, Markus den (von Andre so betitelten) gut gestylten Schmierlappen. Sarah spielte die Ambitionierte, und Anika machte auf Zicke.

Ab Mittwoch wurde kräftig ausgesiebt. Schnell erwischte es mangels Tonsicherheit den schüchternen Andre, am Donnerstag hätte sich Anika beinahe verabschieden können. Sie wurde im Vorprogramm eines Wendler-Konzertes ob ihrer Intonation des Mickie-Krause-Hits Zeig doch mal die Möpse kräftig ausgepfiffen. Doch der Schlagerbarde und Krampe hatten ein Einsehen, sodass es schließlich drei Bewerber auf die Casting-Zielgerade schafften.

Ungewöhnliche und unberechenbare Prüfungen mussten die Finalisten über sich ergehen lassen. Denn, «wer in den Schlager-Himmel will, muss erst durch die Schlager-Hölle», wusste Wendler aus dem Buch der Casting-Floskeln zu berichten. Berufsfördernde Auftritte im Supermarkt, im Altenheim, einer Disko und im Flugzeug in 10.000 Meter Höhe gehören da einfach dazu. Daneben sollten Anika, Sarah und Markus im Tonstudio überzeugen, am Ballermann die Werbetrommel rühren, auf dem Rücken eines Pferdes ein Video drehen und beim Fotoshooting glänzen. Ein Crash-Kurs in Sachen Einstieg ins Musikgeschäft eben. Wie nachhaltig dieser wirklich wirkt, wird sich noch herausstellen.

Bis zur Verkündung mussten Sarah, Anika und Markus aber nochmal kräftig auf die Zähne beißen: Denn zum Ballermann-Opening auf Mallorca durften nur zwei der Kandidaten auf die Bühne. Und kaum hatte der Wendler das ausgesprochen, war Anika auch schon draußen. Dabei wäre sie nach eigener Auskunft so gern blind vom Blitzlichtgewitter geworden und hätte sich von ihren Abertausenden Fans anschreien lassen. Zumindest die Begründung für ihren Rauswurf war stichhaltig. Dem Wendler fiel es nach vier langen Tagen wie Schuppen von den Augen: Das Aussehen passt nicht. Anika würde «wie Möpse raus und zwei für einen» aussehen. Nun ja, vielleicht sucht Jürgen Drews demnächst auch noch Nachwuchs, da könnte sie es erneut probieren. Viel Glück dabei.

So fiel die Entscheidung zwischen Party-Queen Sarah und Schwiegermuttertraum Markus. Von beiden waren Wendler und Krampe außerordentlich geflasht. Da hätte das Gesamtpaket aus musikalischer Leistung und ansprechendem Auftreten gestimmt. Und wer gewinnt in so einem Fall? Na klar, der adrette männliche Bewerber. Aber nur aus rein wirtschaftlichen Gründen versteht sich. Das Zielpublikum ist eben primär weiblich und mags gern knackig. Markus ist also der neue und einzige Schlagergott.

Himmlische Aussichten

Neben Ruhm und Ehre hat der Göttliche natürlich auch etwas Zählbares gewonnen. Nicht nur, dass der Auserwählte einen Plattenvertrag im Wert von 10.000 Euro und damit verbunde Auftritte im Wert von 25.000 Euro abräumt. Markus erhält vom Wendler seinen Song Sie liebt ihn immer noch geschenkt - die Fortsetzung seines bekanntesten Hits Sie liebt den DJ. Ob das nun ein Fluch oder Segen ist, bleibt abzuwarten. Auf jeden Fall ist Deutschland ab heute um einen ZDF-Fernsehgarten-Gast reicher, der Wendler hat etwas für sein Gewissen getan, und die Punkt 12-Redaktion freute sich die ganze Woche über 20 Minuten verplante Sendezeit. Einfach himmlisch!

Übrigens: Alle, die noch nicht genug vom Wendler in Aktion haben, sollten heute Abend um 20.15 Uhr unbedingt Sat.1 einschalten. Dann will der Sänger zusammen mit seiner Frau Claudia im Rahmen der Spielshow Mein Mann kann bei Britt Hagedorn zeigen, was alles in ihm steckt.

ruk/news.de

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Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • dr. wamba
  • Kommentar 1
  • 20.05.2013 17:33

Mit schwarzen Haaren hat mit das Feigling Vorzeigegirl Anika besser gefallen. Noch besser hat sie mir als Luder zwischen dem Dante und dem Halligalli gefallen. Tja, schön war die Zeit

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